Reiserücktritt

Rücktritt von der Urlaubsreise

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein kostenloser Reiserücktritt ist nur bei „höherer Gewalt“ möglich.
  • In anderen Fällen gelten Stornokosten zwischen 20 und 55 Prozent des Reisepreises als angemessen.
  • Eine Reiserücktrittsversicherung übernimmt die Stornokosten nur bei schweren Erkrankungen oder Schicksalsschlägen.
  • Wer einen Flug nicht antritt, kann einen kleinen Teil des Ticketpreises zurückfordern.
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Im Gegensatz etwa zu Haustürgeschäften gibt es bei der Buchung einer Reise normalerweise kein Rücktrittsrecht – der einmal geschlossene Vertrag mit dem Veranstalter gilt. Doch niemand kann einen Urlauber zwingen, seine Reise anzutreten. Er kann deshalb vor Beginn der Reise durch eine Mitteilung an den Reiseveranstalter vom Vertrag zurücktreten und muss nicht einmal Gründe dafür angeben. Das kostet allerdings Geld. Und es wird teurer, je näher der ursprünglich geplante Start in den Urlaub rückt. Denn der Veranstalter darf eine angemessene Entschädigung für die Absage fordern.

So hoch sind die Stornokosten

Eine Reise kostenfrei zu stornieren, ist nur selten möglich. Und zwar dann, wenn höhere Gewalt den Urlaub erheblich gefährdet und das zum Zeitpunkt der Buchung noch nicht vorhersehbar war (§ 651j Abs. 1 BGB). Als Indiz für höhere Gewalt gelten die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Solche Warnungen spricht das Ministerium zum Beispiel aufgrund von Naturkatastrophen, Terroranschlägen oder politischen Unruhen aus.

Ersatzreisender

Die meisten Reiseveranstalter erlauben ihren Kunden, eine Ersatzperson zu benennen, die an ihrer Stelle die Reise antritt. Der Kunde zahlt dann lediglich die Umbuchungsgebühren. Meistens wird dafür eine Pauschale fällig.

Liegen keine Gründe für einen Rücktritt wegen höherer Gewalt vor, kann der Reiseveranstalter eine Entschädigung fordern. Es gibt keine grundsätzlichen Pauschalsätze für die Kosten bei Stornierung. Meistens hat der Veranstalter für diesen Fall in seinen Allgemeinen Reisebedingungen (ARB) gestaffelte Sätze aufgeführt, die der Kunde durch seine Unterschrift unter dem Reisevertrag anerkennt.

Als Faustregel für gestaffelte Entschädigungen gilt: Bei Pauschalreisen bewegt sich der Veranstalter im Rahmen der üblichen Rechtsprechung, wenn er zwischen 20 Prozent (Stornierung 30 Tage vor Reisebeginn und früher) und 55 Prozent (6 Tage bis einen Tag vor Reisebeginn) vom ursprünglichen Preis als Entschädigung beansprucht. Abhängig von der Art der Pauschalreise können die Sätze aber auch höher ausfallen, zum Beispiel bei einer Kreuzfahrt.

Wann die Reiserücktrittsversicherung zahlt

Eine Reiserücktrittsversicherung übernimmt die Stornokosten, allerdings nur, wenn der Urlaub wegen eines wichtigen und unerwarteten Grundes ausfallen muss. Die Anbieter zahlen zum Beispiel in folgenden Fällen:

  • schwere, unerwartete Erkrankung,
  • schwerer Unfall,
  • Tod eines nahen Angehörigen,
  • Impfunverträglichkeit,
  • unerwartete Arbeitslosigkeit.

Die versicherten Gründe sind in den Versicherungsbedingungen allerdings oft nicht eindeutig definiert. So ist es Auslegungssache, ob eine Krankheit schwer ist und nicht vorhersehbar war. Deshalb gibt es oft Streit mit der Versicherung.

Eine Reiserücktrittsversicherung ist nur sinnvoll, wenn Sie lange im Voraus eine teure Reise buchen. Auch für ältere Menschen oder bei Reisen mit Kindern kann sie sich unter Umständen lohnen. Wer sich für eine Reiserücktrittspolice entscheidet, sollte unbedingt auch den Reiseabbruch versichern. Dann erstattet die Versicherung die Kosten für nicht genutzte Reiseleistungen, falls Sie den Urlaub vorzeitig beenden müssen.

Mehr dazu im Ratgeber Reiserücktrittsversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Lohnt sich nur bei teuren Reisen

  • Schließen Sie eine Reiserücktrittsversicherung nicht auf dem Buchungsportal ab.
  • Achten Sie darauf, dass die Versicherung auch Reiseabbruch abdeckt.
  • Bei vielen Reisen kann ein Jahresvertrag günstiger sein als Einzelpolicen.

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Einen Flug stornieren

Falls Sie einen Flug nicht antreten, können Sie einen Teil des Ticketpreises zurückfordern. Die Airline muss sämtliche Steuern und Gebühren erstatten. Dabei spielt es keine Rolle, warum Sie nicht fliegen. Es besteht sogar die Möglichkeit, den vollen Ticketpreis zurück zu bekommen, sofern die Fluggesellschaft nicht nachweist, dass der Sitzplatz leer geblieben oder ein höherer Schaden entstanden ist. Stornieren Sie einen Flug möglichst frühzeitig, dann ist die Chance größer, dass die Airline den Platz noch anderweitig verkaufen kann.

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Mehr dazu im Ratgeber Flugpreisportale

Finanztip-Redaktion

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Können oder wollen Sie ein Ticket der Deutschen Bahn nicht nutzen, hängt die Rückgabe von der Art des Fahrscheins und seinem Geltungstag ab.

Tipp

Reservierungen umbuchen

Sitzplatzreservierungen der Bahn können Sie kostenlos auf einen maximal 31 Tage späteren Reisezeitpunkt umbuchen.

Fahrkarten zum Flexpreis können Sie vor dem ersten Geltungstag kostenlos umtauschen oder zurückgeben. Ab dem ersten Geltungstag zahlen Sie eine Gebühr von 17,50 Euro. Wenn Sie einen anderen Fahrschein kaufen wollen, zahlen Sie den Differenzbetrag zum Preis der neuen Fahrt dazu.

Tickets zum Sparpreis können Sie bis zum ersten Geltungstag für 17,50 Euro stornieren, ab dem Tag der Hinfahrt ist ein Umtausch ausgeschlossen.

Tickets umzubuchen ist bei der Deutschen Bahn nicht möglich. Kunden können eine Fahrt nur stornieren und anschließend eine neue Fahrt buchen. Allerdings sind die neuen Fahrkarten häufig teurer, sofern es keine Sparpreise mehr gibt. Hin- und Rückfahrten, die Sie zusammen kaufen, gelten als ein Ticket. Sie müssen es komplett stornieren, auch wenn Sie nur eine Strecke nicht fahren möchten. Es kann sich also lohnen, Hin- und Rückfahrt-Tickets mit Zugbindung getrennt zu buchen.

Mehr dazu im Ratgeber Bahntickets

Daniel Pöhler
Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

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Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Genau, dazu kann man sich aber auch noch genauer informieren. einen vergleich machen kann helfen
21. Mai 2015 zum Beitrag
Eine Reiserücktrittversicherung wird meist mit der Gesundheit in Verbindung gebracht...was auch stimmt....Doch es werden auch Reisekosten erstattet, wenn die Reise nicht unternommen werden kann.
8. April 2015 zum Beitrag
Grundsätzlich finde ich Reiserücktrittsversicherung auch wichtig. Ich habe nun damit aber ein Problem, auf das ich gern eine gute Antwort hätte: Ich habe bei einem Pauschalreiseunternehmen eine ...
2. April 2015 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Frederike Roser

ehemalige Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

Frederike Roser war bis Dezember 2015 als Leiterin Kommunikation für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Finanztip verantwortlich. Bevor sie diese Aufgabe übernahm, arbeitete sie im Team als Redakteurin für die Themen Auto und Reise. Die ausgebildete Verbraucherjournalistin brachte Erfahrungen mit aus zahlreichen Redaktionen, dem Verbraucherschutz und der Stiftung Warentest.

Julia Rieder

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.