Die Probefahrt aus technischen Gründen

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Eine Probefahrt sollte ausgiebig sein und sämtliche Verkehrssituationen absolvieren. Sie sollten also sowohl in der Stadt fahren als auch auf der Landstraße und der Autobahn. Während der Probefahrt sollte das Radio leise sein, damit Sie sämtliche Fahrgeräusche des Wagens auch wahrnehmen können.

Für Unfälle mit dem Vorführwagen, die dadurch entstehen, dass Sie sich mit dem Fahrzeug nicht richtig auskennen, haften Sie übrigens nicht, wenn der Unfall nur leicht fahrlässig hervorgerufen wird (BGH NJW 1972, S. 1363). Im übrigen sollten Sie selbst sich vor Antritt der Probefahrt erkundigen, ob das Fahrzeug ordnungsgemäß versichert ist, damit im Falle eines Unfalles der Gegnerschaden auch bezahlt wird. Im Gegenzug hat der Verkäufer natürlich auch das Recht, Sie nach Ihrem Führerschein zu fragen und ihn sich zeigen zu lassen.

Um den Grenzbereich des Motors zu testen, sollten Sie mindestens eine kurze Strecke Höchstgeschwindigkeit fahren. Schauen Sie nach der Motor-Temparatur. Wird sie zu hoch, müssen Sie von einem Fehler im Kühlsystem ausgehen. Ein solcher Fehler kann auch dann vorliegen, wenn bei Kurzstrecken oder im Stau die Motor-Temperatur zu stark ansteigt.

Testen Sie bei einem Schaltgetriebe sämtliche Gänge des Fahrzeugs durch, um einen Überblick über die Funktionsfähigkeit des Getriebes zu erhalten.

Achten Sie auf die Fahrgeräusche. Ungewöhnliche Geräusche können z.B. auf defekte Reifen oder ausgeschlagene Radlager hindeuten.

Das Fahrwerk überprüfen Sie am besten durch Fahrten auf Landstraßen. Fängt das Fahrzeug bei Unebenheiten dann an, sich "aufzuschaukeln", dann ist irgend etwas mit den Stoßdämpfern oder der Federung nicht in Ordnung. Versuchen Sie auch, über Kopfsteinpflaster zu fahren. Hören Sie dann Schlag- oder Klopfgeräusche, liegt ebenfalls ein Defekt des Fahrwerks nahe. Wenn Sie übrigens mit der Handfläche entgegen der Rollrichtung über die Reifen streichen und dabei feststellen, dass die Oberfläche nicht glatt sondern sägezahnartig ist, dann deutet dies ebenfalls auf defekte Stoßdämpfer hin.

Testen Sie die Lenkung des Fahrzeugs. Schauen Sie zunächst, welches Spiel die Lenkung hat, bevor das Fahrzeug auf Lenkbewegungen reagiert. Im Idealfall spricht die Lenkung des Fahrzeugs direkt an. Lassen Sie auf einer längeren Geradeaus-Strecke bei mäßigem Tempo das Lenkrad für kurze Zeit los. Zieht das Fahrzeug dann in eine Richtung, ist mit der Vorderachsgeometrie, den Felgen oder den Reifen irgend etwas nicht in Ordnung.

Bremsen Sie auf gerader Strecke das Fahrzeug bis zum Stillstand ab. Bricht das Fahrzeug nach einer Seite aus, ist mit dem Bremssystem irgendetwas nicht in Ordnung. Es kann sich dabei theoretisch nur um einseitig abgefahrene Bremsbeläge handeln. Es kann aber auch sein, dass das Bremssystem generell defekt ist. Denkbar ist auch, dass am Fahrwerk etwas nicht stimmt. Evtl. ist das ganze Fahrzeug wegen eines schweren Unfalls "verzogen".

Passen Sie aber Ihre Probefahrt immer dem Alter und den damit verbundenen Möglichkeiten des Wagens an. Einen Oldtimer dürfen Sie natürlich nicht im Grenzbereich fahren und ihn dadurch überlasten.

RA G. Kaßing bei Finanztip.de   Keine Haftung
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