Geldanlage: Tagesgeld - Geldmarktfonds - FestgeldNoch vor einigen Jahren galt die Faustregel: Mittelfristige und langfristige Geldanlagen bringen deutlich mehr Rendite als ein Tagesgeldkonto, ein Geldmarktfonds oder eine kurzfristige Festgeldanlage. Eine Untersuchung für den Zeitraum September bis Dezember 2009 zeigt, dass die Faustregel eben nicht immer gilt.
Tagesanleihe als Alternative? Allerdings bringt die Tagesanleihe der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland als jederzeit verfügbare Anlage im Untersuchungszeitraum nur 0,2 Prozent Verzinsung. Ausgewählte Tagesgeldkonten und auch ausgewählte Festgeldanlagen bieten jedoch im gleichen Untersuchungszeitraum eine Verzinsung von 2 Prozent. Die einjährigen Finanzierungsschätze bieten hingegen nur eine Rendite von einem halben Prozent. Die Bundesobligation mit einer Laufzeit von 5 Jahren kommt auf rund 2,3 Prozent Rendite und bei 5 Jahren Laufzeit muss man auch schon von einem Kursrisiko sprechen. Es ist daher nur logisch, dass für die ganz große Zahl der kurzfristigen Geldanleger das Tagesgeldkonto das Bankprodukt für die schnelle Geldanlage ist. Erhöht eine große Bank werbewirksam den Tagesgeldzinssatz, folgen andere Tagesgeld-Anbieter beim Wettbewerb um Neukunden zumeist sehr schnell. Im Vergleich zu anderen Sparformen sind Tagesgeldanlagen wegen des Vorteils der täglichen Verfügbarkeit mit der hohen Verzinsung besonders attraktiv. Zumeist keine Gebühren und sofortige Verfügbarkeit sprechen für dieses Produkt. Eine zeitliche Bindung für eine bestimmte Anlagedauer erfolgt nicht. Tagesgeldkonten eignen sich damit hervorragend zum Parken freier Gelder. Bei einer Verfügung wird die gewünschte Summe vom Tagesgeldkonto in der Regel auf ein vorher festzulegendes Referenzkonto überwiesen. Mit einem Tagesgeldvergleich kann schnell ein Vorteilsvergleich durchgeführt werden. Der Zinsnachteil eines Tagesgeldkonto ist im Vergleich zu Wertpapieren mit mittelfristiger Laufzeit gering. Sparer gehen kein Kursrisiko ein und haben bei Bedarf sofort Zugriff auf ihr Geld. Geldmarktfonds sind eine Alternative für Anleger, die bereits ein Depotkonto haben. Da die Unterschiede zwischen den einzelnen Fonds gering sind, kommt in der Regel auch ein Angebot der Hausbank oder angestammten Fondsgesellschaft in Betracht. Die Bank nimmt aber ggf. einen Ausgabeaufschlag. Außerdem fallen häufig jährliche Verwaltungsgebühren an (rd. 0,5 Prozent). Manche Geldmarktfonds legen nicht zu 100 Prozent die Fondsgelder am Geldmarkt an, sondern investieren auch ggf. in Aktien. Selbst bei einer minimalen Aktienbeimischung sind zwischenzeitliche Verluste möglich. Deshalb: Lieber Tagesgeldanlage als Geldmarktfonds wählen. Es macht überhaupt nichts, wenn hierfür ein Konto bei einer neuen Bank eröffnet werden muss. Es gibt Tagesgeld-Profis, die mehrere Tagesgeldkonten bei verschiedenen Banken unterhalten und so bei Bedarf die angelegten Gelder von einer Bank zur anderen Bank transferieren. Etwas höhere Zinsen bieten insbesondere niederländische und österreichische Banken. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass diese Anbieter die Einlagen ggf. nur bis zu 50.000 Euro vollständig absichern (Einlagensicherung) und wie die Anleger seit Kaupthing wissen, muss sich der Sparer im Falle des Falles auch an die ausländische Einlagensicherung wenden. Langfristige Rentenpapiere und Rentenfonds sollten bei niedrigem Zinsniveau generell gemieden werden, weil hier die Gefahr von zumindest temporären Kursverlusten bei erwarteten Zinssteigerungen sehr hoch sind. Festgelder und andere Termingelder sind eine Alternative, aber wegen der zeitlichen Festlegung häufig nicht die erste Wahl.
Fazit: Bei den kurzfristigen Geldanlagen heißen die Gewinner eindeutig Tagesgeld und Festgeld. Doch: Eine Wiedergeburt feiert das gute alte Sparbuch. Einige Banken, so zum Beispiel Postbank, Citibank oder 1822direkt offerieren Sparbücher mit attraktiven Zinsen. Dabei gilt es allerdings zu bedenken, dass ein Sparbuch in der Regel eine Kündigungszeit von 3 Monaten vorsieht. Vorher kommt man nur gegen Zahlung von " Strafzinsen" an das Geld. Zumeist kann nur ein monatlicher Höchstbetrag von 2.000 Euro pro Monat ohne Strafzinsen abgehoben werden.
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