Besichtigung des Fahrzeugs

Nehmen Sie, wenn es Ihnen möglich ist, zur Besichtigung des Fahrzeugs einen Zeugen mit, damit dieser das Verkaufsgespräch mitbekommt. Noch besser ist es, wenn der Zeuge fachkundig ist und deswegen das Fahrzeug selbst einer Untersuchung unterziehen kann. Denn seien wir einmal ehrlich: Wenn uns ein Wagen begeistert, dann sehen wir gerne über kleine Mängel hinweg, nur weil wir das Gefährt unbedingt haben wollen. Ein qualifizierter Dritter an unserer Seite kann uns in dieser Situation nur gut tun.

Bei der Besichtigung sollten Sie auf folgende Dinge besonders achten:

  • Schauen Sie bei der Karosserie auf Rost- und Lackschäden.
  • Schauen Sie, ob die Scheiben Kratzer haben.
  • Checken Sie, ob die Scheinwerfer in Ordnung sind. Schauen Sie insbesondere nach, ob die Reflektoren nicht bereits feucht oder angerostet sind.
  • Prüfen Sie, ob die Sicherheitsgurte sperren, wenn man ruckartig an ihnen zieht.
  • Die Sitze sollten sich ordnungsgemäß verstellen lassen können. Versuchen Sie, den Sitz in die optimale Position für sich selbst zu stellen. Geht das nicht, sollten Sie jedenfalls vom Kauf des Wagens absehen. Vorsicht bei Schonbezügen! Schauen Sie jedenfalls unter die Bezüge und stellen Sie fest, ob die Polsterung verschlissen ist.
  • Armaturen: Überprüfen Sie, ob Tachometer oder die übrigen Anzeigen ordnungsgemäß funktionieren. Reparaturen im Bereich des Armaturenbrettes sind später nur schwierig durchzuführen und kommen häufig sehr teuer, weil Sie mit umfangreichen Montage- und Demontagearbeiten verbunden sind.
  • Motorprüfung: Überprüfen Sie den Motor auf Nebengeräusche. Der Motor muss auch bei höherer Drehzahl regelmäßig durchlaufen und darf keine ungewöhnlichen Geräusche verursachen. Am Motorblock sollte sich kein Öl befinden.
  • Überprüfen Sie den Stand von Bremsflüssigkeit, Motoröl, Kühlwasser, etc.
  • Schauen Sie nach, ob die Karosserie im Motorraum irgendwo angerostet ist. Die Karosserie rund um den Motor gehört in aller Regel mit zu den tragenden Teilen des Fahrzeugs. Roststellen dort werden vom TÜV unbarmherzig beanstandet und die Reparaturen kommen unter Umständen teuer.
  • Die Batterie können Sie auch bei warmen Motor zumindest ansatzweise so testen, dass Sie bei geöffneter Fahrertüre (Innenraumbeleuchtung an!) den Motor nacheinander vier- bis fünfmal starten. Wird dann das Innenraumlicht nicht schwächer, ist die Batterie zumindest auf den ersten Blick wohl noch brauchbar.
  • Prüfung des Fahrwerks (geht realistisch eigentlich nur auf einer Hebebühne): Um die Radaufhängung prüfen zu können, müssen Sie im Prinzip das Fahrzeug auf jeder Seite hochbocken. Die freihängenden Räder sollten Sie rütteln. Bewegen sich die Räder quer zur Laufrichtung, ist mit der Radaufhängung etwas nicht mehr in Ordnung.
  • Die Qualität der Stoßdämpfer kann man zumindest oberflächlich durch die "Wipp-Methode" feststellen. Wenn Sie das Auto herunterdrücken, es loslassen und das Fahrzeug beim Hochgehen mehrfach nachschaukelt, ist der entsprechende Stoßdämpfer nicht mehr in Ordnung.
RA G. Kaßing bei Finanztip.de   Keine Haftung
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