Riester-Vertrag kündigen

Wechseln ist besser als kündigen

Das Wichtigste in Kürze

  • Riester-Sparer, die mit ihrem Vertrag unzufrieden sind, können den Anbieter wechseln.
  • Alternativ können sie den Vertrag stilllegen, erhalten dann aber keine Förderung mehr.
  • Eine Kündigung lohnt sich praktisch nie, da sonst der Staat die gewährten Steuervorteile und Zulagen zurückfordert.
  • Achten Sie beim Wechsel auf die Kosten: Es können sowohl Wechsel-Kosten beim alten Anbieter anfallen als auch Abschlusskosten beim neuen Vertrag.
  • Finanztip gibt kostengünstige Empfehlungen zum Beispiel für Banksparpläne oder Fondssparpläne mit Riester-Förderung.
  • Bei allen Riester-Verträgen ist eine Entnahme zum Erwerb von gefördertem Wohneigentum möglich.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Riester-Rente immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Nach wie vor ist Riestern in Deutschland beliebt. Ende 2015 gab es rund 16,5 Millionen staatlich geförderte Riester-Verträge. Der Löwenanteil mit etwa 11 Millionen Verträgen entfällt auf Riester-Rentenversicherungen, gefolgt von Riester-Fondssparplänen mit mehr als 3 Millionen Kunden.

Viele dieser Kunden machen sich Gedanken, ob sie noch den richtigen Riester-Vertrag haben und denken über einen Wechsel oder gar die Kündigung nach. Während es bei einigen überteuerten Verträgen gute Gründe für einen Wechsel gibt, lohnt sich praktisch nie, einen Vertrag zu kündigen. In diesem Fall müssen Sparer die gesamte bereits erhaltene Förderung, sprich Zulagen und Steuervorteile, zurückzahlen.

Bei einem Wechsel kommen prinzipiell zwei Möglichkeiten infrage: Entweder legen Sie Ihren alten Vertrag still und schließen einen neuen ab. Oder Sie übertragen zusätzlich das Guthaben aus dem alten Vertrag und zahlen es in den neuen ein. Was besser ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

Tipp

Wessen Vertragsguthaben über den eingezahlten Beiträgen liegt, kann durch einen Wechsel sein Guthaben einlocken. Der Übertrag gilt als Einmalzahlung. Der neue Anbieter muss also das gesamte übertragene Kapital garantieren.

Gründe für einen Wechsel

Es gibt viele Gründe, warum Riester-Sparer den Vertrag wechseln. Ein naheliegender Beweggrund ist die Einsicht, dass der gegenwärtige Vertrag entweder zu teuer ist oder sich nicht mehr lohnt, sprich die Renditechancen zu gering sind.

Es kann aber auch sein, dass das einmal abgeschlossene Riester-Produkt nicht mehr zur Lebenssituation passt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Kunde einen Riester-Bausparvertrag abgeschlossen hat und mittlerweile nicht mehr vorhat, ein Eigenheim anzuschaffen. Ein anderer Grund könnte sein, dass der Besitzer eines Riester-Banksparplans den Erwerb einer Immobilie plant und das angesammelte Guthaben als Eigenkapital für die Baufinanzierung nutzen möchte.

Bedingungen für einen Wechsel

Riester-Anbieter sind nicht verpflichtet, Sie als Wechsler anzunehmen. So kann es schon mal vorkommen, dass ein Anbieter Sie ablehnt, wenn beispielsweise die Restlaufzeit Ihres Vertrags zu kurz ist. Manche Anbieter machen Wechselbedingungen in ihren Bedingungen transparent. 

Häufig verlangen Anbieter für einen Wechsel, dass folgende Punkte gegeben sind:

  • Der Sparer hatte nicht vor und plant auch nicht unmittelbar, Vertragsguthaben zu entnehmen, um damit eine Immobilie zu finanzieren.
  • Es hat keinen Versorgungsausgleich nach einer Scheidung gegeben.
  • Das Übertragkapital ist nicht höher als ein bestimmter Betrag.
  • Die Mindestvertragslaufzeit beträgt eine bestimmte Anzahl von Jahren.

Wechselkosten im Auge behalten

Grundsätzlich müssen beim Abschluss eines Riester-Vertrags die Kosten im guten Verhältnis zu den Renditeaussichten stehen. Das gilt insbesondere auch beim Wechsel.

Einerseits verlangt der alte Anbieter oft Wechselkosten in Höhe von bis zu 150 Euro. Je nach Vertrag fällt beim neuen Vertragspartner außerdem eine Provision für den Neuabschluss in beträchtlicher Höhe an. Bei einer Rentenversicherung sind das meist 2,5 Prozent aller zukünftig zu bezahlenden Beiträge.

Beitragsfrei stellen oder Guthaben übertragen

Für Riester-Sparer, die sich zum Wechsel entscheiden, eröffnen sich zwei Möglichkeiten. Entweder sie behalten den alten Vertrag und stellen ihn beitragsfrei oder sie nehmen das Ersparte mit zum neuen Anbieter. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Beitragsgarantie: Bei allen Riester-Produkten spricht der Anbieter die Garantie aus, dass zu Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge und staatlichen Zulagen zur Verfügung stehen. Das gilt auch für das übertragene Guthaben.

Es ist aber durchaus möglich, dass der Vertrag zwischenzeitlich ins Minus rutschen kann. Insbesondere bei Riester-Rentenversicherungen, bei denen die Abschlusskosten gebündelt in den ersten fünf Jahren anfallen, ist das zu Beginn der Laufzeit häufig der Fall. Dann kann es sinnvoll sein, den alten Vertrag beitragsfrei zu stellen. Denn der Anbieter muss dafür sorgen, dass der Vertrag spätestens bei Rentenbeginn aus dem Minus kommt – auch ohne neue Einzahlungen. Das lohnt sich allerdings nur, wenn der Vertrag deutlich im Minus ist. Ansonsten ist es klüger, Guthaben auf den neuen Vertrag zu übertragen und von den hoffentlich höheren Renditen zu profitieren.

Wer beitragsfrei stellt, bekommt keine Förderung mehr
Sind Sie mit Ihrem Riester-Vertrag nicht mehr zufrieden, könnte sich ein Wechsel zu einem besseren Anbieter lohnen. Wenn Sie den Vertrag nur beitragsfrei stellen ohne einen neuen abzuschließen, verzichten Sie zukünftig auf die staatliche Förderung. Vom Kündigen raten wir ab. In dem Fall müssen Sie sämtliche Zulagen und Steuervorteile aus der Vergangenheit zurückzahlen. Das sind oft mehrere Tausend Euro.

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So gehen Sie mit alten Rentenversicherungen um

Klassische Riester-Rentenversicherungen unterliegen nicht nur der anfangs erwähnten Beitragsgarantie, sie garantierten zusätzlich den zum Vertragszeitpunkt gültigen Garantiezins für Lebensversicherungen. Bis 2011 lag diese Mindestverzinsung noch bei 2,25 Prozent pro Jahr, ab 2017 garantieren die Versicherer nur noch 0,9 Prozent pro Jahr. Beachten Sie aber, dass dieser Garantiezins nur auf den sogenannten Sparanteil gilt, also auf den Teil Ihrer Beiträge, der nach Abzug der Kosten in den Vertrag fließt. Die tatsächliche Verzinsung ist deshalb deutlich geringer. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Ratgeber Kapitallebensversicherung.

Der Wechsel zu einer Rentenversicherung eines anderen Anbieters lohnt sich wegen des deutlichen Unterschieds beim Garantiezins meistens nicht. Davon ausgenommen sind Verträge, die in den letzten fünf Jahren abgeschlossen und für die die Abschlusskosten deshalb noch nicht vollständig erhoben wurden. Dabei gilt: Je kürzer der Vertrag läuft, desto eher lohnt sich der Wechsel.

Oftmals rentabler ist ein Wechsel zu einem anderen Riester-Produkt. Das gilt vor allem für Inhaber einer fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung. Diese Verträge legen einen Teil in Aktien- oder Mischfonds an und versprechen deshalb höhere Renditen als klassische Versicherungen. Dafür bieten diese Verträge keine Mindestverzinsung.

Alternativen
Kostengünstig und flexibel ist ein Riester-Banksparplan. Die Verzinsung des Banksparplans ist variabel und orientiert sich an den Kapitalmarktzinsen. Es fallen keine Abschlusskosten an, weshalb sich der Banksparplan auch für ältere Sparer lohnt. Zudem profitieren die meisten Eigentümer von Banksparplänen sofort, wenn die Zinsen wieder steigen.

Eine gute Wahl sind auch Riester-Fondssparpläne. Die Kosten von Fondssparplänen sind vergleichbar oder günstiger als die von Rentenversicherungen, die Renditechancen in der Regel aber deutlich höher.

Wir empfehlen Ihnen einen Wechsel zu einem Fondssparplan aber nur, wenn Sie noch lange Zeit bis zur Rente haben: mindestens 15, besser 20 Jahre oder länger. Nur wenn diese Bedingung erfüllt ist, kann der neue Anbieter einen signifikanten Teil Ihres Kapitals in renditestarke Aktienfonds anlegen. Er muss nämlich garantieren, dass sämtliche Einzahlungen zu Rentenbeginn zur Verfügung stehen. Das gilt auch für übertragenes Guthaben aus anderen Verträgen.

Der kostengünstigste Sparplan in unserem Test ist der von Fairr. Die Kosten reduzieren sich dort nochmals deutlich, wenn Sie mehr als 10.000 Euro übertragen. Dann betragen die Verwaltungskosten lediglich 0,5 Prozent pro Jahr und nicht 1,5 Prozent pro Jahr, wenn das Guthaben unter 5.000 Euro liegt.

Mehr dazu im Ratgeber Riester-Fondssparplan

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Riestern mit Aktien

  • Ein Riester-Fondssparplan bietet die Chance, mit Aktien eine hohe Rendite zu erzielen.
  • Weil sie Beiträge garantieren müssen, fahren Anbieter ihre Aktienquoten aktuell zurück.
  • Sparer müssen auf die Balance zwischen Renditechancen und Kosten achten.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

  • DWS Toprente Dynamik (über Online-Vermittler)
  • Fairrriester 2.0
  • Deka Zukunftsplan Classic
  • Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)

So trennen Sie sich von teuren Fondssparplänen

Die Palette an Riester-Fondssparplänen ist sehr breit: Es gibt teure Verträge, die kaum Aussicht auf hohe Renditen haben, aber auch ordentliche Sparpläne, bei denen Kosten und Renditechancen in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Einige Riester-Fondssparpläne sind durch die Krisen an den internationalen Finanzmärkten seit den 2000er Jahren in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Folge: Die Aktienquote für diese Sparpläne ist gering, da zunächst die Beitragsgarantie durch eine Anlage in Anleihen gesichert werden muss. Besitzer eines solchen Sparplans sowie Inhaber von Sparplänen, die in unserem Test schlecht abgeschnitten haben, sollten einen Wechsel zu einem anderen Fondssparplan erwägen.

Wenn Sie lieber gänzlich raus aus Aktien-Anlagen wollen, bietet sich vor allem ein Riester-Banksparplan an. Der Wechsel ist auch im höheren Alter problemlos, da Sie keine Abschlusskosten zahlen müssen.

Das können Sie tun, falls Sie Wohnraum bauen oder kaufen wollen

Seit 2008 besteht für Riester-Sparer die Möglichkeit, die staatliche Förderung zum Erwerb oder Bau eines Eigenheims zu nutzen. Die Eigenheimrente oder Wohn-Riester genannte Förderung richtet sich auch an Besitzer von anderen Riester-Verträgen.

Sie können das komplette Guthaben Ihres bisherigen Vertrages entnehmen und als Eigenkapital in die Baufinanzierung einbringen. Bei dem aufgenommenen Darlehen muss es sich nicht zwingend um ein Riester-Darlehen handeln. Wann ein ungefördertes Darlehen günstiger ist, lesen Sie im Ratgeber Wohn-Riester. Allerdings müssen Sie in jedem Fall die Regeln für die Förderung von Wohn-Eigentum einhalten, beispielsweise, indem Sie selbst in das neue Heim einziehen.

Der Steuerpflicht im Alter entkommen aber auch die Wechsler zur Eigenheimrente nicht: Das entnommene Guthaben wird auf dem sogenannten Wohnförderkonto vermerkt und bis zur Rente mit 2 Prozent pro Jahr verzinst.

Diese Riester-Rente passt zu Ihnen

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

  • Speziell für Arbeitnehmer und Beamte.
  • Förderung durch Zulagen und Steuervorteile.
  • Versteuerung erfolgt im Rentenalter.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

  • Rentenversicherung: Hannoversche, Huk24
  • Fondssparplan: DWS Toprente Dynamik über Online-Vermittler, Fairriester 2.0, Deka Zukunftsplan Classic, Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)
  • Wohn-Riester: Dr. Klein, Interhyp und Planethyp

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.