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Finanzderivate: Zertifikate / Optionsscheine / Kurskontrakte / Futures     bei Finanztip.de

Charakteristika von Optionsscheinen

Im Gegensatz zu Aktien verfügen Optionsscheine über eine begrenzte Lebensdauer. Die Laufzeit wird vom Emittenten in den Optionsscheinbedingungen festgesetzt. Am Ende der Laufzeit weist der Schein entweder einen inneren Wert auf oder nicht. Das Bezugsverhältnis beim Optionsschein wird auch Ratio genannt und gibt Auskunft darüber, wie viele Optionsscheine zum Bezug eines Basiswertes benötigt werden. Bei einem Bezugsverhältnis 10:1 werden zehn Optionscheine für die Ausübung eines Basiswertes benötigt werden. Andere Emittenten drücken das selbe Bezugsverhältnis in der Form 0,1 aus. Leider ist die Bekanntgabe dieser relevanten Information von Seite der Emittenten nicht vereinheitlicht. Bei näherer Betrachtung des Optionsscheinpreises ist es für den Anleger aber relativ leicht nachvollziehbar, ob zum Bezug eines Basiswertes einhundert Optionsscheine benötigt werden oder ob er mit einem Optionsschein einhundert Basiswerte ausüben könnte.

Nach dem Ende muss noch nicht Schluss sein
Sofern Optionsscheine am Ende der Laufzeit im Geld liegen, zahlen die meisten Emittenten den inneren Wert in bar aus. Diese Vorgangsweise nennt sich Barausgleich oder Cash Settlement und ist für den Inhaber die einfachste Methode zu seinem Gewinn zu kommen, da ja nicht jeder, der sich Optionsscheine kauft, den Basiswert wirklich erwerben (Calls) oder verkaufen (Puts) will. Es existiert aber auch noch die Variante der physischen Lieferung, die bei Ausübung der Optionsscheine eine tatsächliche Lieferung (Call) oder Abnahme (Put) der Basiswerte zur Folge hat. Hier erhält der Inhaber im Falle eines Calls tatsächlich die Aktien gegen die Bezahlung des Strikepreises geliefert, und kann sie dann sofort zum höheren aktuellen Kurs verkaufen. Der Nachteil besteht darin, dass der Preis für die Aktien kurzfristig finanziert werden muss.

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Im Falle der Ausübung eines Putoptionsscheine liefert der Inhaber bei der physischen Lieferung die Aktien zum Bezugspreis, die er sich schon vorsorglich vorher billiger auf dem Markt gekauft haben sollte. In beiden Fällen muss auf jeden Fall Kapital zum Kauf der Aktien bereitgestellt werden, was sich der Anleger im Falle des Cash-Settlements erspart. Die Ausübungsarten, die für den Anleger also einen wesentlichen Aspekt darstellen, sind selbstverständlich in den Emissionsbedingungen erläutert. Üblicherweise werden Optionscheine jedoch vor Beendigung der Laufzeit verkauft.

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Ausübung - amerikanische oder europäische Optionsscheine
Hinsichtlich der Ausübung von Optionsscheinen trifft der Investor auf Optionsscheine amerikanischen oder europäischen Stils. Bei europäischen Optionsscheinen ist die Ausübung nur am Ende der Laufzeit möglich, bei amerikanischen hingegen jederzeit während der gesamten Laufzeit. Dieses Recht der vorzeitigen Ausübung wird jedoch nur sehr selten in Anspruch genommen, da in den meisten Fällen ein Verkauf der Optionsscheine wesentlich günstiger ist, als dessen vorzeitige Ausübung. Die meisten angebotenen Optionsscheine gehören dem amerikanischen Typ an. Ungeachtet der Ausübungsmodalitäten können sowohl europäische als auch amerikanische Optionsscheine jederzeit innerhalb der Laufzeit gehandelt werden.

Verwandt: Einführung in die Welt der Optionsscheine

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