Vergleiche prägnant
Ratgeber Extra ...
Banksparen
Bundeswertpapiere
Anleihen
Sachwerte Anlagen
Geldanlage: Banksparen / Bundeswertpapiere / Anleihen       Finanztip.de
Anleihen: Stufenzinsanleihen - Grundlagen

Stufenzinsanleihen mit Zinstreppe

"Normale" Anleihen sind über die gesamte Laufzeit mit einem konstanten Zinssatz ausgestattet und die Rückzahlung erfolgt in einer Summe. Diese Anleihen werden auch als "Straight Bonds" (siehe hierzu auch Einleitung zu Anleihen) bezeichnet.

Ganz anders ist die Verzinsung bei Stufenzinsanleihen geregelt. Ganz grob erklärt: Es sind Schuldverschreibungen, die sich in ihrer Struktur sehr stark an Bundesschatzbriefe anlehnen. Der Anleger erhält zum Ende der Laufzeit von zumeist drei bis sechs Jahren sein eingesetztes Kapital auf einen Schlag zurück. Die Verzinsung steigt mit den Jahren und ist etwas höher als bei den grob vergleichbaren Bundesschatzbriefen. Der wesentliche Unterschied liegt im Emittenten-Risiko. Die Stufenzinsanleihen sind - wie alle Zertifikate - Inhaberschuldverschreibungen und wenn der Emittent insolvent wird, hat der Anleger ein großes Problem, denn sein gewährter Kredit ist nun sehr stark gefährdet. Das höhere Risiko spiegelt sich in der höheren Verzinsung wider.

Es gibt im Gegensatz zu normalen Anleihen kein Kursrisiko. Bei den Bedingungen ist aber ein Punkt ganz besonders zu beachten: Behält sich der Emittent ein einseitiges Kündigungsrecht vor? Mehr ist in der Regel nicht zu beachten. Der Anleger sollte dann nur darauf erpicht sein, die Stufenzinsanleihe wegen der steigenden Zinsen bis zum Laufzeitende zu behalten.

Beispiel einer Stufenzinsanleihe
Im Oktober 2009 können Anleger bis zum 26. Oktober 2009 eine Stufenzinsanleihe der Commerzbank AG zeichen. Der Zinssatz beginnt im ersten Jahr mit 3 Prozent und steigt im Rahmen einer Zinstreppe bis zum 5. Jahr auf 4 Prozent. Da die Stufenzinsanleihe an der Börse gehandelt wird, kann sie börsentäglich zum aktuellen Kurs veräußert werden.

Mit der Zinstreppe (steigende Verzinsung) will der Herausgeber (Emittent hier Commerzbank) einen Anreiz schaffen, dass die Anleger das Wertpapier (Schuldverschreibung) möglichst bis zum Ende der Laufzeit behalten. Dies ist nur möglich mit mindestens marktgerechter Verzinsung. Durch die festgelegte Zinstreppe besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Stufenanleihe auch im Kapitalmarkt konkurrenzfähig bleibt.

Der Anleger kann bei der Stufenanleihe nicht genau die Rendite auf einen Blick erkennen. Eine grobe Einschätzung der Rendite unter Berücksichtigung ggf. anfallender Kosten ist allerdings auch nicht schwer. Bei der Ausgabe der Commerzbank Stufenzinsanleihe beträgt die Rendite anhand der Zinsstaffel knapp 3,5 Prozent.

Einseitiges Kündigungsrecht in den Emissionsbedingungen
Die Zeitschrift Finanztest hat auf Seite 17 in ihrem Heft Oktober 2009 einige Banken aufgelistet, die von ihrem eingeräumten Kündigungsrecht rege Gerauch machen. Hierzu gehören insbesondere Landesbanken. Aber auch andere Banken, wie zum Beispiel die Deutsche Bank, haben Stufenzinsanleihen mit Sonderkündigungsrecht ausgegeben. Beispiel: Bei einer Sonderkündigung erhält der Anleger sein Kapital komplett zurück. Die bisher Zinsen bleiben ihm natürlich erhalten.

Die Überraschung ist deshalb groß, wenn der Anleger plötzlich eine Nachricht von der Bank erhält, dass die nun höher verzinste Zinstreppen-Anleihe plötzlich gekündigt wird. Daher gilt es zu prüfen: Behält sich der Emittent in den Emissionsbedingungen ein einseitiges Kündigungsrecht vor? Wenn ja, zu welchem Zeitpunkt kann er die Anleihe vorzeitig zurückzahlen? Von diesem Kündigungsrecht wird der Emittent sicherlich Gebrauch machen, wenn er zum Kündigungstermin eine für ihn günstigere Form der Finanzierung gefunden hat oder das allgemeine Zinsniveau gesunken ist.

Im Monat September 2009 hat zum Beispiel die DZ Bank eine mehrfach kündbare Stufenzinsanleihe (WKN: DZ1HYQ und ISIN: DE000DZ1HYQ4) mit einer Laufzeit von 10 Jahren herausgegeben. Die Verzinsung sieht eine Zinsstaffel von 3,60% bis 4,5% vor und das Papier darf einseitig erstmals nach einem Jahr nach der Ausgabe von der DZ Bank gekündigt werden.

Fazit: Zu Recht sagt die Zeitschrift Finanztest im Oktober 2009: Hätten die Anleger der Stufenzinsanleihe gewusst, dass dieses Papier vorzeitig gekündigt wird, wären sie besser beraten gewesen, eine Festgeldanlage für diesen Zeitraum einzugehen. Sie hätten dazu noch die Sicherheit des Einlagensicherungsfonds gehabt. Wer jedoch das Kündigungsrecht in seiner Anlage-Entscheidung berücksichtigt und die Stufenzinsanleihe einer großen und als sicher geltenden Bank zeichnet, erzielt eine höhere Rendite als mit Bundesschatzbriefen.

Verwandt: Startseite Anleihen - Grundlagen

Finanztip.de   Keine Gewähr für Richtigkeit


ThemenSuche + Recherche  
 

Artikel per Zufallswahl:Geldtransfer Internet Geldwäsche Strafbarkeit   •Bankgebühren Rückscheck Rücklastschrift   •Informationsquellen für Aktienengagements   •Darf eine Online-Bank den Zugang jederzeit sperren?   •Optionsanleihen - Grundlagen   •Checkliste und Ratgeber zum CFD-Trading   •Verbraucherkreditgesetz   •So sichern Sie sich gegen Vertretertricks   •Bereicherungsansprüche   •fiktive Quellensteuer bei Auslandsanleihen