Riester-Fondssparplan | Test 2017

Auf die bestmögliche Aktienquote kommt es an

Das Wichtigste in Kürze

  • Riester-Fondssparpläne bieten Sparern die Chance, Aktienrendite zu erzielen, ohne ein großes Risiko einzugehen. Beiträge und Zulagen sind zum Rentenbeginn garantiert.
  • Die Wahrscheinlichkeit, eine dauerhaft hohe Aktienquote zu erzielen, ist im Niedrigzinsumfeld gesunken. Anbieter müssen vorsichtiger kalkulieren.
  • Ausschlaggebend für einen guten Fondssparplan ist, ob Anbieter stets die bestmögliche Aktienquote für Sparer bereithalten. Wichtig sind auch Kosten, Finanzstärke der Anbieter und Verständlichkeit der Anlagemodelle.
  • Wir haben alle am Markt vorhandenen Fondssparpläne angeschaut und sechs davon näher analysiert.
  • Die beste Allround-Lösung ist die DWS Toprente, die Sparer ohne Abschlusskosten über einen Fondsvermittler im Internet abschließen können.
  • Fairriester 2.0, der Deka Zukunftsplan Classic und die Uniprofirente Select (mit dem Fonds Uniglobal II) sind stark bei bestimmten Kriterien.

Riestern mit Fonds bietet Sparern die Chance, Aktienrendite zu erzielen, ohne ein großes Risiko einzugehen: Alle Einzahlungen sind zum Rentenbeginn garantiert. Im Niedrigzinsumfeld müssen die Anbieter aber ihre Aktienquoten zurückfahren und investieren mehr in sichere, aber wenig profitable Anleihefonds.

Grund ist die Beitragsgarantie. Anbieter müssen zu Rentenbeginn ein Guthaben nachweisen, das allen geleisteten Zahlungen und Zulagen entspricht. Kosten und mögliche Einbrüche am Aktienmarkt müssen sie über sichere Einnahmen aus Anleihefonds abdecken. Das Problem: Je weniger die Rentenfonds einbringen, desto mehr Beiträge müssen in die derzeit unattraktive Anlageklasse fließen.

Fazit: Bei dauerhaft niedrigen Sparzinsen ist die Wahrscheinlichkeit deutlich gesunken, dass Kunden über einen langen Zeitraum sehr hohe Aktienquoten im Riester-Fondssparplan erzielen können. In unserer Untersuchung im August 2017 haben wir dies stärker als bislang berücksichtigt und die Kriterien zur Bewertung der Fondssparpläne entsprechend angepasst.

Diese Fondssparpläne haben wir betrachtet

Untersucht haben wir Riester-Fondssparpläne, die Neukunden im August 2017 abschließen konnten. Seit Jahren befinden sich nur vier Anbieter am Markt. Bei diesen haben wir nach den noch verfügbaren Angeboten für Neukunden gefragt. Diese sind

  • der Zukunftsplan Classic und Select der Deka,
  • die Toprente und Riester-Rente Premium der DWS,
  • die klassische Uniprofirente und die Variante Select und
  • Fairriester 2.0 der Sutor Bank und Fairr.de
  • Sutor Riester Depot 2.0

Toprente und Riester-Rente Premium der DWS gibt es auch in Kombination mit einem Mischfonds mit geringerer Aktienquote (Variante Balance). Bei der Uniprofirente Select gibt es die Möglichkeit, mit dem Aktienfonds Uniglobal II oder dem Uniglobal Vorsorge anzusparen. Bei letzterem Fonds behält sich Union Investment vor, über Finanzinstrumente die Aktienquote je nach Marktlage zwischen 51 und 120 Prozent zu variieren. 

Deka-Sparpläne können Kunden bei Sparkassen abschließen. Fondssparpläne der Deutschen Bank (DWS) sind am günstigsten über Fondsvermittler im Internet zu haben. Union-Investment-Fondssparpläne gibt es bei Volks- und Raiffeisenbanken. Den Fairriester-Sparplan können Kunden online über den Vermittler Fairr abschließen.

Grundgesamtheit angepasst

Die im April 2016 untersuchte klassische Uniprofirente bot Union Investment bis zum 30. Juni 2017 an. Am 1. Juli 2017 hat die Fondsgesellschaft sie durch eine neue Uniprofirente ersetzt, die wir im aktuellen Test berücksichtigen. Die neue Variante erlaubt in schwierigen Marktphasen eine etwas höhere Aktienquote als der Vorgänger und lockt kein Guthaben mehr im Anleihefonds Unieurorenta ein. Details zur Umstellung lesen Sie in unserem Blog-Artikel.

Nicht wieder untersuchen konnten wir die bisherige Empfehlung Deka Bonusrente. Seit dem 1. August 2017 können sie Neukunden nicht mehr abschließen.

Nicht berücksichtigt

Nicht im Test berücksichtigt haben wir die Riester Rente Premium der DWS. Diese verlangt Abschlusskosten in Höhe von 2,5 Prozent der Vertragssumme, die sie über die ersten fünf Jahre des Vertrags erhebt. Sparer sind so mit ihren Beiträgen zunächst im Minus, worunter die Aktienquote leidet.

Ausgeschlossen haben wir auch den Zukunftsplan Select der Deka. Dort müssen sich Sparer für Fonds im Bereich Nachhaltigkeit und Dividendenstärke entscheiden. Diese Fonds schränken unserer Ansicht nach aber das Anlageuniversum ein und gewähren nicht die gewünschte breite Streuung.

Weiterhin nicht betrachtet haben wir die Variante Balance der DWS Toprente. Der Fondssparplan funktioniert wie die klassische Toprente, nur spart sie von Vornherein in einen Fonds mit geringerer Aktienquote an. Dem Sutor Riesterdepot 2.0 liegt ein Lebenszyklusmodell zugrunde. Das Angebot kostet allerdings deutlich mehr und schneidet bei den übrigen Auswahlkriterien nicht besser ab als der Fairriester 2.0. Wir haben daher nur den Fairriester 2.0 im Test genauer betrachtet.

Wichtige Kriterien im Test

Wir haben vier Auswahlkriterien festgelegt, die als Gradmesser für einen guten Riester-Fondssparplan gelten, und die Fondssparpläne daraufhin anhand einer Punkteskala bewertet. Sie reicht von einem Punkt (sehr schlecht) bis fünf Punkte (sehr gut).

Kriterium 1: Chance auf möglichst hohe Aktienquote

Maximale Aktienquote - Finanztip belohnt die Sparpläne, die grundsätzlich eine hohe Aktienquote (100 Prozent oder mehr) zulassen und bei denen grundsätzlich die Möglichkeit besteht, diese Aktienquote auch längerfristig zu halten.

Maximal mögliche Aktienquote

Aktienquote   Punkte
> 100 %   5
100 %   4
< 100 %   3

Steuerung der Aktienquote - Nur weil der Sparplan eine hohe Aktienquote zulässt, bedeutet dies nicht, dass der Kunde diese für die gesamte Vertragslaufzeit erhält. Wie hoch die Aktienquote für den einzelnen Sparer ist, hängt neben dem Marktumfeld unter anderem von der Höhe der eingezahlten Beiträge und der Restlaufzeit des Vertrags ab. Vor dem Hintergrund der Riester-Garantie bewerten wir die Anbieter gut, die Sparern die Chance lassen, die Aktienquote zu optimieren und im Zweifel Rendite gutzumachen.

Steuerung der Aktienquote

Optimierung der individuellen Aktienquote           Punkte
Modelle, die Aktienquote im Sparerportfolio laufend anpassen           5
Modelle, die Aktienquote diskret (in Stufen), aber individuell anspassen           4
Modelle, die zunächst innerhalb des Aktienfonds (kollektiv) die Aktienquote anpassen und erst dann das individuelle Portfolio nachziehen.           3
Modelle, die die Aktienquote nach einem festgelegten Schema reduzieren.           2

Hinweis: Finanztip bewertet nicht die zurückliegende Wertentwicklung der Aktienfonds, in die Anbieter Kundengelder anlegen. Eine gute Performance in der Vergangenheit ist unserer Ansicht nach kein verlässlicher Maßstab für die Wertentwicklung in der Zukunft. Wichtig ist, dass sich die Kosten der Fonds im Rahmen halten – dies ist über die Effektivkostenquote abgedeckt. Wichtig ist auch, dass Anbieter in international aufgestellte Aktienfonds mit breiter Streuung investieren, um Schwankungen an der Börse in der langen Frist bestmöglich aufzufangen.

Kriterium 2: Höhe der Kosten

Gute Renditechancen des Anlagemodells nützen nur, wenn gleichzeitig die Kosten des Vertrags gering sind. Um den Kosteneffekt zu beziffern, nutzen wir die sogenannten Effektivkosten. Sie geben an, um wie viele Prozentpunkte Kosten die Rendite des Vertrags mindern. Als Basis zur Bewertung der Effektivkosten dienen uns die Muster-Produktinformationsblätter, die Anbieter seit 1. Januar 2017 auf ihren Internetseiten veröffentlichen müssen. Sie geben die Kosten für einen Musterkunden an, der 30.000 Euro brutto im Jahr verdient und über 30 Jahre in den Vertrag einzahlt. So sind die Effektivkosten vergleichbar.

Wir unterscheiden bei den Kosten zwei Gruppen: Effektivkosten um die 1 Prozent pro Jahr sind sehr niedrig und werden mit vier Punkten belohnt. Kosten höher als 1,3 Prozent führen zu zwei Punkten.

Kriterium 3: Bonität des Anbieters

Fondsvermögen ist Sondervermögen und daher vor Pleiten des Anbieters geschützt. Dennoch sollte sich der Kunde auf eine gewisse finanzielle Stärke des Anbieters verlassen können. Dieser muss mit eigenem Geld aushelfen, sofern zum Rentenbeginn eingezahlte Beiträge und Zulagen nicht erhalten sind. Das kann passieren, wenn die Anlagemodelle der Anbieter die Risiken am Aktien- oder Anleihemarkt nicht ausreichend erfasst haben.

Wir belohnen mit 4 Punkten, wenn die der Fondsgesellschaft angehörige Bank (Deutsche Bank, DZ-Bank, DekaBank Deutsche Girozentrale) mindestens ein A-Rating bei einer der großen Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody’s oder Fitch hat. Damit folgen wir der Finanztip-Linie stabiler Banken. Dieses Kriterium gilt auch bei der Bewertung von Tages- und Festgeldkonten. Wer ein schlechteres oder kein Rating hat, bekommt 2 Punkte.

Kriterium 4: Verständlichkeit des Anlagemodells

Sparer sollten einfach nachvollziehen können, worin ihr Geld investiert ist (wie viel Aktienquote sie gerade im Vertrag haben) und bestenfalls auch, warum. Dies funktioniert am ehesten bei einem Lebenszyklusmodell, bei dem der Anbieter die Aktienquote im Vertrag mit zunehmender Laufzeit kontinuierlich verringert. Modelle, bei denen sich die Aktienquote laufend ändert, sind dagegen nur eingeschränkt transparent.

Je besser Sparer das Anlagemodell verstehen, umso eher dürften sie die angestrebte lange Anspardauer von 20 Jahren und mehr durchhalten. Zahlreiche Fragen von Lesern zu den Anlagemodellen der Anbieter haben uns bestätigt, wie wichtig dieses Kriterium ist.

Verständlichkeit

Aktienquote ändert sich nach festem Schema kontinuierlich           5
Aktienquote ändert sich bei Wechsel des (Dach)Fonds; genauer Zeitpunkt unbekannt           3
Aktienquote kann sich laufend ändern           2

Wir nehmen in Kauf, dass sich die Kriterien Verständlichkeit und Chance auf eine hohe Aktienquote gegenseitig bedingen: In der Regel ist die Portfoliosteuerung umso weniger transparent, je individueller ein Anbieter das Risiko steuert. Manche Anbieter bekommen aber eine etwas bessere Mischung hin als andere.

Gewichtung

Renditechancen und Kosten gewichten wir als Kernkriterien etwas stärker, jeweils zu 30 Prozent. Bonität und Verständlichkeit gehen zu jeweils 20 Prozent in die Gesamtpunktzahl ein. Beim Kriterium „Chance auf möglichst hohe Aktienquote“ gewichten wir die maximale Aktienquote noch mit 10 Prozent, die wichtigere Steuerung der Aktienquote mit 20 Prozent.

Diese Riester-Fondssparpläne empfiehlt Finanztip

Von den sechs getesteten Riester-Fondssparplänen empfehlen wir diejenigen, die am Ende über alle gewichteten Kriterien die höchste Gesamtpunktzahl erreichen.

So schneiden die getesteten Riester-Fondssparpläne ab

  Punktzahl                    
    Maximale Aktienquote   Steuerung der Aktienquote   Kosten   Bonität   Verständlichkeit   Gesamtpunkte
Gewichtung   10 %   20 %   30 %   20 %   20 %   100 %
Produkt                        
DWS Toprente Dynamik (über Online-Vermittler)   4   5   4   4   2   3,8
                         
Fairriester 2.0   3   2   4   2   5   3,3
Deka Zukunftsplan Classic   4   4   2   4   3   3,2
Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)   4   5   2   4   2   3,2
                         
Uniprofirente klassisch   5   3   2   4   2   2,9
Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal Vorsorge)   5   3   2   4   2   2,9

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 13. September 2017)

Die Toprente Dynamik der Deutschen Bank (DWS) liegt mit guten 3,8 von maximal 5 Punkten vorn. Sie bietet von allen Angeboten die beste Allround-Lösung für Sparer. Wir bewerten die Variante ohne Abschlusskosten, die Sie über einen Fondsvermittler im Internet bekommen.

Mit einem Abstand von etwa einem halben Punkt folgen Fairriester 2.0, der Deka Zukunftsplan Classic und die Uniprofirente Select von Union Investment, die Beiträge im Aktienfonds Uniglobal II anspart. Jeder der drei Zweitplatzierten ist bei bestimmten Kriterien besonders stark: Fairriester 2.0 punktet bei Kosten und Verständlichkeit, der Deka Zukunftsplan bietet die beste Kombination aus Verständlichkeit und einer Chance auf eine optimierte Aktienquote, und die Uniprofirente Select (mit Uniglobal-II-Fonds) bietet eine Mindestaktienquote mit Potenzial nach oben.

Die klassische Uniprofirente und die Uniprofirente Select mit dem Uniglobal Vorsorge als chancenreichen Fonds haben weniger als drei Punkte im Gesamtranking erreicht und sind keine Empfehlung.

Hinweis: Dieses Ergebnis hält stand, auch wenn sich die Gewichtungen ändern oder wir die Punktevergabe bei den Kriterien Kosten, Bonität und Verständlichkeit noch genauer abstufen würden. Der Test fußt allerdings auf der Einschätzung, die Steuerung der Aktienquote gegenüber der maximalen Aktienquote überzugewichten.

DWS Toprente Dynamik
Fondssparplan der Deutschen Bank mit Rabatt über Online-Vermittler

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • dynamisches Modell: Aktienquote wird laufend individuell angepasst
  • keine Abschlusskosten über Online-Fondsvermittler – niedrige Gesamtkosten von gut 1 Prozent pro Jahr
  • gute Finanzkraft des Anbieters

DWS Toprente Dynamik

Fairriester 2.0
Fondssparplan von Sutor Bank und Fairr

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • keine Abschlusskosten – niedrige Gesamtkosten von etwa 1 Prozent pro Jahr
  • transparentes Anlagemodell – Aktienquote nimmt nach festem Schema ab
  • online abschließbar
  • garantierte Rentenkonditionen durch Versicherer Mylife


Deka Zukunftsplan Classic
Fondssparplan der Sparkassen-Gruppe

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • Anlagemodell mit Chance auf Aktienquote: Sie wird individuell angepasst
  • Verständlichkeit des Anlagemodells: Aktienquote wird über vier Stufen angepasst
  • gute Finanzkraft des Anbieters


Deka Zukunftsplan Classic

Uniprofirente Select (mit Fonds Uniglobal II)
Fondssparplan der Volks- und Raiffeisenbanken

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • Aktienquote bis zu 100 Prozent mit dem Uniglobal-II-Fonds
  • dynamisches Modell: Aktienquote wird laufend individuell angepasst
  • gute Finanzkraft des Anbieters


Uniprofirente Select (mit Fonds Uniglobal II)

So begründen wir die Punktevergabe

DWS Toprente Dynamik (rabattiert) - Bis zu 100 Prozent der Beiträge und Zulagen können im DWS-eigenen Aktien-Dachfonds DWS Top Dynamic (ISIN: LU0350005186) angelegt sein. Das verdient vier von fünf möglichen Punkten. Nur bei Union Investment kann die Aktienquote theoretisch bis auf 120 Prozent ansteigen. Das Anlagemodell der DWS steuert die Aktienquote im Portfolio taggenau und individuell für jeden Sparer. Das verdient fünf Punkte. Die Effektivkosten sind bei der Toprente mit gut 1 Prozent pro Jahr vergleichsweise niedrig – vier Punkte dafür.

Sparer profitieren besonders, wenn sie den Sparplan über Fondsvermittler wie AVL, fondsvermittlung.de, fonds-for-less.de oder Trigonus online abschließen. Die DWS hat vier Sterne bei Morgen & Morgen und ist damit finanziell gut aufgestellt (vier Punkte). Die individuelle, laufende Steuerung des Portfolios macht es für Sparer jedoch schwer, Anpassungen der Aktienquote nachzuvollziehen (zwei Punkte).

Fairriester 2.0 - Der Fondssparplan folgt als einziger im betrachteten Feld dem Lebenszyklusmodell. Ein Neukunde kann höchstens 90 Prozent Aktienquote erzielen, wenn er mehr als 20 Jahre anspart, das gibt noch drei Punkte. Über die Laufzeit sinkt die Aktienquote dann kontinuierlich auf null im letzten Jahr – die Steuerung erfolgt unabhängig vom Marktumfeld, Höhe der Beiträge oder Stand des Guthabens. Das gibt zwei Punkte.

Dafür ist kein Sparplan verständlicher als Fairriester: Im Internet können Kunden jederzeit nachsehen, zu welchem Anteil sie in welchen Indexfonds (ETFs) und indexähnlichen Fonds (Dimensional-Fonds) investiert sind (fünf Punkte). Überzeugen kann Fairriester auch bei den Kosten. Sie liegen knapp über 1 Prozent pro Jahr (vier Punkte). Die Bonität der Sutor Bank ist nicht bewertet (zwei Punkte).

Deka Zukunftsplan Classic - Je nach Marktumfeld steckt die Deka Sparerguthaben in einen von vier hauseigenen Dachfonds mit unterschiedlicher Aktienquote (Zielfonds I bis IV). Erste Beiträge fließen zunächst in den Zielfonds I mit knapp 100 Prozent Aktienquote (ISIN: DE000DK1CJ20). Die Deka passt das Portfolio also individuell an, aber nicht kontinuierlich, sondern stufenweise über die unterschiedlichen Dachfonds. Das gibt vier Punkte.

Wir sehen einen Vorteil bei der Verständlichkeit in dieser etwas „gröberen“ Portfoliosteuerung und vergeben dafür drei Punkte: Kunden wissen, dass ihr Geld in einem der vier Deka-Zielfonds steckt und wie hoch die Aktienquote im Fonds ist. Die Finanzkraft der Deka ist mit vier Sternen von Morgen & Morgen gut (vier Punkte). Die Kosten des Vertrags liegen vergleichsweise höher, dafür gibt es zwei Punkte.

Uniprofirente Select (Uniglobal II) - Union Investment steuert das Anlegerportfolio wie die DWS laufend und individuell (fünf Punkte). Wer die Uniprofirente mit dem Fonds Uniglobal II wählt (ISIN: LU0718610743), hat darüber hinaus die Chance auf 100 Prozent Aktienquote (4 Punkte). Mit fünf Sternen von Morgen & Morgen ist auch die Bonität des Anbieters gut. Bei der Verständlichkeit schneidet der Sparplan dagegen etwas schlechter ab und auch die Kosten sind vergleichsweise hoch. Wir vergeben jeweils zwei Punkte.

Der Sparplan eignet sich für Sparer, die sich eine Mindestaktienquote mit Potenzial nach oben sichern möchten. Bei 30 Jahren Restlaufzeit sind 25 Prozent Aktienquote garantiert. Mit der Zeit nimmt die Mindestquote dann ab. Das Element Mindestaktienquote haben wir nicht einzeln bewertet.

Uniprofirente - Die klassische Uniprofirente liefert Sparern in einem sehr günstigen Marktumfeld (steigende Aktienmärkte, höhere Sparzinsen) die Chance auf 120 Prozent Aktienquote (fünf Punkte). Möglich ist dies über den Fonds Uniglobal Vorsorge (ISIN: DE000A1C81G1). Die Fondsgesellschaft setzt Finanzinstrumente ein und variiert die Aktienquote je nach Marktumfeld zwischen 51 und 120 Prozent. Wir bewerten die Depotsteuerung insgesamt nur mit drei Punkten: Denn ein Nachteil ist, dass die Aktienquote im Fonds alle Sparer gleichermaßen betrifft; statt individuell wird zunächst kollektiv gesteuert.

Zusätzlich schichtet die Fondsgesellschaft in vergleichsweise groben Stufen Guthaben in den Rentenfonds Unieurorenta und (seit 1. Juli 2017) wieder zurück. Weil verschiedene Steuerungsinstrumente eingesetzt werden, leidet die Verständlichkeit (zwei Punkte). Union Investment ist finanziell gut aufgestellt (vier Punkte), die Uniprofirente aber vergleichsweise teuer (zwei Punkte).

Uniprofirente Select (Uniglobal Vorsorge) - Bei diesem Produkt sparen Kunden wie bei der klassischen Uniprofirente mit dem Uniglobal-Vorsorge-Fonds (ISIN: DE000A1C81G1) an, dessen Aktienquote bis zu 120 Prozent ansteigen kann (fünf Punkte). Nachteilig ist aber, dass in schwierigen Marktphasen alle Sparer gleichermaßen von einer geringeren Aktienquote im Fonds betroffen sind. Das schränkt die individuelle Ausrichtung des Sparer-Portfolios ein (drei Punkte).

Je nach Laufzeit ist gewährleistet, dass ein bestimmter Anteil des Guthabens im Fonds investiert ist. Dies haben wir nicht bewertet. Die Kosten liegen wie bei den anderen beiden Angeboten der Fondsgesellschaft tendenziell höher (zwei Punkte), die Bonität ist gut (vier Punkte).

Kosten aller Riester-Fondssparpläne im Überblick

Anbieter   Name des Fondssparplans   Effektivkosten in % pro Jahr¹   Anlagemodell
Sutor   Sutor Riesterdepot   1,83   Lebenszyklus
Union Investment   Uniprofirente Select (Uniglobal II)   1,56 - 1,59²   dynamisch
Deka   Zukunftsplan Classic   1,51   dynamisch
Deka   Zukunftsplan Select   1,51   dynamisch
Union Investment   Uniprofirente Select (Uniglobal Vorsorge)   1,48 - 1,50²   dynamisch
Union Investment   Uniprofirente klassisch   1,42 - 1,47²   dynamisch
DWS   Riester Rente Premium   1,37   dynamisch
DWS   Riester Rente Premium Balance   1,20   dynamisch
DWS   Toprente Balance   1,14   dynamisch
DWS   Toprente Dynamik (über Online-Vermittler)   1,05³ (sonst 1,21)   dynamisch
Sutor   Fairriester   1,01   Lebenszyklus

¹ bei 30 Jahren Anspardauer und Renditeerwartung von 3 Prozent pro Jahr.
² Die Effektivkosten der Fondssparpläne von Union Investment für Wertentwicklung von 3 Prozent pro Jahr liegen nicht vor. Finanztip hat sie rechnerisch abgeleitet und gibt daher nur eine Kostenspanne an.
³ Finanztip-Berechnung.
Quelle: Muster-Produktinformationsblätter der Anbieter, Finanztip-Berechnung (Stand: 13. September 2017)

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.