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Geldanlage: Geschlossene Fonds - Startseite

Grundlagen zu Geschlossene Fonds

Dies ist die Startseite der Rubrik "Geschlossene Fonds". Ein geschlossener Fonds ist letztlich eine unternehmerische Beteiligung. In diesen (geschlossenen) Investmentfonds investieren eine begrenzte Zahl von Investoren ein vorgegebenes Eigenkapital zur Finanzierung eines größeres Projektes. Der Fonds wird geschlossen, wenn die erwünschte Eigenkapitalquote erreicht ist. Als unternehmerische Beteiligung droht im schlimmsten Fall der Totalverlust. Die Beteiligungsmodelle sind zumeist auf 10 Jahre oder noch länger ausgerichtet. Geschlossene Fonds kommen daher nur für Investoren in Betracht, die langfristig nicht auf ihren Kapitaleinsatz angewiesen sind.

Geschlossene Fonds haben in den letzten Jahren viele schlimme Nachrichten produziert. Über Betrug, nachträglicher Nichtanerkennung steuerlicher Verluste bis hin zum starken Einbruch des Neugeschäftes in den Krisenjahren 2008 und vor allem in 2009 gab es fast nur schlechte Nachrichten. Es kann für diese Branche nur besser werden und "Schnäppchenfonds" sichern sich bereits zunehmend Objekte zum günstigen Einkaufspreis. Denn bei vielen geschlossenen Fonds liegt ein maßgeblicher Teil des möglichen Gewinnes im Einkauf. "Betuchte" Anleger ab ca. 250.000 Euro bis 500.000 Euro Kapitalvermögen sollten daher nicht grundsätzlich einen Umweg um geschlossene Fonds machen, weil diese Anlageform mittlerweile zu einer echten Assetklasse aufgestiegen ist. Wer sich für diese Anlageform interessiert, kann von dieser Startseite zu geschlossene Fonds im nachstehenden Kästchen direkt auf ausgewählte Artikel springen.

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Geschlossene Fonds
- Einleitung
- Checkliste für Kauf
- Immobilienfonds
- Mobilien-Leasingfonds
- Flugzeug- / Turbinenfonds
- Containerfonds
- Schiffsfonds / -beteiligung
- (Zweitmarkt-) -Policenfonds
- US-Policenfonds
- Private-Equity-Fonds
- Zweitmarktfonds
- Medienfonds / Filmfonds
- Zweitmarkt für Fonds
- Verkauf Immobilienfonds

- Medienfonds /Bank-Haftung
- Steuerrisiko Leasingfonds
- Steuerrisiko Flugzeugfonds
- prozesskostenfonds.htm
- Haftung bei Immobilienfonds
- Verkauf - Prospekthaftung
- Provision / Kickbacks
- Cinerenta Filmfonds
- Steuersparfonds
- Tonnagesteuer / Schiffsfonds

Statt Steuerstundungsmodell jetzt Renditemodell
Während früher Anleger mit Steuervorteilen für geschlossene Fonds geworben wurden, sind die steuerlichen "Schlupflöcher" nach und nach geschlossen worden (siehe Gesetzesänderung zu Steuersparfonds). Die Anlage in einen geschlossenen Fonds bedeutet steuerlich für den Anleger in der Regel "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" oder "Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung".

Wer bis 2005 als Privatinvestor einen hohen Grenzsteuersatz hatte, konnte mit einer Beteiligung an einem geschlossenen Fonds den Zeitpunkt der Versteuerung in die Zukunft verlagern, wenn - zum Beispiel im Rentenalter - der persönliche Steuersatz vermutlich niedriger sein wird (Steuerstundungsmodell). Mit der Einführung des § 15a und § 15b Einkommensteuergesetz wurde eine drastische Beschränkung der Verlustverrechnung im Zusammenhang mit einem Steuerstundungsmodell eingeführt.

Haftungsfalle: Gesellschaft des bürgerlichen Rechts
In der Regel ist ein geschlossener Fonds rechtlich als Kommanditgesellschaft gegründet worden. Als Kommanditist haftet der Anleger grundsätzlich nur mit seiner Einlage. Bei einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (BGB-Gesellschaft, GbR) haftet der Gesellschafter nicht nur mit seiner Einlage, sondern mit seinem gesamten Privatvermögen.

Fondstypen und Investment-Schwerpunkte
Geschlossene Fonds investieren größtenteils in Immobilien, Schiffsbeteiligungen, Flugzeugen, Medienproduktionen, Windkraftanlagen, Solarparks, Lebensversicherungsverträgen und auch in zukunftsträchtige Unternehmen aus den Bereichen IT oder Gentechnologie. Die am meisten verbreiteten geschlossenen Fonds sind daher:

  • Immobilienfonds: Der Anlagehorizont eines Immobilienfonds sollte mindestens 10 Jahre betragen. Oft investiert der Fonds nur in eine einzige Immobilie, wie zum Beispiel ein Einkaufcenter oder ein Bürogebäude. Diese ausschließliche Konzentration auf ein Objekt erhöht - mangels Risikostreuung - das Ausfallrisiko.
  • Flugzeugfonds und Turbinenfonds: In der Luftfahrtbranche sind sehr viele Flugzeuge und Triebwerke geleast. Die Fluglinien schonen lieber ihre Bilanzen und ihre Kasse und mieten daher von Fondsleasinggesellschaften die Flugzeuge und für den Austausch auch die Triebwerke.
  • Schiffsfonds: Die langfristige Ertragskraft eines Schiffsfonds ist insbesondere abhängig von der preiselastischen Nachfrage nach Tanker- und Containerkapazitäten. Wegen der starken Nachfrage aus insbesondere Asien (China) waren die Charterraten bis in das Jahr 2007 stark gestiegen, um dann - insbesondere in den Jahren 2008 und 2009 - extrem stark einzubrechen. So sorgt sich der Hamburger Senat - nach Presseberichten aus Dezember 2009 - um das Überleben von Banken und Emissionshäusern der Schiffsbranche. Der Wirtschaftssenator aus Hamburg hat mit Branchenvertretern für das Jahr 2010 sogar einen Notfallplan für die Schiffsindustrie ausgearbeitet.
    Verwandt: Schiffsfonds - Schiffsbeteiligungen und Containerfonds und Tonnagesteuer und Schiffsbeteiligungen
  • Medienfonds: In der Regel werden Filme für Kino, TV und Video produziert. Als selbstgeschaffenes Wirtschaftsgut erfolgt keine Aktivierung der Kosten des Films. Die Herstellungskosten sind im Jahr des Entstehens voll abzugsfähig. Eine hohe steuerliche Verlustzuweisung entfällt in der Regel wegen der modellhaften Gestaltung.
  • Windfonds und Solarparkfonds: Mit dem "Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)" wurden Windkraftanlagen und das finanzielle Investment in Windkraftfonds gefördert.
  • LV-Sekundärmarktfonds: Aus dem anglo-amerikanischen Raum wurden LV-Marktfonds zu uns importiert. Der Fonds erwirbt bestehende Lebensversicherungen auf dem Zweitmarkt. Der Fonds bedient den Vertrag bis zum regulären Ende bzw. bis zum Eintritt des Versicherungsfalls und erhält dann die Ablaufleistung. Der Fondsertrag ergibt sich aus der LV-Ablaufleistung abzüglich Erwerbskosten sowie der für die Restlaufzeit gezahlten Prämien.
  • Venture Capital und Private Equity: Venture Capital Fonds investieren in junge erfolgversprechende Unternehmen mit Schwerpunkt IT und Biotechnologie. Mit etwas Glück und dem richtigen Händchen des Fondsmanager sind hohe Gewinne bei hohen Risiken erzielbar. Beim Investment in ein Venture Capital Fonds erzielt der Anleger Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Fazit: Die Beteiligung an einem geschlossenen Fonds kommt wegen der vielen Unsicherheiten nur für fortgeschrittene Anleger mit einem kleineren Vermögensanteil in Betracht. So gibt es bei geschlossenen Fonds keine Sicherheiten wie Einlagensicherungsfonds oder Sondervermögen. Auch droht eine Nachschusspflicht bei GbR-Fonds statt KG-Modell. Bei Pflichtverstößen oder Fehlern der Fondsmanager haftet zumeist auch nur deren Eigenkapital. Einige "Alt-Anleger" müssen auch noch die nachträgliche Streichung der bisherigen Steuervorteile wegen fehlender Gewinnerzielungsabsicht befürchten.

Die mangelnde Fungibilität ist ein weiterer gravierender Nachteil. Ein Verkauf von Anteilen an geschlossenen Fonds vor der Fondsauflösung ist häufig schwierig. Der Preis der am Zweitmarkt für geschlossene Fonds zu erzielen ist, orientiert sich an Angebot und Nachfrage und liegt häufig stark unter den Erwartungen des Anteilsverkäufers. Manchmal bedarf die Veräußerung auch der Zustimmung des Initiators. Auch wenn die Zustimmung nur aus "wichtigem Grund" versagt werden darf, handelt es sich um eine Hürde und Streitpotenzial. Beispiel: Liegt ein wichtiger Grund vor, wenn der vorgesehene Verkaufspreis sehr niedrig ist? Denn dieser Preis erlaubt schließlich Rückschlüsse auf die Bewertung der Beteiligung aller anderen Gesellschafter.

Andererseits sind mit geschlossenen Beteiligungen auch hohe Renditen erzielbar. So gehören im Bereich der privaten Vermögensverwaltung für "betuchte" Anleger geschlossene Beteiligungen bei einer langfristigen Kapitalanlage zum Standardprogramm. Auch unter dem Gesichtspunkt "Renditesteigerung und Risikostreuung" macht eine ausgewogene Mischung Sinn. Es bleibt aber ein langfristiges Investment für risikobereite Anleger, die auch einen Verlust hinnehmen können.

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