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| Anleihen: Unternehmensanleihen - Grundlagen | |
Unternehmensanleihen sind in der Regel nicht durch zusätzliche Sicherheiten wie zum Beispiel bei den Pfandbriefen unterlegt. Daher ist die Bonität des ausgegebenen Unternehmens von besonderer Bedeutung. Das Rating, das einem Emittenten bzw. dessen Anleihen zugemessen wird, wirkt sich auf die Konditionengestaltung der noch zu begebenden Anleihen aus. Folge: geringere oder höhere Renditen für den Anleger und entsprechend höhere oder geringere Kosten für das Unternehmen.
Risiko mit Unternehmensanleihen
Hoch verschuldete Unternehmen, wie zum Beispiel "General Motors" oder auch in etwas abgeschwächter Form "Ford Motor Company" sind schon im Jahr 2005 von den Ratingagenturen arg runtergestuft worden. Folglich können spekulativ eingestellte Anleger mit Bonds von General Motors eine hohe Rendite einfahren - bei entsprechendem Bonitätsrisiko. Im Zuge der Finanzkrise und nach der Pleite von Lehman Brothers ist das Insolvenzrisiko wieder stärker in das Bewusstsein der Anleger gerückt worden. Die Bonität der Unternehmen wird von Ratingagenturen wie Moody's, Standard & Poor's oder Fitch bewertet. Das Anleihenrating ist für den Anleger vor Erwerb und auch nach Erwerb der Anleihe zwar die wichtigste Kennziffer. Spätestens seit Ende 2008 trauen jedoch immer weniger Anleger dem Rating der Agenturen bei Corporate Bonds.
Ein Bond mit erstklassigem Rating weist eine niedrigere Rendite auf als ein Bond mit einem schlechten Rating. Manche Bonds sind mit einem Step-up- oder Step-down-Coupon ausgestattet. Abhängig von den Emissionsbedingungen wird bei diesen Unternehmensanleihen der Nominalzins bei Veränderung des Ratings erhöht oder gesenkt.
Unternehmensanleihen werden in Deutschland immer mehr von mittelständischen Unternehmen herausgegeben. Dies ist nicht zuletzt eine Folge der zusätzlichen Anforderungen, die Basel II an die Banken stellt. Außerdem können Banken so das Ausfallrisiko auf den Anleger abwälzen. Würde sich das Unternehmen das nötige Kapital bei der Bank statt beim Anleger holen, hätte die Bank das Ausfallrisiko zu tragen.
Hohe Renditechance = Hohes Risiko
Eine spezielle Form der Unternehmensbonds sind Hybrid-Anleihen, die im linkführenden Artikel näher dargestellt werden. Es sind nachrangig besicherte Anleihen, die von der Konstruktion her - ähnlich wie Genussscheine - eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital darstellen. Daher werden Anleger von Hybrid-Bonds erst nach allen anderen Gläubigern bei Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens befriedigt.
Banken "helfen" am Kapitalmarkt statt selber Kredit zu geben
Schon seit einigen Jahren neigen Banken dazu, Unternehmen bei der Beschaffung von Fremdkapital am Kapitalmarkt zu helfen, statt den Unternehmen selber Kredit zu geben. Der Grund ist überzeugend. Sie laufen selber kein Risiko bei Kreditvergabe, müssen wegen der fehlenden Kreditvergabe weniger Eigenkapital vorhalten und verdienen an den Provisionen im Investmentgeschäft. Das Kreditrisiko wird auf den privaten oder geschäftlichen Anleger abgewälzt. Daher sollten Anleger bedenken: Vorsicht bei der Emission von Anleihen von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die ohne Börsennotierung und zumeist auch ohne echtes Rating im Direktvertrieb oder auch über Banken angeboten werden. Das Anlagerisiko kann kaum beurteilt werden und der höhere Zins rechtfertigt nur selten das Eingehen dieses erhöhten Risikos.
Die Bonität ist zwar durch Ratings erkennbar. Eine Verschlechterung des Ratings während der Laufzeit der Unternehmensanleihe wird in der Regel zu fallenden Kursen führen (siehe amerikanische Automobilkonzerne im Zeitraum 2005 bis 2009). Andererseits sind bei Rating-Verbesserungen ggf. auch Kursgewinne zu verzeichnen. Auf Ratings mögen sich Anleger aber seit Lehman nicht mehr auschließlich verlassen.
Fazit: Unternehmensanleihen sollten wegen der Unsicherheit nur einen Teil der erworbenen Rentenpapiere ausmachen. Als Folge der Finanzkrise sind zur Stabilisierung der Finanzströme auch schon Unternehmensanleihen mit Staatsgarantie emittiert worden. Beispiel: Anleihe der Commerzbank mit Staatsgarantie im Januar 2009. Für die mittel- und langfristige Kapitalanlage gehören (möglichst sichere) Anleihen nach wie vor zu den besonders geeigneten Anlageprodukten.
| Verwandt: Allgemeine Informationen zu Anleihen (Bonds) |
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