Beispiele in Checkliste für unseriöse Angebote

Die Stiftung Warentest hat auf ihrer Website www.test.de auf verschiedenen Seiten Produkte des grauen Kapitalmarktes gelistet und bewertet. Nachstehend finden Sie eine weitere Liste von so genannten "Anlageformen," von denen Sie besser die Finger lassen sollten.

· Außerbörsliche Aktien

Hohe Renditen werden versprochen. Bei extrem schwankenden Aktienmärkte für außerbörsliche Papiere ist die Verlustgefahr hoch. Einschätzung der Stiftung Warentest: Eine sehr spekulative Anlageform, die nur für absolute Börsenprofis geeignet ist.

· Bankgarantien

Für Bankgarantien ab 125.000 Euro, selten Summen unter 50.000 Euro, stellen Betrüger 30, 50, 100 Prozent und mehr Rendite im Jahr in Aussicht. Totalverlust ist hier sicher.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Hände weg!

· Börsentermingeschäfte

Steuerfreie Supergewinne in kurzer Zeit. Todsichere Tipps von Börsenprofis. - So werben Anbieter für Börsentermingeschäfte ab 2.500 bis 500.000 Euro und mehr. Extrem hohe Kosten für exzessives Handeln machen Gewinn bei diesen hochspekulativen Geschäften von vorn herein so gut wie unmöglich.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Fast immer Totalverlust bei Angeboten, die deutsche Vermittler per Telefon machen: Hände weg!

· Bruchteilseigentum

Bei den Angeboten zum Bruchteilseigentum teilen sich zwei oder mehrere Anleger den Kauf einer vermieteten Eigentumswohnung. Die durchschnittliche Investitionssumme liegt bei ca. 65.000 Euro. Inflationsschutz und zusätzliche Rente im Alter sind die Werbeargumente. Doch die Risiken sind zahlreich: Hohe weiche Kosten, überhöhte und kaum marktgerechte Kaufpreise, klägliche anfängliche Nettomietrendite, gefährliche Anteilsfinanzierung, oft hohe Zinsen über Personalkredit, schwierige Auflösung der Bruchteilsgemeinschaft und sehr schwieriger Verkauf von Bruchteilen.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Verlustreiche Anlage, Hände weg!

· Deposit-Darlehen

Angeblich zins- und tilgungsfreie Kredite ab 500.000 Euro für Unternehmensgründungen offerieren die Anbieter von Deposit-Darlehen. Immer werden hohe Vorauskosten verlangt. Häufig werden die Darlehen nicht ausgezahlt.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Meist Betrug - Hände weg!

· Diamanten

Anlagediamanten ab 2.500 bis 50.000 Euro und mehr werden als krisensichere Anlage mit tollen Wertzuwächsen angepriesen. Regelmäßig ist der Kaufpreis jedoch überhöht. Die Diamanten sind zudem nahezu unverkäuflich, da es keinen privaten Verkaufsmarkt gibt. Garantien sind zumeist unseriöse und wertlos.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Fast immer Verluste - Hände weg!

  Kredite Vergleichen


· Eigenkapitalfonds

Eigenkapitalfonds werden mit einer Mindestbeteiligung von 5.000 Euro angeboten. Laut Werbung soll es sich um eine Sachwertanlage mit hohen Steuervorteilen handeln, die zudem gut für die Alterssicherung geeignet sein soll. Angeblich soll sich ein Investment bereits für Arbeitnehmer mit 1.000 Euro monatlichem Nettoeinkommen lohnen.
Tatsächlich führen hohe weiche Kosten, hohe Finanzierungskosten, gefährliche Kreditfinanzierung, unsichere Erträge und Mietausfälle fast immer zum Totalverlust.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Unrentabel, Hände weg!

· Gewinnspiele

Meist unseriös sind Gewinnspiele, wenn die Anforderung des Gewinns an eine Warenbestellung gekoppelt ist. Die versprochenen Gewinne von Bargeld, Auto, HiFi-Anlage, Sparbuch u.ä. bleiben nahezu immer aus.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Gewinnspielunterlagen in den Papierkorb werfen!

· Gewinnsysteme

Unseriöse Anbieter von Gewinnsystemen versprechen beim Einsatz von mehreren Tausend Euro Riesengewinne. Häufig handelt es sich um Schneeballsysteme, die zusammenbrechen, wenn Teilnehmer keine neuen Mitspieler mehr finden. Das Verlustrisiko ist hoch. Daran ändern auch angebliche Sicherungsfonds nichts.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Nicht teilnehmen!

· Grundschuldbriefbeleihung

Renditen von einem und mehr Prozent pro Monat ohne Investition, nur durch eine Beleihung von Haus und Grundstück durch Abtretung des Grundschuldbriefes. Hohe Schätzkosten für die Immobilie und hohe Anwaltskosten für die Rückholung des Briefes lassen das Investment schnell zum Verlustgeschäft werden. Zudem besteht das Risiko des Verlust des Briefes.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Betrug, Hände weg!

· Immobiliensparpläne

Immobiliensparpläne ab 2.500 bis 10.000 Euro Mindestanlage bei niedrigen monatliche Raten - teilweise als so genanntes Kindergeld-Programm - werden als neue Art des Vermögensaufbaus angepriesen, die neben Steuervorteilen Inflationsschutz durch Sachwertanlage bieten und damit als zusätzliche Rente für die Alterssicherung geeignet sein soll.
Doch die Risiken sind zahlreich. Sie reichen vom zumeist überhöhten Kaufpreis über hohe einmalige weiche Kosten und hohe laufende Bewirtschaftungskosten bis zum so genannten Blindpool-Risiko: Die Anleger wissen nicht, in welche Immobilie sie investieren. Die positive Prognosen über Mietrenditen und Wertsteigerung sind zumeist übertrieben und nicht nachprüfbar. Die Anlage  ist zudem extrem langfristig und nur mit hohen Verlusten kündbar. Oft droht sogar Totalverlust.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Klägliche Renditeerwartung bei hoher Verlustgefahr. Als Geldanlage nicht geeignet

· Kreditangebote

Unseriöse Anbieter werben mit Darlehen ohne Bonitätsprüfung und Schufa-Auskunft, niedrigen Darlehenskosten, unbürokratischer Vergabe und diskreter Abwicklung. Immer werden hohe Vorauskosten verlangt. Häufig werden Darlehen nicht ausgezahlt. Andernfalls sind sehr hohe Kreditzinsen zu zahlen.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Hände weg!

· Nigeria-Connection

Viel Geld für wenig Arbeit lautet das Versprechen von international operierenden Betrügern, die Partner für die Einrichtung von Konten für angebliche nigerianische Anleger suchen. Tatsächlich winkt Totalverlust.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Hände weg!

· Penny-Stocks

Penny-Stocks sind Billigaktien, die mit weniger als 5 US-Dollar pro Stück gehandelt werden. Die Verkäufer locken damit, dass die jungen Aktien aufsteigender Firmen extrem preiswert sind und angeblich sehr gute Gewinnaussichten haben. Die Kursrisiken sind jedoch hoch, ein Börsengang zumeist zweifelhaft und es besteht die Gefahr von Kursmanipulationen.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Hochspekulativ - Hände weg!

· Reports

"Leicht Millionär werden", "Reich und glücklich werden", "Zweite Staatsbürgerschaft", "Adelstitel für wenig Geld" - Wer kennt nicht die Werbung für dubiose Reports, die ab 25 Euro bis mehrere hundert Euro angeboten werden. Viel Geld für zumeist wertlose oder illegale Tipps.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Hände weg!

· Stille Unternehmensbeteiligungen

Attraktive Rendite, gut geeignet zur Alterssicherung, hohe Steuervorteile - Das sind die drei wichtigsten Argumente der Verkäufer von stillen Unternehmensbeteiligungen, die ab 2.500 Euro Mindestanlage angeboten werden.
Die Risiken: Möglicher Totalverlust, hohe weiche Kosten, undurchsichtige Unternehmensaktivitäten, unsichere Steuersituation, unsichere Erträge, extrem langfristige Anlage mit hoher Abgangsentschädigung bei vorzeitiger Kündigung und Blindpool-Risiko: Anleger wissen nicht, in was sie investieren.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Sehr riskante unternehmerische Beteiligung. Als Kapitalanlage nicht geeignet.

· Timesharing

Warum eine Kuh kaufen, wenn Sie nur einen Liter Milch haben wollen? - So werben die Timesharing-Anbieter für den Kauf eines Wohnrechts für ein oder zwei Wochen im Jahr. Die Investition für die angebliche preiswerte Urlaubsidee beträgt zwischen 5.000 und 35.000 Euro.
Doch die Risiken sind hoch: Schlechte Lage der Immobilie, schlechter Zustand der Immobilie, überhöhter Kaufpreis, hohe Verwaltungskosten, fehlender Zweitmarkt (und daher unverkäuflich), langfristige Bindung an einen Urlaubsort, zusätzliche Kosten für Tauschangebote und oft teure Anreise.
Einschätzung der Stiftung Warentest: Nicht wirtschaftlich. Als Geldanlage nicht geeignet


Zusatz-Infos: Warnliste der Stiftung Warentest

Jedes Jahr verlieren Anleger rund 30 Milliarden Euro durch dubiose Kapitalanlagen. Eine Warnliste der Stiftung Warentest zeigt, welche Geldanlageangebote, Initiatoren, Anbieter, Vermittlerfirmen und andere Beteiligte innerhalb der letzten zwei Jahre negativ in Erscheinung getreten sind.
Die vorgenannte Checkliste beruht auf einem früheren Artikel von steuer-sparbuch.de und ist hier redaktionell angepasst worden.

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