Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit

Sofortigen Versicherungsschutz gibt es nur selten

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Rechtsschutzversicherung gilt grundsätzlich eine Wartezeit – erst danach greift der vertraglich vereinbarte Versicherungsschutz.
  • Beim Verkehrsrechtsschutz verzichten viele Anbieter auf eine Wartezeit.
  • In anderen Bereichen sind Wartezeiten von mindestens drei Monaten die Regel.
  • Bei einem nahtlosen Wechsel der Versicherung fallen Wartezeiten nicht erneut an. Für neue Bausteine können durchaus welche gelten.

So gehen Sie vor

  • Schauen Sie bei Rechtsschutz-Angeboten in den Versicherungsbedingungen nach, welche Wartezeiten gelten.
  • Bevor Sie einen alten Vertrag kündigen, sollten Sie vergleichen, ob die neue Police bessere Leistungen bietet.
  • Für Rechtsschutz empfehlen wir die Tarife Arag Aktiv Komfort, Auxilia Jurprivat und Huk24 PBV Plus.
  • Die Tarife zeigten in unserem Test solide Leistungen, arbeiten in vielen Bereichen aber mit einer Wartezeit von drei Monaten.

Ein Verkehrsunfall kommt nie gelegen: Sie verspäten sich dadurch bei einem Termin, müssen die Reparatur organisieren und sich zudem mit dem Unfallgegner über den Unfallhergang auseinandersetzen. Gut, wenn Sie dabei die Hilfe eines Anwaltes in Anspruch nehmen können. Noch besser, wenn für die Kosten zur Not Ihre Rechtsschutzversicherung aufkommt.

Bei Verkehrssachen besteht meist direkt nach Abschluss des Vertrags Versicherungsschutz – es gibt keine Wartezeit. In anderen Bereichen leistet die Versicherung hingegen nicht sofort.

Die Wartezeit nutzt dem Versicherer

Die Wartezeit markiert den Zeitraum des Vertrages, für den Sie bereits Prämie zahlen, aber noch keinen Versicherungsschutz haben. Versicherer schützen sich auf diese Weise vor sogenannten Zweckabschlüssen, also denjenigen Fällen, in denen der Rechtsstreit unmittelbar bevorsteht und noch ein „Sponsor“ für die Kosten gesucht wird.

Im Arbeitsrecht ist es zu spät für den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung, wenn Ihnen die Abmahnung oder die Kündigung bereits zugegangen ist. Wollen Sie sich dagegen wehren, müssen Sie die Kosten in diesem Fall selbst tragen. Denn ein frisch abgeschlossener Arbeitsrechtsschutz kommt erst für Rechtsstreitigkeiten auf, deren Ursache nach Ablauf einer dreimonatigen Wartezeit auftritt.

Besonders ärgerlich daran: Vor einem Arbeitsgericht müssen Sie Ihre Kosten in der ersten Instanz immer selbst tragen, unabhängig davon, ob Sie Recht bekommen oder nicht. Verlieren Sie den Prozess, müssen Sie auch für die Kosten der gegnerischen Seite aufkommen.

Rechtsschutz ohne Wartezeit gibt es nur in wenigen Bereichen

Achtung

Wartezeit bei Familiensachen

Planen Sie Ihre familiäre Situation besser langfristig oder kümmern Sie sich frühzeitig um einen Versicherungsschutz. Für Streitigkeiten in Familiensachen, etwa bei Scheidung, gilt häufig eine Wartezeit von drei Jahren. Oft sind Sie aber auch komplett vom Schutz ausgeschlossen.

Ohne Wartezeit bekommen Sie sofortigen Versicherungsschutz in der Verkehrsrechtsschutzversicherung oder im Strafrechtsschutz. Dort steht der Gedanke des Opferschutzes im Vordergrund: Auch der noch so achtsame Bürger kann in einen ausufernden Streit oder einen Verkehrsunfall verwickelt werden und benötigt dann Hilfe. In der Regel muss er dazu einen Rechtsanwalt beauftragen. Hingegen gelten für andere Bereiche des Lebens, in denen Konflikte vorhersehbarer oder beeinflussbarer sind, Wartezeiten – etwa im Arbeits- und Mietrecht.

Auch wenn bei einer Suche im Internet die Treffer zum Stichwort „Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit“ etwas anderes suggerieren: Noch verzichten die Anbieter nicht flächendeckend darauf. Es gibt allerdings Versicherer, die keine Wartezeit im Vertrags- und Sachenrechtsschutz vorsehen. Dazu gehört auch unsere Empfehlung Arag Aktiv Komfort.

Wann es sofort Rechtsschutz gibt

Wechseln Sie die Rechtsschutzversicherung und war beim alten Anbieter die Wartezeit abgelaufen, gilt der Versicherungsschutz sofort – vorausgesetzt, der Wechsel erfolgt nahtlos. Enthält der neue Vertrag aber Bausteine, die bisher nicht versichert waren, gilt für diese möglicherweise eine Wartezeit. Das kann etwa der Fall sein, wenn Sie eine Privatrechtsschutz-Police um Wohnrechtsschutz erweitern.

Mehr in unserem Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Ein Rechtsstreit kann teuer werden

  • Rechtsschutz ist sinnvoll, aber kein Muss.
  • Viele Fälle, etwa rund um Hausbau oder Scheidung, sind nicht versichert.
  • Wir zeigen gute Tarife zu einem fairen Preis.

» Zum Ratgeber

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Silke Kursawe

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Silke Kursawe ist bei Finanztip Expertin für Versicherungen. Sie ist Versicherungsbetriebswirtin und hat einen Master im Versicherungsrecht. Silke verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Branche und im Bereich der Sach- und Haftpflichtversicherungen. Außerdem absolvierte sie erfolgreich ein Studium der Wirtschaftspädagogik in Göttingen.