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Hedge-Fonds haben mit dieser Anlagestrategie jedoch wenig zu tun. Sie wollen keine Abicherung darstellen, sondern zielen in Ihrer Ausrichtung auf eine hohe Rendite ab. Ziel von Hedgefonds ist eine eine jederzeitige positive Rendite unabhängig von der jeweiligen Marktsituation. Dieses Ziel wird durch den Einsatz unterschiedlicher Anlagestrategien unter Verwendung verschiedenster Anlageinstrumente verfolgt. Bei einigen Anlagestrategien kommt auch Fremdkapital zum Einsatz, was zu höheren Gewinn- und Verlustmöglichkeiten führen kann.
Hedgefonds in der Dauerkrise
Hedgefonds-Manager spekulieren mit viel Femdkapital. Die Kehrseite der Medaille ist das hohe Risiko. So sind aufgrund der Banken- und Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 viele Hedgefonds geschlossen worden. Gläubigerbanken bestanden auf Zwangsverkäufe von Wertpapieren mit der Folge von hohen Verlusten bei den Hedgefonds. Viele große Finanzinvestoren wie Carlyle, Blackstone oder KKR sind sehr stark von der Kreditkrise betroffen.
Nicht zu vergessen: Die Finanzkrise begann im Juni 2007 mehr oder minder durch die Probleme von zwei Hedge-Fonds der New Yorker Investmentbank Bear Stearns , weil diese Fonds in großem Umfang in mit Immobilien besicherten Papieren engagiert waren. Der Umfang und die Gewinne von Hedgefonds aus früheren Zeiten gehören sehr wahrscheinlich dauerhaft oder zumindest für viele Jahre der Vergangenheit an. Das Investmentbanking und die Geschäftsgrundlage von Hedgefonds wird auf niedrigem Niveau weitergeführt.
Hedgefonds als Kapitalanlage mit Chancen und Risiken
Hedgefonds sind besondere spekulative Kapitalanlagen. Man kann sie auch als Finanzwetten bezeichnen, die ein sachverständiger Fondsmanager eingeht, um maximale Renditen zu erzielen. Hedgefonds streben nach hohen Renditen, also nach guten Anlageergebnissen, die sich in z.B. negativen Marktphasen auch weitgehend unabhängig von Aktien- oder Rentenindizes ergeben können. Der traditionelle Investmentfonds z.B. erfüllt sein Ziel, wenn eine gewisse Referenzgröße (etwa der Dax) in der Performance übertroffen wird.
Solange die relevanten Indizes sich in positiven Territorien aufhalten, ist selbst eine Unterentwicklung des Fonds in der Regel noch kein Grund einem Manager das Mandat zu entziehen. Das heißt, der Manager hat seine Aufgabe bereits erfüllt, wenn er den Index übertrifft. Dies ist schon zutreffend, wenn der Indexverlust -10% beträgt, der aktive Portfoliomanager aber mit -7% ins Ziel kommt.
Der Anleger sollte dabei bedenken, dass der traditionelle Fondsmanager dauerhaft bestenfalls eine indexnahe Performance realisieren kann, da ihm nur wenige Anlagetechniken zur Verfügung stehen – er kauft z.B. Aktien und hofft, dass diese steigen – oder zumindest weniger verlieren als der Vergleichsindex.
Beim Performancevergleich ist der Hedgefonds-Index vorsichtig zu interpretieren. Ein Hedgefondsindex reflektiert die Wertentwicklung der Hedgefonds, die in der Regel eine Mindest-Kapitalsumme verwalten. Jedes Jahr werden jedoch Hedgefonds geschlossen, weil sie zu wenig Kapital aufweisen, die Wertentwickung zu schlecht war oder aus anderen Gründen. Die Verluste dieser geschlossenen Hedgefonds sind jedoch ggf. nicht in der Wertentwicklung des aktuellen Hedgefondsindex enthalten.
Hedgefonds bei steigenden und fallenden Märkten
Ein Vorteil bei der Hedgefonds-Kapitalanlage gegenüber der Investmentfonds-Kapitalanlage ist es, dass es dem traditionellen Investmentfonds untersagt ist, sind neben der unbegrenzten Kassehaltung, Leerverkäufe zu tätigen. So verkaufen Hedgefonds-Verwalter vermeintlich überbewertete Aktien leer, sie gehen also "short". Mit anderen Worten: sie verkaufen Aktien, die ihnen zunächst gar nicht gehören, indem sie sich diese am Markt gegen die Zahlung eines Zinssatzes ausleihen.
Damit sich dieses Geschäft dann lohnt, muss der Kurs durch den eigenen Verkauf und die Reaktionen der anderen Marktteilnehmer sinken. Wenn das passiert, kauft der Hedge-Fonds Manager das Papier zum niedrigeren Kurs zurück und realisiert auf diese Weise einen Gewinn in einem fallenden Markt. Mit einem Hedgefonds kann man mithin bei steigenden und fallenden Märkten gewinnen oder auch verlieren.
Leerverkäufe können "sehr blutig" enden. Um einen Überblick zu erhalten, verlangte die US-Wertpapieraufsicht SEC in einer Mitteilung an die Hedgefonds von Mitte September 2008 die Offenlegung ihrer Leerverkaufspositionen. Hedgefonds und Investoren, die mehr als 100 Millionen Dollar an Wertpapieren verwalten, müssen umgehend ihre täglichen Leerverkaufspositionen öffentlich berichten.
In Großbritannien verlangt die Finanzmarktaufsichtsbehörde "Financial Services Authority" bereits seit Juni 2008 von den Hedgefonds ihre Leerverkaufspositionen offenzulegen, wenn diese im Verlauf eines Bezugsrechtsangebots mindestens 0,25 Prozent des Aktienkapitals eines Unternehmens ausmachen.
Fazit:
Während Hedgefonds früher zumeist in Steuerparadiesen wie den Cayman Islands angesiedelt waren, können sie nach dem Investmentmodernisierungsgesetz auch an deutsche Privatanleger ausgegeben werden. Hedge-Fonds eignen sich für Anleger, die ihr Anlagerisiko über eine weitere Anlageklasse streuen wollen und damit in ihrem Gesamtdepot ein stärkeres Risiko-Ertrags-Profil anstreben. Derartig risikobereite Anleger nutzen auch teilweise Hedgefonds-Zertifikate. Das Risiko ist in der Regel deutlich höher als bei anderen Fondsanlagen. Dies ist Anlegern und Spekulanten spätestens seit Sommer 2007 bewusst geworden. Ein Hedgefonds als Kapitalanlage sollte nur von Anlegern als ergänzende Maßnahme in Betracht gezogen werden. Diese Anleger verfügen in der Regel bereits über mehrere andere Alternativ-Anlagen.
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