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| Zertifikate: Hedge-Fonds-Zertifikate - Grundlagen | |
Hedgefonds versuchen jederzeit und unabhängig von der Marktentwicklung eine besonders hohe Rendite zu erwirtschaften. Bei manchen Hedgefonds ist auch Short-Selling sehr verbreitet. Dabei handelt es sich um Leerverkäufe. Derartige Hedgefonds leihen sich von anderen (eher konservativ ausgerichteten) Investoren gegen eine vereinbarte Gebühr die Wertpapiere, um sie dann zu verkaufen.
Hedgefonds rechnen insoweit mit fallenden Kursen der verkauften Wertpapiere, so dass sie zu einem späteren Zeitpunkt die Wertpapiere günstiger zurückkaufen können. Steigt hingegen der Kurs des Wertpapiers wider Erwarten realisieren die Hedgefonds einen entsprechenden Verlust, weil sie sich spätestens zum Rückgabetermin wieder eindecken müssen. Eindeckungskäufe tätigen Leerverkäufer, weil sie die geliehenen Wertpapiere bis zum Fälligkeitstermin zurück geben müssen.
Hedgefonds-Zertifikate werden in vielfältiger Form angeboten, wobei die Zertifikate häufig auf einen Korb verschiedener Hedgefonds bezogen sind. Dieses Prinzip ähnelt einem Dachfonds, der seinerseits Anteile an mehreren verschiedenen Fonds hält. Hedge Fondszertifikate sind praktisch Inhaberschuldverschreibungen von Banken mit Bezug mehrere Hedgefonds.
Private Anleger sollten nur einen kleinen Vermögensanteil an dieser Anlageform als Depotbeimischung und zur Risikoverteilung investieren. Die Gebühren sind beim Investment in ein Hedgefonds-Zertifikat hoch. So werden Verwaltungsgebühren und bei entsprechendem Anlageerfolg ggf. auch eine hohe Gewinnbeteiligung (performance fee) vom Emittenten abgezogen. Bedingt durch die Anlageform sind für den Anleger auch nicht alle Kosten transparent. Dies gilt insbesondere bei einem Hedgefonds-Zertifikat, das einem Korb mit mehreren Dachfonds besteht. Jeder einzelne Dachfonds kann entsprechende Gebühren erheben.
Problematisch ist beim Hedgefonds-Zertifikat auch die Wertfeststellung. Ein Hedgefonds-Zertifikat wird nicht handelstäglich mit einem Wert notiert. Wirtschaftsprüfer prüfen (zum Beispiel monatlich) den berechneten Nettoinventarwert der Fonds, so dass die dann veröffentlichten Werte nicht mehr topaktuell sind. Banken, die Hedgefonds-Zertifikate im börslichen und außerbörslichen Handel anbieten, erstellen daher für ihre Kunden eine Geld-Brief-Spanne. Diese Spanne gibt die Werteinschätzung der betreffenden Bank wider.
Weiterhin ist ein Hedgefonds-Zertifikat nicht besonders fungibel. In der Regel sind die Zertifikate mit einer bestimmten Laufzeit ausgestattet. Anleger, die vorher verkaufen wollen, müssen ihr Verkaufs-/Rückgaberecht der Bank mitteilen. Diese Mitteilungsfrist kann zum Beispiel auch einen Monat ausmachen. Da beim Verkauf der testierte Nettoinventarwert zugrunde gelegt wird, dauert es bis zur Auszahlung nochmals einige Wochen.
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