Das ab 2008 geltende neue Unterhaltsrecht hat auch zu einer Änderung der Düsseldorfer Tabelle geführt. Rufen Sie daher die jeweils aktuelle Version der Düsseldorfer Tabelle zum Mindestunterhalt für Trennungskinder auf.
Die Tabelle geht aus von den in Art. 1 § 2 der Fünften Verordnung zur Änderung der Regelbetrag-Verordnung vom 5. Juni 2007 festgesetzten Regelbeträgen ab 1. Juli 2007 für das in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannte Gebiet (BGBl I 2007, 1044) und nennt in Ergänzung der Düsseldorfer Tabelle (Stand: 1. Juli 2007) die – nicht mit den Zahlbeträgen identischen – monatlichen Unterhaltsrichtsätze der im Beitrittsteil des Landes Berlin wohnenden minderjährigen unverheirateten Kinder, deren Unterhaltsschuldner gegenüber insgesamt drei Personen (einem Ehegatten und zwei Kindern) unterhaltspflichtig ist und ebenfalls im Beitrittsteil wohnt.
Die Prozentsätze Ost der Regelbeträge ab Gruppe b) sind gemäß § 1612a Abs. 2 S. 1 BGB zu errechnen (z. B. 194 EUR : 186 EUR = 104,3 %).
Die 135 %-Grenze Ost für die Kindergeldanrechnung nach § 1612b Abs. 5 BGB beträgt in den drei Altersstufen 252 EUR bzw. 306 EUR bzw. 361 EUR.
Die 150 %-Grenze Ost für das Vereinfachte Verfahren (§ 645 Abs. 1 ZPO) beläuft sich in den drei Altersstufen auf 279 EUR bzw. 339 EUR bzw. 401 EUR.
Der Unterhaltsrichtsatz einer höheren Altersstufe ist ab dem Beginn des Monats maßgebend, in den der 6. bzw. 12. bzw. 18. Geburtstag fällt. Das Kammergericht wendet nunmehr für alle im Elternhaushalt lebenden volljährigen Kinder, auch für die Schüler im Sinne von § 1603 Abs. 2 S. 2 BGB, die 4. Altersstufe an. Die Bedarfsbeträge der Gruppen a) und b) sowie 1 bis 3 der 4. Altersstufe sind veranlasst durch das Urteil des BGH vom 17. Januar 2007 – XII ZR 166/04 – (FamRZ 2007, 542, 545) zur Sicherung des Existenzminimums für volljährige Kinder.
| Altersstufen in Jahren (§ 1612a Abs. 3 BGB) |
1. Altersstufe: 0–5 (Geburt - 6. Geburtstag) |
2. Altersstufe: 6–11 (6. bis 12. Geburtstag) |
3. Altersstufe: 12–17 (12. bis 18. Geburtstag) |
4. Altersstufe: ab 18 (wenn im Elternhaushalt lebend) |
Prozentsatz Ost der Regelbeträge |
Prozentsatz West der Regelbeträge | |
| Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen |
Alle Beträge in Euro | ||||||
| Gruppe | |||||||
| a) | bis 1300 | 186 | 226 | 267 | 361 | 100 | |
| b) | 1000 - 1150 | 194 | 236 | 278 | 361 | ||
| ab 1150 | wie Düsseldorfer Tabelle (aber ohne Bedarfskontrollbetrag) | ||||||
| Gruppe | |||||||
| 1 | bis 1300 | 202 | 245 | 288 | 389 | 100 | |
| 2 | 1300 - 1500 | 217 | 263 | 309 | 389 | 107 | |
| 3 | 1500 - 1700 | 231 | 280 | 329 | 389 | 114 | |
| 4 | 1700 - 1900 | 245 | 297 | 349 | 401 | 121 | |
| 5 | 1900 - 2100 | 259 | 314 | 369 | 424 | 128 | |
| 6 | 2100 - 2300 | 273 | 331 | 389 | 447 | 135 | |
| 7 | 2300 - 2500 | 287 | 348 | 409 | 471 | 142 | |
| 8 | 2500 - 2800 | 303 | 368 | 432 | 497 | 150 | |
| 9 | 2800 - 3200 | 324 | 392 | 461 | 530 | 160 | |
| 10 | 3200 - 3600 | 344 | 414 | 490 | 563 | 170 | |
| 11 | 3600 - 4000 | 364 | 441 | 519 | 596 | 180 | |
| 12 | 4000 - 4400 | 384 | 466 | 548 | 629 | 190 | |
| 13 | 4400 - 4800 | 404 | 490 | 576 | 662 | 200 | |
| über 4800 | nach den Umständen des Falles | ||||||
Anmerkungen zur Berliner Tabelle:
Berlin |
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| I. | Der notwendige monatliche Selbstbehalt des Unterhalt | |
| beträgt gegenüber minderj. Kindern u. gleichgestellten Vollj. | ||
| 1. wenn der Unterhaltspflichtige erwerbstätig ist: | 900
EUR |
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| 2. wenn der Unterhaltspflichtige nicht erwerbstätig ist: | 770
EUR |
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| II. | Der angemessene monatliche Selbstbehalt des Unterhaltspfl. | |
| beträgt gegenüber volljährigen Kindern | 1.100
EUR |
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| III. | Der angemessene monatl. Selbstbehalt des Unterhaltspfl. | |
| beträgt gegenüber dem getrennten oder geschiedenen Ehegatten | ||
| 1. wenn der Unterhaltspflichtige erwerbstätig ist: | 1.000
EUR |
|
| 2. wenn der Unterhaltspflichtige nicht erwerbstätig ist: | 1.000
EUR |
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| IV. | Der angemessene Bedarf (samt Warmmiete von 270 Euro | |
| üblicher ausbildungsbedingter Aufwendungen, aber ohne Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und ohne Studiengebühren) | ||
| eines volljährigen Kindes, welches nicht im | ||
| Elternhaushalt wohnt, beträgt monatlich | 640
EUR |
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| V. | Der angemessene monatliche Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen | |
| gegenüber seinen Eltern und gegenüber volljährigen Enkeln beträgt mindestens | 1.400
EUR |
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| zuzüglich der Hälfte des darüber hinausgehenden Einkommens | ||
| VI. | Der angemessene Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen gegenüber der Mutter oder dem Vater im Sinne von § 1615 I BGB | |
| beträgt mindestens | ||
| 1. wenn der Unterhaltspflichtige erwerbstätig ist: | 1.000
EUR |
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| 2. wenn der Unterhaltspflichtige nicht erwerbstätig ist: | 1.000
EUR |
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| Der Bedarf der Mutter oder des Vaters eines nichtehelichen | ||
| Kindes besteht in der Regel mindestens monatlich 770 Euro | ||
| VII. | Der Einsatzbetrag im Mangelfall beträgt bei dem mit dem Unterhaltspflichtigen zusammenlebenden Ehegatten gegenüber den in Anm. I. genannten Kindern | |
| 1. bei Erwerbstätigkeit des Ehegatten | 650
EUR |
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| 2. bei Nichterwerbstätigkeit des Ehegatten | 560
EUR |
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Die Berliner Tabelle ist nur anzuwenden, wenn sowohl der Unterhaltsgläubiger als auch der Unterhaltsschuldner in Berlin wohnen. Die in den Anmerkungen genannten Selbstbehalte und Bedarfssätze sind in ganz Berlin gleich hoch, da durch § 20 Abs. 2 SGB II für die alten Bundesländer einschließlich Berlin (Ost) inzwischen die gleichen Regelleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts festgesetzt worden sind. Wohnt der Unterhaltspflichtige außerhalb Berlins, ist auf den an seinem Wohnsitz geltenden abweichenden Selbstbehalt abzustellen. Für die im früheren Ostteil Berlins wohnenden Kinder gelten bis auf weiteres die Regelbeträge Ost wie im sonstigen Beitrittsgebiet. Die grundsätzliche hälftige Anrechnung von Kindergeld auf den Tabellenunterhalt erfolgt nur noch insoweit, als das hälftige Kindergeld zusammen mit dem geschuldeten Tabellenbedarfsbetrag der Düsseldorfer Tabelle (DT) bzw. der Berliner Tabelle (BT) den jeweils geltenden 135%igen Regelbetrag übersteigt (§ 1612b Abs. 1 und 5 BGB). Der Kindergeldabzug berechnet sich nach folgender Formel: Hälftiges Kindergeld (dieses beträgt ab 1. Januar 2002 77 EUR für das 1. bis 3. Kind sowie 89,50 EUR für das 4. und jedes weitere Kind, BGBl I 2001, 2074, 2077 f.) + Unterhaltsbedarfsbetrag - 135%iger Regelbetrag West bzw. Ost (nach Wohnsitz des Kindes und seiner Altersstufe) = anzurechnendes Kindergeld (bei einem Negativsaldo entfällt die Anrechnung). |
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