Das hatten die Wehrpflichtigen nicht erwartet
gri - Auch im Jahresbericht 1997 beklagt die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages wieder Mißhandlungen von Soldaten. Als Beispiele nennt sie:
- So ließ ein Stabsunteroffizier einen ihm unterstellten Gefreiten Liegestütze über den ausgeklappten Dornen von fünf Bundeswehr-Taschenmessern ausführen.
- Ein Hauptfeldwebel befahl zwei Rekruten, während des Dienstes jeweils eine Eisenstange mit sich zu führen und wie ein Gewehr zu behandeln. Die Eisenstangen mussten auch zum Waschen und zum Gang auf die Toilette mitgenommen werden.
- Nach ausgiebigem Alkoholkonsum schüttete ein Hauptgefreiter, provoziert durch einen Wortwechsel, einem Obermaat ein Getränk ins Gesicht ... Etwa zwei Wochen später schlug derselbe Obermaat, wiederum nach Alkoholgenuß, einem Obergefreiten mit der Faust ins Gesicht, so dass dieser zwei Wochen dienstunfähig war.
- Ein Stabsunteroffizier betrat nachts mit zwei Mannschaftsdienstgraden in angetrunkenem Zustand eine Mannschaftsstube und schlug dort einem Gefreiten mehrmals mit der Faust ins Gesicht.
- Ein Fregattenkapitän schickte in alkoholisiertem Zustand bei einem Ablegemanöver einen Hauptgefreiten zum "Naßwerden" in den Regen auf die Back des Schiffes.
- Ein Portepeeunteroffizier beleidigte Lehrgangsteilnehmer mit den Worten "hässlich", "Drecksmenschen", "Sauschwabe" und ähnlichen Charakterisierungen.
Quelle: Jahresbericht 1997 der Bundeswehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Aktenzeichen 13/10 000