Einkommensanrechnung bei den Hinterbliebenen

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Das eigene Einkommen wird grundsätzlich auf die Höhe der Hinterbliebenenrente angerechnet, sobald der Freibetrag überschritten ist. Unter Einkommen ist ein Nettoeinkommen zu verstehen. So ist das Bruttoeinkommen noch in Nettoeinkommen umzurechnen. Bei bestimmten Einkommensarten wird zur Ermittlung des Netto- Betrages ein pauschaliertes Verfahren angewendet. Das den Freibetrag überschreitende Einkommen wird aber nur zu 40 Prozent angerechnet. Die Anrechnung von Einkommen kann aber dazu führen, dass die Rentenzahlung gekürzt bzw. bei höherem Einkommen gar nicht gezahlt wird.

Zahlen und Tabellen aus der gesetzlichen Rentenversicherung

Für die Anrechnung von eigenem Erwerbs- und Erwerbsersatzeinkommen der Witwe bzw. des Witwers auf die Witwen- beziehungsweise Witwerrente sind aktuelle Freibeträge vorher abzuziehen. Die aktuellen Freibeträge lassen sich zum Beispiel auf der Website der Deutsche Rentenversicherung abrufen. Ab dem 01.Juli 2012 gelten folgende Freibeträge: 741,05 Euro (West - alte Bundesländer) und 657,89 Euro (Ost - neue Bundesländer). Der Freibetrag erhöht sich für jedes waisenrentenberechtigte Kind um 157,19 Euro (West - alte Bundesländer) und 139,55 Euro (Ost - neue Bundesländer). Die komplizierte Regelung ergibt aus der Anwendung des § 97 Abs. 2 SGB VI. Das den Freibetrag überschreitende Einkommen wird dann zu 40 Prozent angerechnet. Der Freibetrag für Bezieher von Waisenrenten liegt ab dem 1.Juli 2012 bei 494, 03 Euro (alte Bundesländer) und 438,59 Euro (neue Bundesländer).

Die vorgenannte Übersicht der Deutsche Rentenversicherung enthält noch zahlreiche weitere Beitragsberechnungsgrundlagen und Bezugsgrößen in der Sozialversicherung. So u.a. auch die Mindestarbeitsentgelte für verschiedene Personenkreise, Werte zur Rentenberechnung (Durchschnittsentgelt, aktueller Rentenwert, Hinzuverdienstgrenzen und Einkommensanrechnung, Entgeltpunkte und Rentenhöhe). Der Finanztipp-Artikel Bemessungsgrenzen und Beitragssätze Sozialversicherung enthält ebenfalls eine Übersicht über die aktuell gültigen Rechengrößen in der Sozialversicherung.
Eine umfangreiche und aktuelle Übersicht bietet die Deutsche Rentenversicherung. Allerdings ist der Inhalt ohne Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen nur "schwer verdaulich". Hilfreich sind die Adressen und Telefonnummern der regionalen Service- bzw. Bürgertelefone. So mancher Nutzer greift daher eher zum Telefon.

Eigenes Einkommen der Hinterbliebenen ist bei Renten von Todes in festgelegten Beträgen anzurechnen. Zu den Renten von Todes wegen zählen Witwen- und Witwerrenten, Waisenrenten an über 18 Jahre alte Kinder.
Mit jeder Rentenanpassung ändern sich daher unter Umständen auch die Anrechnungsbeträge. 40 Prozent des über dem Freibetrag liegenden Nettoeinkommens werden dann von der Rente abgezogen. Es ist mithin immer vom Nettoeinkommen auszugehen.

Welches Einkommen ist anzurechnen?

Hierbei ist zwischen Witwen- und Witwerrenten und Waisenrenten zu unterscheiden. Bei beiden Rentenarten sind zunächst anzurechen: Erwerbseinkommen (Arbeitseinkommen), Kurzfristiges Erwerbsersatzeinkommen (Krankengeld, Arbeitslosengeld, Übergangsgeld, Mutterschaftsgeld) und Dauerhaftes Erwerbsersatzeinkommen (Renten aus gesetzlichen Versicherungen). Der Begriff des "Dauerhaften Erwerbsersatzeinkommen" ist jedoch bei der Witwen- und Witwerrente umfassender.

Die Bezieher von Witwen- und Witwerrenten müssen sich darüber hinaus auch Einkünfte aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung, aus privaten Versicherungen für die Altersvorsorge und steuerpflichtige Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften anrechnen lassen. Es kommt mithin zusätzlich zu der Anrechnung von Vermögenseinkommen bei der Witwen- und Witwerrente.
Eine günstigere Vertrauensschutzregelung besteht für Rente von Todes wegen, wenn der versicherte Ehegatte vor dem 1. Januar 2002 verstorben ist oder der Versicherte Ehegatte zwar nach dem 31.12.2001 verstorben, aber die Ehe vor dem 1.1.2002 geschlossen wurde und mindestens ein Ehegatte vor dem 2.1.1962 geboren ist. Hier kommt es dann zum Beispiel nicht zur Anrechnung von Vermögenseinkommen und Betriebsrenten.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

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