Auch Finanzangebote sind eine Ware

Die Finanzbranche ist Weltmeister im Austricksen von Kunden. Denn hier geht es direkt um das "Eingemachte", nämlich um das Geld. In keiner anderen Branche werden so viele Kunden hereingelegt, wie in der Finanzwelt.

Das seriöse Auftreten der Anbieter mag den Blick der Kunden vernebeln. Der Hauptgrund für die hausgemachte Geldvernichtung liegt jedoch im mangelnden Wissen und in der wenig ausgeprägten Bereitschaft der Kunden sich um ihre Finanzgeschäfte intensiv zu kümmern.

Wenn man sich mit etwas beschäftigt, von dem man bisher nichts oder nur sehr wenig versteht, muß man sich schlau machen. Dafür braucht man Zeit. Eine Lehre dauert bis zu 3 Jahren, ein Studium 10 Semester und mehr. Um sich in Finanzgeschäften Kenntnisse und Erfahrungen anzusammeln, braucht man natürlich nicht so lange, aber in jedem Fall viel mehr Zeit, als ein Gespräch mit einem Bankberater oder Makler. Darum: Verbessern Sie Ihre Finanzfitness, indem Sie sich mit der Materie beschäftigen.

Ein praktischer Vergleich zur Verdeutlichung: Beim Kauf von verpackten Eiern im Supermarkt wird geprüft, ob der Inhalt (die Eier) auch wirklich unbeschädigt ist. Große und kleine Finanzgeschäfte werden jedoch mit der linken Hand erledigt. Eigentlich müßten die wenigen finanzorientierten Bundesbürger froh über diese Einstellung ihrer Mitmenschen sein. Denn je mehr Bürger sich um ihre Finanzen intensiv kümmern, desto eher kommt es zur Erhöhung von "offenen" Gebühren, denen sich auch der Finanzexperte nicht mehr leicht entziehen kann.

In Finanzfragen ist Mißtrauen besonders angebracht. Von Banken und Versicherungen weiß man, daß sie ein starkes Eigeninteresse haben und bei der Beratung nicht objektiv sind. Hin und wieder muß auch die Staatsanwaltschaft bemüht werden. Deshalb: Traue zunächst nur Dir selbst.

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