Der Kontinuitätsgrundsatz
Das Gericht prüft, welcher Elternteil in der Vergangenheit die größeren
Erziehungsanteile gehabt hat und wer deshalb die Erziehung kontinuierlicher
fortführen kann. Der Grundsatz basiert auf der Erfahrung, dass die Fortdauer
einer einheitlichen Erziehung und damit familiärer und sozialer Bindungen wichtig ist
für eine stabile und gesunde psychosoziale Entwicklung des Kindes. Das Gericht
überträgt dann regelmäßig das Sorgerecht auf den Elternteil, der die Einheitlichkeit,
Gleichmäßigkeit und Stabilität der Erziehung und der äußeren Umstände besser
gewährleisten kann als der andere. Sie merken schon: Nachdem die Hauptlast der Erziehung
in den ersten Jahren in den weitaus meisten Fällen die Mutter trägt, gibt allein schon
der Kontinuitätsgrundsatz oft den Ausschlag für eine Sorgerechtsentscheidung zugunsten
der Mutter.