Kassahandel und Terminhandel

Beim Kassahandel werden die gekauften- oder verkauften Wertpapiere sofort geliefert. Auch der Kaufpreis ist sofort zu entrichten. Beim Terminhandel erfolgen die Zahlung des Kaufpreises und die Lieferung der Wertpapiere zu einem späteren Termin. Dieser Termin steht aber ebenso wie Menge und Kurs der Wertpapiere bereits zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses fest.

Der Kassahandel ist das an den deutschen Wertpapierbörsen übliche Aktiengeschäft. In den letzten Jahren wurden die Mindestgrößen für Aufträge, die im variablen Handel abgewickelt werden, immer niedriger. Heute kann der Anleger praktisch alle deutschen Aktien in jeder beliebigen Stückzahl variabel, d.h. während der gesamten Börsenöffnungszeit handeln.

Der variable Kurs wird während der Börsensitzung fortlaufend ermittelt. Der Kunde erhält die Aktien in der Regel zum ersten zustande kommenden variablen Kurs, sofern zu diesem Kurs alle vorliegenden Aufträge ausgeführt werden können. Der variable Handel hat den großen Vorteil, dass ein Anleger auch im Verlauf der Börsensitzung noch Aufträge erteilen und ausführen lassen kann.

Seit der Einführung des Xetra-Handelssystems der Deutsche Börse AG hat sich in Deutschland der elektronische Handel von Aktien weitgehend durchgesetzt. Die Preisfindung in Xetra erfolgt nicht mehr durch einen Makler, sondern durch eine entsprechende Funktion des Systems. Im Gegensatz zum Parketthandel gibt es in Xetra so genannte Designated Sponsors, die verpflichtet sind, zu einem von ihnen anzugebenden Preis Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. So wird gewährleistet, dass immer ein Handel mit den Aktien möglich ist.

Der Terminhandel, d.h. der börsenmäßig organisierte Wertpapier- und Finanzterminhandel findet in Deutschland an der Eurex statt. An der Eurex werden Futures und Optionen gehandelt. Bei Futures gehen Verkäufer und Käufer eine feste Liefer- bzw. Abnahmeverpflichtung zu einem vorher bestimmten späteren Termin ein, während bei Optionen der Käufer (Optionsinhaber) zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden kann, ob er die Option tatsächlich ausüben will oder nicht.

Die als Futures bezeichneten Termingeschäfte sind für beide Seiten mit höheren Risiken behaftet. Verkäufer und Käufer gehen eine feste Liefer- bzw. Abnahmeverpflichtung zu einem vorbestimmten Termin ein. Liegt der Börsenkurs der auf Termin gekauften Aktie am Fälligkeitstag unter dem Ausübungspreis, so erleidet der Käufer einen Verlust, denn er muss die Aktien teurer einkaufen, als er das am Markt könnte. Der Verkäufer verbucht einen entsprechenden Gewinn für sich. Liegt der Börsenkurs am Fälligkeitstag hingegen über dem Ausübungspreis, macht der Käufer einen Gewinn, während der Verkäufer einen entsprechenden Verlust zu tragen hat.

  Kredite Vergleichen


Für Privatanleger bietet die Terminbörse eine Möglichkeit, das eigene Depot durch den Kauf einer Verkaufsoption gegen Kursrückschläge abzusichern. Der zu zahlende Optionspreis kann mit einer Versicherungsprämie verglichen werden, da der Anleger das Recht erwirbt, seine Aktien zu einem vorher festgelegten Kurs zu verkaufen. Wenn die Börsenkurse unter diesen Basispreis sinken, wird er die Option ausüben und so seinen Verlust begrenzen.

Verwandt: Startseite Ratgeber Wertpapierdepot
Deutsches Aktieninstitut Rubrik "Pressedienst"  bei  Finanztip.de  Keine Haftung
Finanztipps