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Echte Multi-Asset-Fonds sind in Deutschland noch recht rar. Sie werden auch erst seit dem Jahr 2005 angeboten. Die Abgeltungsteuer sorgt für eine zunehmende Verbreitung der so genannten Multi-Asset-Fonds. Da ab dem Jahr 2009 die Haltefrist von einem Jahr für die steuerfreie Veräußerung von Wertpapieren entfällt, ist beim Wertpapierverkauf der erzielte Kursgewinn mit 25% "Veräußerungsgewinnsteuer auf Wertpapierverkauf" zu bezahlen. Ein Wechsel von zum Beispiel Aktien in Rentenpapiere ist dann nicht mehr steuerfrei möglich.
Know-How ist gefragt und teuer
Innerhalb eines Investmentfonds bleibt das Umschichten zwischen verschiedenen Anlagearten dagegen steuerfrei. Investmentfonds haben außerdem Zugang zu Anlageprodukten, die manchmal für Privatanleger nicht zu haben sind. Multi-Asset-Fonds werden auch gern mit diesem Hinweis vermarktet. Hinzu kommt, dass kaum ein Privatanleger über die nötige Marktkenntnis bei den verschiedenen Anlageklassen verfügt. Gefragt ist daher das Know-How des Fondsmanagers.
Es gilt aber die alte Börsenregel: "There is no free lunch". Will sagen: Expertise kostet Geld (Fondsgebühren, Ausgabeaufschlag). Und je mehr Anlageklassen in einen gut "gemanagten" Fonds verwaltet werden, desto mehr Expertise sollte vorhanden sein. Gerade der Zeitpunkt des Wechsels zwischen verschiedenen Anlageklassen ist von erheblicher Bedeutung für die Wertentwicklung des Fonds. Das Timing für den "Einkauf" der Depotpositionen muss stimmen.
Der Fondsmanager muss den Fonds so mischen, dass sein Portfolio eine kontinuierliche und stabile Rendite bei überschaubarem Risiko erzielt. Nach dem Selbstverständnis der Fondsmanager orientieren sich Multi-Assets-Fonds nicht mehr nur an einer starren Assetklassen-Allokation. Es wird mehr Wert auf das Erreichen der Zielrendite gelegt. Dies bedeutet, dass zum Beispiel in Zeiten steigender Inflation mehr in Anlagen investiert wird, die von steigender Inflation profitieren. Das Jahr 2008 ist zum Beispiel geprägt von hohen Steigerungen der Rohstoffe und Lebensmittel.
Umsetzung in Dachfonds
Multi-Anlageklassen-Fonds werden gern als Dachfonds konzipiert. Der Fondsmanager kauft dann Anteile an anderen Investmentfonds. Damit sind auch gleich die Nachteile sichtbar. Es entstehen doppelte Kosten und der Multi-Asset-Fondsmanager hat keinen echten Einfluss auf die Zusammensetzung der Depotpositionen in dem von ihn gekauften Anteilen anderer Fonds.
Fazit: Ein Multi-Asset-Fonds, der nur Anteile an anderen Fonds verwaltet, ist grundsätzlich nicht zu empfehlen. Ein Multi-Asset-Anlagefonds sollte auch in Einzelanlagen und Derivate investieren dürfen. So kann ein - hoffentlich guter Fondsmanager - schnell und flexibel auf Marktentwicklungen reagieren. Zwar ist das Risiko durch das direkte Investment in solchen Einzelanlagen etwas höher. Ein derartiger Multi-Asset-Fonds kann dafür flexibler in fallenden und steigenden Märkten investieren und so eine breit gestreute Diversifikation mit kontinuierlicher Zielrendite anstreben.
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