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Es gibt nur noch wenig Anbieter, die noch aktiv Riester-Fondssparpläne vermarkten. Das Geschäft teilen sich insbesondere DWS, Union Investment, Deka Bank und Hansa Invest. So hat sich zum Beispiel auch die Allianz aus ihrem Fondsvorsorge-Konzept zurückgezogen.
Rendite und Risiko
Bei jedem Fondsinvestment gilt: Je höher das Risiko, desto höher sind auch die Renditechancen. Bei höherer Renditeerwartung ist durch Steigerung des Aktienfondsanteils auch das Risiko zu erhöhen. Das Risiko ist begrenzt, weil Riester-Verträge immer den Erhalt des eingezahlten Geldes garantieren müssen. Wer jedoch vorzeitig und in schlechten Börsenzeiten Geld aus dem Riestervertrag entnehmen muss, kann auch einen Verlust aus dem Riestervertrag realisieren. Denn die Garantie, dass alle Einzahlungen in voller Höhe erhalten bleiben, gilt nur für das Ende der Laufzeit des Fondssparplanes.
Flexibilität
Viele Fondssparpläne passen sich mit Lebensphasemodellen der Lebenssituation des Anlegers an. So kann mit fortschreitendem Alter in manchen Verträgen der Fondsbestand nach und nach von Aktien in konservative Wertpapiere umgeschichtet werden. Von den gewünschten Umschichtungen des Riester-Anlegers sind die Umschichtungsmechanismen der Riester-Investmentfonds-Verwaltung zu sehen.
So staffeln die Anbieter von Fondssparplänen den Aktienanteil nach eigenen Regelungen. Beispiel: Die Aktienquote wird vom Alter des Sparers und der Restlaufzeit des Fondssparplanes bestimmt. Je kürzer die Restlaufzeit des Sparvertrages wird, desto geringer wird auch der Aktienanteil. Hintergrund: Der Sparer soll davor geschützt werden, dass die erzielten Aktiengewinne bei einem Börsencrash kurz vor Rentenbeginn verloren gehen.
Die Fondsgesellschaft DWS nimmt hingegen praktisch täglich Umschichtungen vor bzw. prüft täglich, ob eine Umschichtung die Geldanlage verbessert. Das Geld der Sparer wird zunächst in einen Dachfonds investiert, der wiederum Aktiengeschäfte tätigt. Bei erwarteten Börsenverlusten wird in einen Rentenfonds umgeschichtet und bei Erwartung höherer Aktienkurse wieder in den Aktienfonds.
Die Einzahlungen können in unterschiedliche Fonds erfolgen. Ein transparenter Vergleich ist somit nur schwer möglich. Ein Vertragswechsel ist zwar möglich, aber nahezu immer mit Kosten verbunden und eventuelle Buchverluste werden realisiert. Je später ein solcher Wechsel erfolgt, desto höher ist auch der zu zahlende Ausgabeaufschlag für den neuen Fondssparplan. Anleger können bei Rentenbeginn 30 Prozent ihrer Ersparnisse abheben. Der Rest geht in einen Auszahlplan oder in eine Rentenversicherung ein.
Kosten
Beim Kauf der Fondsanteile fällt ein Ausgabeaufschlag an, der bis zu 5 Prozent der Einzahlung ausmachen kann. Außerdem fallen in der Regel für das Management des Investmentfonds auch jährliche Managementgebühren (Verwaltungskosten) an. Freie Investmentfondsvermittler haben teilweise auch rabattierte Fondsangebote im Angebot. Die Einholung eines unverbindlichen Angebotes (möglichst mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag) ist daher immer zu empfehlen.
Ausgabeaufschlag
Der Ausgabeaufschlag ist die Verkaufsprovision des Vermittlers. Durch effiziente Onlineverwaltung bieten einige Finanzvermittler Fondsanteile sehr günstig an. Ein Rabatt auf den Ausgabeaufschlag sollte für Riestersparer jedoch kein gewichtiges Entscheidungskriterium für oder gegen ein Riester-Angebot sein. Riestersparer, die den Vertrag über einen freien Vermittler abschließen, führen in der Regel ihr Depot bei einer depotführenden Bank der Fondsgesellschaft. Zwischen dem Sparer und dem Vermittler sollte kein direkter Geldfluss erfolgen.
Riestervertrag beitragsfrei stellen
Die Kosten und auch die Wertentwicklung von Riester-Investmentfonds sind sehr unterschiedlich. Wenn Sie als Riestersparer einen Fondssparplan abgeschlossen haben, mit dem Sie nicht zufrrieden sind, können Sie den Vertrag sofort beitragsfrei stellen. Der Anbieter muss Ihnen das eingezahlte Geld ohnehin bei Rentenbeginn als Rente zahlen. Die eingezahlten Beträge und bisherigen Zulagen sind garantiert. Es gibt also kein Minus bei Rentenbeginn auf dem eigenen Altersvorsorgekonto. Schließen Sie dann einfach einen Riestervertrag bei einem anderen Anbieter ab.
Fazit: Im Gegensatz zu einem Investment in einen "richtigen" Aktienfonds oder der Direktanlage in einzelne Aktien, schichten Riester-Fonds-Sparverträge die eingezahlten Gelder zwischen verschiedenen Fonds hin und her. Sparer verwechseln nicht selten die Alternativen "Fondspolice" und "Fondssparplan". Gerade die Fondspolice als Kombination aus Fondsanlage mit Versicherungsanteil verursacht zumeist hohe Anfangskosten und teilweise auch hohe jährliche Verwaltungskosten. So mancher Riester-Sparer weiß überhaupt nicht genau, ob er in einen Sparplan oder in eine Rentenfondspolice einzahlt. Wenn er unzufrieden ist, sollte überlegt werden, ob der bisherige Vertrag nicht besser beitragsfrei gestellt wird.
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