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| Geschlossene Fonds - Schiffsfonds / Schiffsbeteiligungen | |
Ein Schiff wird als Unternehmen geführt und dies geschieht in der rechtlichen Gesellschaftsform der GmbH & Co. KG. Investoren können sich bereits ab ca. 15.000 Euro an so einer Gesellschaft beteiligen. Sie werden dann zu so genannten Kommanditisten oder Mitgesellschaftern. Wie üblich bei geschlossenen Fonds können Investoren nur während eines bestimmten Zeitraums (Platzierungszeitraum) der Schiffsgesellschaft beitreten. Zur Koordination zwischen der Schiffsgesellschaft und den Anlegern ist ein Treuhänder mit der Überwachung, Kontrolle und Korrespondenz eingeschaltet.
Bei dem Schiff kann es sich um ein gebrauchtes Schiff oder um ein komplett neu gebautes Schiffs handeln. Die gängigen Schiffsarten sind Containerschiffe, Tanker und Massengutfrachter (Bulker) aller Größenklassen. Aber auch Spezialschiffe wie Multipurpose-Schiffe und Kreuzfahrtschiffe werden im Schiffsfondsmarkt angeboten.
Reederei und Charterer
Früher gehörten die Schiffe auch dem Reeder. Heute chartern die Reeder die meisten Schiffe. Nach erfolgter Finanzierung und dem Bau eines Schiffes wird dieses von einem Reeder betrieben, das heißt, der Reeder kümmert sich um die technische und kaufmännische Abwicklung. Zudem besorgt die Reederei das Chartermanagement, sie "vermietet" das Schiff an einen Charterer, der dieses dann auf seinen Routen einsetzt. Dadurch werden (hoffentlich) Gewinne erwirtschaftet, aus denen die Betriebskosten, Zinsen und die Tilgungen des Hypothekendarlehens gedeckt werden. Die Charterraten werden üblicherweise in US-Dollar vereinbart.
Neben dem wirtschaftlichen Risiko (Charterrisiko) gesellt sich mithin auch ein Währungsrisiko (Charterverträge lauten auf US-Dollar). Verbleibende Überschüsse werden jährlich an die Kommanditisten ausgeschüttet. Für den Anleger ergibt sich die Rendite aus einer Kombination der Ausschüttungen und dem Erlös aus dem Verkauf des Schiffes am Ende der Betriebszeit.
Einkommensteuer bei einer Schiffsbeteiligung:
Die Ausschüttungen sind von den erzielten Chartereinnahmen abhängig. Über den Schiffsfonds erzielt der Kapitalanleger Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Die Gewinneinkünfte werden ihm als Gesellschafter direkt zugerechnet. Das steuerliche Ergebnis aus der Schiffsbeteligung ist daher unabhängig von eventuellen Ausschüttungen.
Die Schiffsfondsgesellschaft kann - bei Erfüllung der Voraussetzungen - für die pauschale Gewinnermittlung nach § 5a EStG optieren. Der Artikel Tonnagesteuer und Schiffsbeteiligungen beschreibt die Voraussetzungen sowie die Vorteile und Nachteile dieser Gewinnermittlungsart (Tonnagesteuer).
Wirtschaftliche Risiken und Marktsituation bei Schiffsbeteiligungen:
Der Anlagezeitraum für einen Schiffsfonds liegt bei etwa 10 bis 15 Jahren. Die langfristige Ertragskraft eines Schiffsfonds ist stark von der Angebots- und Nachfragesituation auf dem Schiffsmarkt für Tanker- und Containerschiffe ab. Im Jahre 2001 brachen die Charterraten für große Containerschiffe um rund 50% ein. Danach erlebte der Markt für Schiffsfonds bis einschließlich dem Jahr 2007 einen regelrechten Boom. Im Zuge der Rezession 2008-2009 ging der Schiffahrtsmarkt (Containerschiffahrt, Massengutfrachter und Tanker) wiederum drastisch zurück.
Insbesondere Schiffsfonds mit nur einem Schiff haben in der tiefen Schiffsrezession Probleme, weil ihnen der Ausgleich von anderen Schiffstypen fehlt. Es kommt auf die Gesellschafterstruktur an, ob eine vertraglich geregelte Nachschusspflicht greift. Viele Anleger werden bei einer Gesellschafterversammlung nur schwer davon zu überzeugen sein, dass die Zuführung von frischem Kapital ihrer Anlage mehr dienlich ist als die Insolvenz. Bei drohender Insolvenz ist aber zwischen einem Nachschuss und der Insolvenz abzuwägen.
Worst case: Schiffsfonds geht pleite
Was kann dem Kapitalanleger im schlimmsten Fall drohen? Geht eine Schiffsfondsgesellschaft pleite, droht unter Umständen sogar ein Totalverlust. Bei der Insolvenz werden von den Anlegern ggf. sogar Ausschüttungen zurückgefordert. Grund: Abhängig von den Regelungen kann der Fonds zum Beispiel bei einer Insolvenz die vorgenommen Ausschüttungen zurück verlangen.
Auch Fondssparer sind nicht plötzlich von ihren Verpflichtungen befreit. Sie müssen auch bei einer Insolvenz solange weiter zahlen, bis die von ihnen gezeichnete Einlage in voller Höhe erbracht ist. Der Super-Gau tritt bei Insolvenz ein, wenn die Anleger noch nicht ihre Hafteinlage erbracht haben, die im Handelsregister eingetragen ist. Bis zur Höhe dieser Summe haften die Anleger gegenüber den Gläubigern auch persönlich. Ein Insolvenzverwalter wird die ausstehenden Beträge sofort einfordern.
Die Tonnagebesteuerung ist "vorbei", wenn ein Schiff nicht mehr in internationalen Gewässern fährt oder dafür betriebsbereit gehalten wird. Gerade die "alten" Kombimodelle mit dem früher erlaubten Wechsel von der normalen Gewinnermittlung zur Tonnagesteuer, müssen dann den so genannten Unterschiedsbetrag ermitteln und deutlich höhere Steuern zahlen, wenn das Schiff in der Zukunft wieder Gewinne einfährt.
Auswahl des Schiffstyp als unternehmerische Entscheidung:
Ein Schiffstyp kann sehr profitabel sein und ein anderer Schiffstyp kann Verluste einfahren. Beispiel Tanker: Ist es ein Rohöltanker, Gastanker oder Tanker, der auch Chemikalien und Planzenöle transportieren kann? Kann ein Containerschiff nur Standardcontainer oder zum Beispiel auch Kühlcontainer laden? Ein Schiff mit Kränen an Bord kann viele Häfen anlaufen aber deutlich weniger laden. Für Investoren ist es daher schwer, die Lage bei Schiffsbeteiligungen richtig einzuschätzen.
Die langfristige Ertragskraft eines Schiffsfonds ist insbesondere abhängig von der preiselastischen Nachfrage nach Tanker- und Containerkapazitäten. Wegen der starken Nachfrage aus insbesondere Asien (China) waren die Charterraten bis in das Jahr 2005 stark gestiegen, um dann - insbesondere in den Jahren 2008 und 2009 - extrem stark einzubrechen. So sorgte sich der Hamburger Senat im Dezember 2009 sogar um das Überleben von Banken und Emissionshäusern der Schiffsbranche. Der Wirtschaftssenator aus Hamburg hatte mit Branchenvertretern daher eine Art von Notfallplan für die Schiffsindustrie ausgearbeitet.
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