Reiserücktritt

Rücktritt von der Urlaubsreise

Das Wichtigste in Kürze

  • Treten Sie wegen höherer Gewalt von der Reise zurück (Naturkatastrophen, Terroranschläge oder politische Unruhen), erhalten Sie den vollen Preis zurück.
  • Haben andere Gründe Ihre Stornierung ausgelöst, muss der Anbieter nur einen Teil des Reisepreises zurückzahlen. Eine einheitliche Regelung, wie viel Entschädigung der Anbieter einbehalten darf, gibt es nicht.
  • Die Stornokosten bei Pauschalreisen und Flügen orientieren sich an den tatsächlich entstandenen Kosten für Reiseveranstalter und Fluggesellschaft.
  • Eine Reiserücktrittsversicherung übernimmt die Stornokosten nur bei schweren Erkrankungen oder Schicksalsschlägen. Sie lohnt sich in der Regel nur bei teuren oder weit im Voraus gebuchten Reisen.
  • Die Deutsche Bahn berechnet in den meisten Fällen eine Pauschale von 19 Euro für die Rückgabe eines Sparpreis-Tickets und erstattet den vollen Kaufpreis für ein Flexpreis-Ticket bis einen Tag vor Abreise.

So gehen Sie vor

  • Stornieren Sie Ihre Pauschalreise oder Ihren Flug so früh wie möglich, denn der Preis für den Reiserücktritt ist in den meisten Fällen zeitlich gestaffelt.
  • Fragen Sie nach, ob der Reiseveranstalter oder die Fluggesellschaft Ihren Platz im Nachhinein weiterverkaufen konnte. Falls ja, kann dies die Stornokosten für Sie senken.
  • Überlegen Sie, ob Sie jemanden kennen, der die Reise für Sie antreten könnte. Dadurch lassen sich eventuell Stornokosten sparen.
  • Schließen Sie auf Buchungsportalen und Websites von Fluglinien keine Reiserücktrittsversicherung ab. Die Preise sind zu hoch und im Kleingedruckten oft Fallen versteckt.
  • Hin- und Rückfahrten von der Bahn gelten als ein Ticket, wenn der Kunde sie zusammen kauft. Es kann sich lohnen, Hin- und Rückfahrt-Tickets getrennt zu buchen.
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Auf die große Traumreise freuen sich Urlauber bereits Monate im Voraus. Spätestens in der letzten Woche vor Abflug sitzen viele im Geiste nicht mehr im Bürostuhl, sondern schon am Strand oder mit Skiern im Sessellift. Müssen Reisebegeisterte den Urlaub dann doch absagen, ist nicht nur die gute Laune dahin. Auch das Geld für Flug und Hotel bekommen Kunden nur zum Teil wieder. Wie hoch die Stornokosten genau ausfallen, kommt vor allem auf den Zeitpunkt des Reiserücktritts an und darauf, welche Kosten für den Reiseveranstalter entstehen.

So hoch sind die Stornokosten bei Pauschalreisen

Eine Pauschalreise kostenfrei zu stornieren, ist nur selten möglich. Und zwar dann, wenn höhere Gewalt den Urlaub erheblich gefährdet und das zum Zeitpunkt der Buchung noch nicht vorhersehbar war (§ 651j Abs. 1 BGB). Als Indiz für höhere Gewalt gelten die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Solche Warnungen spricht das Ministerium zum Beispiel aufgrund von Naturkatastrophen, Terroranschlägen oder politischen Unruhen aus.

Ersatzreisender

Kann ein Urlauber seine Pauschalreise nicht antreten, hat er das Recht, eine Ersatzperson zu benennen, die an seiner Stelle geht. Der Kunde zahlt dann lediglich die Kosten für die Vertragsübertragung. Meistens wird dafür eine Pauschale fällig.

Liegen keine Gründe für einen Rücktritt wegen höherer Gewalt vor, kann der Reiseveranstalter eine Entschädigung fordern. Für die Stornokosten gibt es aber keine brancheneinheitlichen Vorgaben. Das liegt auch daran, dass der Veranstalter dem Kunden nur die Kosten berechnen darf, die nach der Absage tatsächlich noch entstehen. Bei normalen Pauschalreisen darf der Reiseveranstalter daher nicht den kompletten Reisepreis einbehalten. Meistens hat der Veranstalter für den Fall des Reiserücktritts in seinen Allgemeinen Reisebedingungen (ARB) gestaffelte Sätze aufgeführt, die der Kunde durch seine Unterschrift unter dem Reisevertrag anerkennt. Findet der Reisveranstalter einen anderen Käufer für das stornierte Angebot, können die Stornokosten aber auch geringer ausfallen, als in den ARB angegeben.

Die Erstattung richtet sich meist danach, wie lange vor dem Reiseantritt Sie absagen. Bei Kreuzfahrten oder Ferienwohnungen sind die Stornokosten in der Regel etwas höher als bei Pauschalreisen mit Flug und Hotel. Wie viel man für den Reiserücktritt genau bezahlen muss, hängt stark vom Einzelfall ab. Jeder Reiseanbieter kann selbst entscheiden, ob er die Stornokosten für jeden einzelnen Fall separat berechnet oder ob er in seinen Verträgen für jede Art der Reise gestaffelte Pauschalsätze festlegt. Wie eine gestaffelte Regelung aussehen kann, zeigt folgendes Beispiel:

Wann die Reiserücktrittsversicherung zahlt

Eine Reiserücktrittsversicherung übernimmt die Stornokosten, allerdings nur, wenn der Urlaub wegen eines wichtigen und unerwarteten Grundes ausfallen muss. Die Anbieter zahlen zum Beispiel in folgenden Fällen:

  • schwere, unerwartete Erkrankung,
  • schwerer Unfall,
  • Tod eines nahen Angehörigen,
  • Impfunverträglichkeit,
  • unerwartete Arbeitslosigkeit.

Die versicherten Gründe sind in den Versicherungsbedingungen allerdings oft nicht eindeutig definiert. So ist es Auslegungssache, ob eine Krankheit schwer ist und nicht vorhersehbar war. Deshalb gibt es oft Streit mit der Versicherung.

Eine Reiserücktrittsversicherung ist nur sinnvoll, wenn Sie lange im Voraus eine teure Reise buchen. Auch für ältere Menschen oder bei Reisen mit Kindern kann sie sich unter Umständen lohnen. Wer sich für eine Reiserücktrittspolice entscheidet, sollte unbedingt auch den Reiseabbruch versichern. Dann erstattet die Versicherung die Kosten für nicht genutzte Reiseleistungen, falls Sie den Urlaub vorzeitig beenden müssen.

Mehr dazu im Ratgeber Reiserücktrittsversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Lohnt sich nur bei teuren Reisen

  • Schließen Sie eine Reiserücktrittsversicherung nicht auf dem Buchungsportal ab.
  • Achten Sie darauf, dass die Versicherung auch Reiseabbruch abdeckt.
  • Bei vielen Reisen kann ein Jahresvertrag günstiger sein als Einzelpolicen.

» Zum Ratgeber

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Geld zurück beim Stornieren von Flügen

Falls Sie einen Flug stornieren, bekommen Sie im besten Fall den vollen Ticketpreis zurück. Mindestens aber muss die Fluggesellschaft sämtliche Steuern und Gebühren erstatten. Wenn die Airline Ihren Platz an einen anderen Fluggast weiterverkaufen kann und sonst kein weiterer Schaden entstanden ist, müssen Sie gar keine Stornierungskosten zahlen. Dabei ist die Fluggesellschaft in der Pflicht, nachzuweisen, dass ihr Sitzplatz leer geblieben ist. Stornieren Sie den Flug möglichst frühzeitig, erhöht das die Chance, dass die Fluggesellschaft den Platz noch anderweitig verkaufen kann. Sie können dazu unser Musterschreiben verwenden.  

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Bahnfahrkarten zurückgeben

Stornieren Kunden ein Ticket der Deutschen Bahn, bekommen sie entweder den vollen Preis zurück oder bezahlen in den meisten Fällen eine pauschale Stornierungsgebühr von 19 Euro. Allerdings sind besondere Tickets wie das Quer-durchs-Land-Ticket vom Umtausch ausgeschlossen. Ob Bahnfahrer ihr gesamtes Geld zurückbekommen, liegt sowohl an der Art des Fahrscheins als auch am Zeitpunkt, zu dem sie es zurückgeben:

Tipp

Reservierungen umbuchen

Beim Flexpreis-Ticket können Bahnfahrer eine Sitzplatzreservierung kostenlos auf einen maximal 31 Tage späteren Reisezeitpunkt umbuchen – beim Sparpreis-Ticket nur für denselben Reisetag. Stornieren können sie die Reservierung nicht.

Flexpreis-Tickets - Bis zum Reisetag erstattet die Bahn den vollen Kaufpreis. Am Tag der Bahnfahrt werden 19 Euro Stornierungsgebühr fällig.

Sparpreis-Tickets - Die Stornierung kostet bis zum Reisetag 19 Euro. Am Geltungstag selbst können Kunden das Ticket gar nicht mehr zurückgeben.

Tickets umzubuchen, ist bei der Deutschen Bahn nicht möglich. Kunden können eine Fahrt nur stornieren und anschließend eine neue Fahrt buchen. Außerdem gelten Hin- und Rückfahrten, die Verbraucher zusammen kaufen, als ein Ticket. Bahnfahrer müssen es komplett stornieren, auch wenn sie nur eine Strecke nicht fahren möchten. Es kann sich also lohnen, Hin- und Rückfahrt-Tickets mit Zugbindung getrennt zu buchen.

Mehr dazu im Ratgeber Bahntickets

Daniel Pöhler
Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Günstiger Bahn fahren

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Julia Rieder

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

Arne Düsterhöft

Finanztip-Volontär

Arne Düsterhöft ist Volontär in der Redaktion von Finanztip und unterstützt die unterschiedlichen Experten-Teams. Zuvor berichtete er über digitale Technologien und Telekommunikation in der Online-Redaktion von teltarif.de. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.