Keine persönliche Haftung des Geschäftsführers einer "Limited"

Englische "Billig-GmbHs" erfreuen sich hierzulande zunehmender Beliebtheit. Die Gründer ziehen diese Gesellschaftsform wegen geringerer Kosten und weniger Bürokratieaufwand dem deutschen Pendant, der GmbH, zunehmend vor. Eine aktuelle Entscheidung des Bundesgerichthofs zur persönlichen Haftung der Geschäftsführer dürfte diesen Trend noch verstärken.

Die Haftung des Geschäftsführers für rechtsgeschäftliche Verbindlichkeiten einer gemäß Companies Act 1985 in England gegründeten private limited company mit tatsächlichem Verwaltungssitz in der Bundesrepublik Deutschland richtet sich nach dem am Ort ihrer Gründung geltenden, also dem englischen Recht. Der Geschäftsführer haftet daher hierzulande nicht persönlich. Die persönliche Haftung des Geschäftsführers einer "Limited" ergibt sich auch nicht aus der fehlenden Eintragung in einem deutschen Handelsregister analog § 11 Abs. 2 GmbHG. Dem würde der Grundsatz der Niederlassungsfreiheit gemäß Art. 43, 48 EG zuwider laufen.

Urteil des BGH vom 14.03.2005
II ZR 5/03
Pressemitteilung des BGH

Finanztip.de   Keine Gewähr für Richtigkeit
Finanztipps