| Geldanlage: Kriterien der Geldanlage | |
Rentabilität, Sicherheit und Verfügbarkeit (Liquidität) sind die 3 wichtigen Entscheidungskriterien für eine Geldanlage. Maximale Rendite, optimale Sicherheit und jederzeitige Verfügbarkeit des eingesetzten Geldes gibt es nicht.
Sicherheit und Rendite sind konträr zueinander. Je höher die Sicherheit, desto geringer ist die Rendite. Die möglichst bequeme Verwaltung des Vermögens kann ein Nebenziel sein. Die steuerliche Seite ist kein Kriterium, weil ein Steuervorteil die Nettorendite erhöht. Rentabilität bedeutet aber immer Nettorendite. Eine Steuerersparnis erhöht mithin die Nettorendite.
Jeder Anleger sollte selbst seine Schwerpunkte in der Gewichtung der 3 Kriterien setzen. Bewerten Sie die Kriterien der für Sie in Frage kommenden Geldanlagen mit Noten (gut, mittel, schlecht). Abhängig vom Einkommen, Alter, Vermögen, Familienstand, Lebensplanung und persönlicher Risikobereitschaft sind die gewünschten Geldanlagen herauszufiltern. Dies klingt einfach, jedoch wird jedes Jahr sehr viel Geld aus Unkenntnis oder Leichtgläubigkeit falsch angelegt.
Und nicht nur finanzunerfahrene Anleger fallen auf Scharlatane herein. Beispiel bei Immobilien: Erst waren es Bauherren- und Erwerbermodelle, dann die Schrottimmobilien. Nach Adam Riese kann kein Erwerber einer solchen Immobilie richtig gerechnet haben, denn sonst hätte er nicht gekauft. Alle 3 Kriterien hatten bei diesen Immobilienmodellen schlechte Noten.
Das Kriterium Sicherheit lässt sich im Einzelfall noch untergliedern. Je höher die Sicherheit, desto geringer das Risiko und entsprechend auch die Rendite. Die Risiken können unterschiedlicher Natur sein. Im allgemeinen sind die folgenden Risikoeinflüsse zu prüfen:
Was ist Ihr Anlageprofil?
Bei der Beurteilung von Geldanlagen nach den 3 Kriterien definieren sie auch indirekt Ihr persönliches Anlageprofil. Sie können anschließend erkennen, welcher Anlegertyp Sie sind. In der Anlegertypologie sollten Sie zwischen 3 Klassen unterscheiden: Spekulant (risikofreudig), Mischtyp (riskobegrenzend), Sicherheitsanleger (risikoscheu). Überdenken Sie anschließend Ihr Anlageprofil, wenn Sie sich zum Typ Spekulant bekennen.
Wissen Sie, was für ein Anlegertyp Sie sind? Erforschen Sie Ihre Ziele und ziehen Sie eine persönliche Bilanz. Schreiben Sie notfalls Fragen und Antworten nieder. Beispielfragen: Was ist mein Ziel? Will ich Geld langfristig als Vorsorge anlegen oder auf ein bestimmtes Ziel sparen? Will ich das eigene (auch kleine) Vermögen selbst verwalten oder will ich mich darum nicht mehr kümmern? Welche Fehler in Finanzfragen (Steuern, Versicherungen, Finanzierungen, Geldanlage) habe ich in der Vergangenheit gemacht? Wo und wie kann ich mich schlau machen? Solche Fragen helfen, den eigenen Standort in bezug auf Vorsorge und Geldanlage zu bestimmen. Solche Fragestellungen können Sie auch mit Personen besprechen, von denen Sie finanziellen Sachverstand erwarten. Sie können dabei auch von praktisch relevanten Fällen ausgehen.
Faustregeln der Geldanlage
Angebote von Geldanlagen, die den aufgeführten Grundregeln nicht entsprechen, sollten 2 Mal überlegt werden. Die Regeln gelten auch, wenn die "Geldanlage" durch Freunde oder Verwandte an Sie herangetragen wird. Ausnahme: Sie wollen in voller Kenntnis der Risiken aus individuellen Gründen die Anlage trotzdem wählen. Aber auch hier gilt: Bleiben Sie kritisch und lassen Sie sich von Hochglanzprospekten oder angeblichen Erfolgen in der Vergangenheit usw. nicht blenden.
| Verwandt: Wer bin ich als Anleger? und Einleitung zum Ratgeber Geldanlage |
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