Patientenrecht   Gesundheitsrecht   Arztrecht   Medizinrecht       Finanztip.de

Injektion von Medikamenten-Cocktail ins Kniegelenk

Arzt hat Beweislast für Nichtvorliegen eines Behandlungsfehlers
Ist ein grober Behandlungsfehler (hier: Hygienefehler bei intraartikulärer Injektion) festgestellt, muss der Arzt beweisen, dass die Schädigung des Patienten nicht auf dem Behandlungsfehler beruht, sondern durch eine hyperergisch-allergische Entzündungsreaktion verursacht ist.

Zum Sachverhalt: Ein Berufsfußballspieler, hatte zunächst wegen einer Erkrankung im linken Kniegelenk eine Mischung verschiedener Medikamente intraartikulär injiziert erhalten. Die Therapie sollte vom Mannschaftsarzt des Vereins des Klägers fortgesetzt werden. Wegen dessen Urlaubsabwesenheit suchte der Kläger einen anderen Arzt auf.

Im zeitlichen Anschluss bekam der Kläger Schmerzen, wegen derer er stationär im Krankenhaus behandelt wurde. Dort wurde auch das linke Knie operiert. Der Kläger konnte wegen seiner Kniebeschwerden längere Zeit den Beruf als Fußballspieler nicht ausüben. Er macht geltend, der Rechtsvorgänger der Beklagten habe bei der Injektion die Regeln der Hygiene nicht eingehalten und den Kläger nicht auf das erhöhte Infektionsrisiko einer Injektion in das Gelenk hingewiesen.
BGH-Urteil vom 08.01.2008, Az: VI ZR 118/06 - OLG Karlsruhe

Finanztip.de   Keine Gewähr für Richtigkeit


ThemenSuche + Recherche  
 

Artikel per Zufallswahl:Künstliche Befruchtung auf Bundeswehrkosten   •Lebensmüde Frau verweigert Dialyse   •Stillschweigende Einwilligung in Operation   •Beweislastumkehr im Arzthaftungsprozess   •Krankenversicherung und Alternativmedizin   •Krebskrankem zu viel Hoffnung gemacht   •Muss die Krankenkasse weiter zahlen, wenn ein Patient zum Pflegefall wird?   •Neues Transplantationsgesetz vom Bundesrat gebilligt   •Muss ein Gynäkologe über die Möglichkeit eines Kaiserschnitts gesondert aufklären?   •LASIK – Patient im Recht