Visum: Israel-Stempel im Reisepass

Dass ein israelischer Einreisestempel im Reisepass in arabischen Staaten zu Problemen führen kann, sollte hinlänglich bekannt sein. So hatte ein deutsches Paar eine Pauschalreise nach Libyen gebucht und der Veranstalter hatte für das Paar bei der libyschen Botschaft ein Einreisevisum besorgt. Das Einreisevisum war sogar auf der gleichen Passseite eingetragen wurde, wo der israelische Stempel war. Die Reiseunterlagen des Veranstalters enthielten den Hinweis, dass mit einem Israel-Stempel möglicherweise Schwierigkeiten bei der Einreise entstehen könnten.

Das Paar durfte von Djerba aus nicht nach Libyen einreisen und musste schließlich nach Deutschland zurückfliegen. Der Reiseveranstalter zahlte dem Paar den vollen Reisepreis zurück sowie aus Kulanz einen Betrag von rund 930 Euro. Doch das Urlauberehepaar forderte vom Veranstalter weitere 1500 Euro.

Das Amtsgericht München (Aktenzeichen 211 C 29754/01) sieht in dem gewährten Einreisevisum ein klares Indiz, dass sowohl Veranstalter wie auch Urlauber davon ausgehen durften, dass eine Einreise möglich ist. Das Gericht spricht den Urlaubern eine Mitschuld zu, welche den Entschädigungsbetrag mindere udn weist damit die Klage zurück. Begründung: Den Urlaubern sei bekannt gewesen, dass es möglicherweise Grenzprobleme mit einem israelischen Stempel geben könnte. So hätte sich das Urlauberehepaar, um auf "Nummer Sicher" zu gehen, vor Urlaubsantritt sogar einen neuen Pass besorgen können.


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