Zu der Gruppe der Finanzinnovationen zählen Nullkuponanleihen oder auch kapitalgarantierte Zertifikate. Bisher wurden die laufenden Erträge und etwaige Kursgewinne aus diesen Garantiezertifikaten mit dem persönlichen Grenzsteuersatz des Anlegers von bis zu 45 Prozent belastet. Durch die Abgeltungsteuer sinkt der Satz auf pauschal 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer.
Kapitalanleger mit hohen Progressionssteuersatz nehmen die geänderte Besteuerung dankbar zur Kenntnis. Als Folge wird eine verstärkte Nachfrage nach diesen Anlageprodukten einsetzen. Die steuerlichen Rahmenbedingungen sind günstig. Jetzt muss nur noch die Qualität der kapitalgarantierten Anlage überzeugen. Zertifikate sind nicht durch einen Einlagensicherungsfonds oder einer anderen Stelle abgesichert. Ein wichtiger Aspekt für die Zertifikatauswahl ist mithin die Bonität des Emittenten.
Arten der Kapitalgarantie
Die Kapitalgarantie umfasst entweder die statische Kapitalgarantie. Es wird wie bei einer Anleihe die Rückzahlung eines bestimmtes Betrages oder Prozentsatzes garantiert. Um den Anleger für das Produkt zu begeistern, erhält der Anleger entweder einen Kupon oder partizipiert an der Wertentwicklung eines oder mehrerer Basiswerte.
Eine abgeschwächte Form der Garantie ist die so genannte "Constant Proportion Portfolio Insurance" (CPPI). Es ist keine echte Kapitalgarantie, sondern eher eine dynamische Wertsicherung, die durch Umschichtungen innerhalb des Portfolios erreicht wird.
Ziel der CPPI ist es, dem Anleger an steigenden Märkten Gewinne zu ermöglichen (Upside Participation) und zum anderen sein Verlustrisiko zu minimieren bzw. zu begrenzen (Downside Protection). Das eingezahlte Kapital soll dabei zu einem bestimmten Prozentsatz (Portfoliomindestwert oder Floor) gesichert werden. Nach dieser Absicherungsstrategie darf der Floor während des Planungshorizonts des Anlagepapiers nicht unterschritten werden, weil sonst der Kapitalerhalt nicht garantiert ist.
Die Umschichtungen im Portfolio erfolgen zwischen risikoreichen und risikoarmen Anlagen. So soll zwischen den Assetklassen Aktien und Festverzinsliche Wertpapiere ein Portfoliomindestwert bei gleichzeitiger Wahrnehmung von Kursgewinnchancen garantiert werden. Die Partizipation an steigenden Märkten ist wegen der Wertsicherungstrategie deutlich eingeschränkt. Im allgemeinen führt die CPPI-Wertsicherungsstrategie zu einer schlechteren Wertentwicklung in steigenden Märkten.
Kapitalgarantierte Produkte reagieren volatil auf Änderungen der Kapitalmarktzinsen. Die Kapitalgarantie greift ausschließlich bei Fälligkeit der Garantiezertifikate. So ist ein Kursrückgang unter den Emissionspreis während der Laufzeit jederzeit möglich. Als Basiswert können klassische Indizes wie der EuroStoxx50 oder Indizes verwendet werden. Der Schutz des eingesetzten Kapitals wird in der Regel durch eine niedrige Partizipation an der Wertentwicklung oder eine Durchschnittsberechnung, bezogen auf die Kursentwicklung des Basiswertes, erkauft.
Fazit: Kapitalgarantierte Produkte sind jetzt aus steuerlichen Gründen attraktiver für Kapitalanleger. Der Blick auf die Steuern sollte aber den Blick auf die Qualität des Produktes nicht trüben. Bei kapitalgarantierten Produkten tragen die Anleger stets das Bonitätsrisiko des Emittenten. Der Einschätzung des Insolvenzrisikos kommt eine besondere Bedeutung zu.
Kapitalgarantierte Produkte sind schwer zu vergleichen. Es stellen sich insbesondere Fragen nach der Gewinnpartizipation am Basiswert, der Kuponhöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeit von Ereignissen. In steigenden Märkten ist bei den meisten kapitalgarantierten Produkten eine Underperformance festzustellen. Bei starken Marktschwankung (volatile Märkte) sind Garantieprodukte eher eine attraktive Beimischung im Depot. Wer weniger Risiko bei deutlich reduzierter Renditechance sucht, kann durch kapitalgarantierte Produkte den Wert des Vermögens erhalten und mehren.
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