Erhöhung der gesetzlichen Rente

  • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012

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Die Rentenanpassung zum 1. Juli 2012 wird zu einer deutlichen Erhöhung der gesetzlichen Rente führen. Erste Hochrechnungen weisen auf eine Steigerung von ca. 2,3 in Westdeutschland und ca. 3,2 Prozent in Ostdeutschland hin. Zum 1. Juli 2011 war die Erhöhung der gesetzlichen Rente mit 0,99 Prozent mager ausgefallen. Im Jahr davor gab es eine Nullrunde und damit keine Rentensteigerung. Das Rentenniveau hätte sogar für das Jahr 2010 wegen der schlechten Lohnentwicklung rechnerisch sinken müssen. Diese Rentenkürzung wurde durch die von der Bundesregierung ausgesprochene Rentengarantie vermieden.

Die Rentenerhöhung zum 1. Juli 2009 betrug im Westen 2,41% und im Osten 3,38%. Um die Erhöhung der Altersrenten zum 1. Juli 2008 um 1,1 Prozent zu ermöglichen, musste die Regierung sogar mittels Kunstgriff den so genannten Riester-Faktor für zwei Jahre aussetzen. Dazu mussten die Rentengesetze entsprechend geändert werden. Denn ohne diese Gesetzesänderung wäre die gesetzliche Rente nur um 0,46 Prozent erhöht worden, da die bisher geltende Rentenformel nicht mehr hergibt.

Irrglaube in der Rentenversicherung

Es gibt immer noch viele Menschen, die glauben, dies wäre eine Verzinsung auf ihr "Angespartes". Bei den Erhöhungen handelt es sich aber nicht um eine Verzinsung auf eingezahlte Beiträge, denn unser gesetzliches Rentensystem basiert auf einem "Generationenvertrag". Die Rentenzahlungen von heute stammen aus den Taschen der Nachfolgenerationen. Eine Rentenerhöhung ist abhängig vom aktuellen Gehaltsniveau.

Die pflichtversicherten Arbeitnehmer zahlen Beiträge in die Rentenkasse ein und aus diesen Beiträgen erhalten die Rentner ihre Rentenzahlungen. Es ist ein Irrglaube, wenn viele Bürger annehmen, dass die von ihnen eingezahlten Beträge in eine Art "fiktiven Sparplan" eingezahlt werden, aus dem sie dann später ihre eigenen Rentenzahlungen erhalten.

Eine Erhöhung der Zahlung aus der gesetzlichen Rentenversicherung wird wegen der Änderungen in den Berechnungen zur Rentenformel auch in Zukunft geringer als erwartet ausfallen. Die jetzigen und die zukünftigen Rentner müssen sich in der Planung bei ihrer Altersvorsorge darauf einstellen, dass der "Kuchen" nicht mehrfach verteilt werden kann. Besonders betroffen sind jüngere Menschen, die noch gar nicht an eine Rentenerhöhung denken, sondern schon froh wären, wenn ihre zukünftige gesetzliche Rente für einen normalen Lebensstandard ausreichen würde. Da auch die Unternehmen nur noch vereinzelt eine Betriebsrente anbieten, sind die jungen Menschen praktisch gezwungen, mit eigenen Maßnahmen, wie zum Beispiel einer Privaten Rentenversicherung, etwas vorzusorgen. Der Generationenvertrag kann nur funktionieren, wenn ein Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben erhalten bleibt. Ein solches Gleichgewicht wird gestört, wenn

  • die Rentner "zu alt werden". Der so genannte demographische Faktor bringt den Generationenvertrag durcheinander. Schon heute werden Männer im Schnitt 80 Jahre und Frauen rund 85 Jahre alt.
  • die Einzahlungen in die Rentenkasse aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Freistellung von Arbeit abnehmen. Weniger pflichtversicherte Berufstätige bedeuten weniger Einzahlungen in die Rentenkasse.
  • die Arbeitnehmer zu früh in den Ruhestand gehen und vorzeitig die Rentenkasse belasten. Eine Frühverrentung belastet die Rentenkasse, sobald sie für Leistungen eintreten muss.

Rentengarantie ist aufgeschobene Rentenkürzung

Rentengarantie heißt vereinfacht: Keine Kürzung der gesetzlichen Rentenzahlung durch ein gesunkenes Lohnniveau. So hatte die Bundesregierung im Jahr 2009 die bestehende Renten-Schutzklausel um eine "erweiterte Rentenschutzklausel" ergänzt. Die Schutzklausel garantierte, dass allein ein sinkendes Lohnniveau nicht zu sinkenden Renten führt ("Rentengarantie"). Rentenkürzungen sind somit gesetzlich ausgeschlossen.

Wie oben dargelegt, wird eine mögliche Rentenerhöhung aber wegen einer zuvor vermiedenen Rentenkürzung (aufgrund der Rentengarantie) in den Folgejahren nachgeholt. Dies bedeutet, dass faktisch eine Rentenminderung in Zeiten von Rentenerhöhungen nachgeholt werden. So kam es in den Jahren 2008 und 2009 nur deshalb zu einer entsprechenden Erhöhung der Rentenzahlungen, weil am Riester-Faktor "manipuliert" wurde.

Riester-Faktor und Nachhaltigkeitsfaktor

Der Riester-Faktor und der Nachhaltigkeitsfaktor beeinflussen die Erhöhung des Rentenwerts. Der Riester-Faktor wurde für die Jahre 2008 und 2009 ausgesetzt. Die beiden ausgesetzten Stufen werden 2012 und 2013 nachgeholt. Der so genannte Riester-Faktor berücksichtigt die zusätzliche Belastung der Arbeitenehmer für die private Altersvorsorge.

Der Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentenbeziehern und Erwerbstätigen bei der Rentenanpassung. Steigen die Löhne und Gehälter in ausreichendem Maße und damit auch die Zahl der Beitragszahler, erhöhen sich im Folgejahr die Renten. Umgekehrt: wenn die Einkommen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht oder nur geringfügig steigen, gibt es auch kein Plus bei den Renten.

Die Rentenkasse ist zusätzlich durch politisch gewollte Ausgaben als Folge der Wiedervereinigung belastet worden, womit sie nicht hätte belastet werden müssen ("Verschiebebahnhof"). Der Einfluss einer geringen Geburtenrate hat hingegen nicht den großen Effekt, der ihr in den Medien manchmal zugesprochen wird. Wichtig ist, dass versicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse entstehen und dass vor allem auch ausreichend Arbeitsplätze angeboten werden.

Die Abnahme der versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse ist nur zu einem sehr geringen Teil auf den nicht so zahlreichen bundesdeutschen Nachwuchs zurückzuführen. Denn auch bei einer Steigerung der Geburtenquote von derzeit 1,4 Kinder pro Frau um 100% auf 2,8 Kinder, steht dem keine Verdoppelung von Ausbildungsplätzen gegenüber.

Die berühmte Aussage von Norbert Blüm: "Die Rente ist sicher" muss daher im heutigen Zeitpunkt relativiert gesehen werden. Die früher erwarteten Rentenleistungen lassen sich einfach nicht realisieren. Die Stellschrauben der Politik für offene und verdeckte Kürzungen sind vielfältig: Rente mit 67, Nachhaltigkeitsfaktor, Riester-Faktor, Nullrunden, Krankenkassenbeitrag bzw. Pflegeversicherung, Besteuerung (Alterseinkünftegesetz) sind uns schon geläufig.

Fazit: Das gesetzliche Rentensystem basiert auf Annahmen und Voraussetzungen, die nicht mehr gegeben sind. Die gesetzliche Rente als Pflichtversicherung zur alleinigen Versorgung im Alter ist für sehr viele Menschen nicht ausreichend. Das frühere Rentenniveau aus der Rentenkasse kann zumindest nicht gehalten werden und wird vermutlich eher auf eine Basisversorgung zurückgehen.

Der Bürger ist auf weitere Vorsorgemaßnahmen angewiesen. Dem Baustein "Private Vorsorge" kommt eine hohe Bedeutung zu. Die Eigenverantwortlichkeit für eine ausreichende Altersvorsorge nimmt zu. Die Website der Deutsche Rentenversicherung bietet detaillierte Informationen zur gesetzlichen Rente.

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