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Prozessfinanzierer und Prozesskostenfonds

Die Kosten eines Gerichtsprozesses halten viele Kläger ab, einen kostenträchtigen Prozess bis zum Ende zu führen. Ein - wenn auch schlechter Vergleich - ist so manches Mal die beste Alternative. Eine weitere Alternative ist der Kontakt zu einem Prozessfinanzierer. Die gewerbsmäßige Prozessfinanzierung ermöglicht es potenziellen Klägern, denen das Geld für die Klage fehlt oder denen das Prozessrisiko zu hoch ist, ihre Klage vom Prozessfinanzierer fremdfinanzieren zu lassen. Erscheint dem Prozessfinanzierer nach Prüfung der Fall aussichtsreich, dann übernimmt er gegen eine Beteiligung am Prozesserfolg die Finanzierung des Prozesses. Dafür erhebt der Prozessfinanzierer - gestaffelt nach der Streitsumme - eine Gebühr zwischen 20% und 50% vom Streitwert.

Neben den Gewinnaussichten beim Prozess prüfen Prozessfinanzierer vor der Übernahme eines Rechtsstreits auch die Höhe des möglichen Gewinnes. Beträgt dieser zum Beispiel weniger als 50.000 Euro, wird die Auswahl eines Prozessfinanzierers schon schwierig.

Prozesskostenfonds
Über einen Prozesskostenfonds sammeln Prozessfinanzierer das nötige Kapital, um die zu übernehmenden Gerichtsprozesse auch finanzieren zu können. Das im Prozesskostenfonds eingesammelte Beteiligungskapital wird zumeist in einer Tochtergesellschaft des Initiators verwaltet. Durch die Finanzierung des Gerichtsverfahrens bieten Prozesskostenfonds dem Kläger die Möglichkeit einer Klageführung ohne Prozesskostenrisiko. Der Markt für Prozesskostenfinanzierung ist in Deutschland noch wenig entwickelt. So ist es für die Prozesskostenfonds nicht einfach lukrative Fälle zu finden.

Als Folge bleiben die echten Erlöse nicht selten weit hinter den prognostizierten Erlöse der Fonds zurück. Dieses Risiko haben viele Anleger falsch eingesetzt. Es ist sogar schwierig, ausreichend lukrative Verfahren zu finden und abzuschließen. Grundsätzlich überzeugt aber der Ansatz: Es werden nur die Prozesse übernommen, bei denen nach eingehender Prüfung auch ausreichend hohe Gewinnchancen bestehen.

Wer sich als Anleger an einem Prozesskostenfonds beteiligt, sollte sich insbesondere dieser offenen Flanke bewusst sein und sich neben den Gewinnaussichten auch über die besonderen Risiken des Geschäftsmodells im Klaren sein. Einen ersten Einblick liefert eine Zusammenstellung von Meldungen und Pressetexten zum Thema "Prozesskostenfonds". Bei Pressetexten ist aber natürlich auch zu bedenken, dass dies eine PR-Maßnahme ist und zum Beispiel von Anwälten gern zur Mandantengewinnung eingesetzt wird. Die Fakten sprechen aber trotzdem eine sehr deutliche Sprache.

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