Staatliche Zulagen

Das Wohnförderkonto bestimmt Ihre Steuerlast beim Wohn-Riestern

Das sollten Sie wissen

  • Bei Riester-Verträgen gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung: Sie sparen während des Berufslebens Steuern und müssen nach Renteneintritt die erhaltenen Leistungen versteuern.
  • Beim Wohn-Riester ist Ihr Vorteil das mietfreie Wohnen im Alter. Sie erhalten im Rentenalter keine Leistungen aus der Riester-Förderung, die Sie direkt versteuern könnten.
  • Der Gesetzgeber hat sich deshalb das Wohnförderkonto ausgedacht. Auf diesem fiktiven Konto werden die staatlich geförderten Leistungen zur Tilgung Ihrer Baufinanzierung vermerkt, maximal 2.100 Euro im Jahr. Dieser Betrag wird jährlich mit zwei Prozent verzinst.
  • Ab dem Renteneintritt müssen Sie den auf dem Wohnförderkonto angesammelten Betrag versteuern. Dazu haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie bezahlen die gesamte Steuerschuld auf einmal und erhalten 30 Prozent Nachlass. Oder Sie versteuern bis zu Ihrem 85. Lebensjahr jährlich einen Teil des angesammelten Betrags.
  • Wir empfehlen Ihnen, sich für die jährliche Besteuerung zu entscheiden, da diese in den meisten Fällen deutlich günstiger ist. Für Jahreseinkommen im Alter ab etwa 33.000 Euro kann sich die Einmalzahlung lohnen.
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Tipp

Mit dem Riester-Modell sparen Sie in jedem Fall Steuern sparen, wenn Sie im Rentenalter weniger verdienen als im Berufsleben.

Der Staat fördert die private Altersvorsorge mit Zulagen und Steuererleichterungen. Die Steuervergünstigungen funktionieren bei allen Riester-Verträgen nach dem gleichen Prinzip: Sie sparen während des Berufslebens Steuern und müssen auf die Leistungen, die Sie im Alter erhalten, Steuern bezahlen. In Fachkreisen wird das nachgelagerte Besteuerung genannt. Das lohnt sich für Sie, da Ihr Steuersatz im Rentenalter meist wesentlich niedriger ist als im Arbeitsleben.

Die Steuerlast errechnet sich über das Wohnförderkonto

Im Gegensatz zu anderen Riester-Verträgen erhalten Sie beim Wohn-Riester im Alter keine direkten Leistungen wie etwa eine monatliche Rente. Ihr Vorteil besteht darin, dass Sie eine selbstgenutzte Immobilie besitzen und mietfrei wohnen. Um im Vergleich zu anderen Fördervarianten eine ähnliche Besteuerung zu erreichen, hat sich der Gesetzgeber das sogenannte Wohnförderkonto ausgedacht.

Das Wohnförderkonto ist ein fiktives Konto, auf dem alle jährlich geförderten Tilgungen und Zulagen vermerkt werden, maximal 2.100 Euro im Jahr. Diese Leistungen werden bis zu Ihrem Rentenbeginn rechnerisch mit zwei Prozent pro Jahr verzinst. Das ist eine Vergütung dafür, dass Sie die geförderte Immobilie bereits selbst nutzen und von ihrer Wertsteigerung profitieren. Bei Renteneintritt müssen Sie dann das angesammelte Guthaben versteuern. Dazu haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Sie bezahlen Ihre Steuerschuld komplett bei Renteneintritt und erhalten einen Nachlass von 30 Prozent.
  • Sie versteuern bis zu Ihrem 85. Lebensjahr jedes Jahr einen Teil des Wohnförderkontos. Wenn Sie mit 67 Jahren in Rente gehen, müssen Sie also jährlich ein Achtzehntel des Wohnförderkontos versteuern.

Wenn Sie die Steuern auf einmal bezahlen, erhöht sich Ihr persönlicher Steuersatz deutlich und macht den Nachlass von 30 Prozent meist zunichte. Bei der jährlichen Besteuerung profitieren Sie hingegen zusätzlich von einem Stundungseffekt. Sie können den zu versteuernden Betrag über mehrere Jahre verteilen. Wenn Sie beispielsweise 1.000 Euro bezahlen müssen, ist es vorteilhafter, zehn Jahre lang 100 Euro zu zahlen als 1.000 Euro sofort.  Wir empfehlen Ihnen daher, die jährliche Besteuerung zu wählen, wie unser Beispielfall verdeutlicht.

Die Einmalzahlung lohnt sich nur, wenn Sie im Rentenalter ein Jahreseinkommen von über 33.000 Euro haben. Dann ist der Steuernachlass von 30 Prozent mehr wert, da sich Ihr persönlicher Steuersatz durch den Betrag des Wohnförderkontos nur noch leicht erhöht.

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Beispiel Wohnförderkonto

Sie nehmen ein Riester-Darlehen auf und schöpfen jedes Jahr den vollen Förderbetrag von 2.100 Euro aus. Nach 30 Jahren ist Ihr Darlehen abbezahlt und Sie gehen mit 67 Jahren in Rente. Auf Ihrem Wohnförderkonto hat sich inklusive Zinsen ein Betrag von 85.193 Euro angesammelt. In unserem Beispiel gehen wir davon aus, dass Sie im Rentenalter ein Einkommen von 20.000 Euro haben, was einem Grenzsteuersatz von 27 Prozent entspricht. Für Sie ergeben sich folgende Möglichkeiten:

  • Wenn Sie die jährliche Besteuerung wählen, müssen Sie bis zu Ihrem 85. Lebensjahr jedes Jahr 4.733 Euro versteuern, ein Achtzehntel des Guthabens auf dem Wohnförderkonto. In unserem Beispiel erhöht sich Ihre jährliche Steuerlast um 1.327 Euro im Jahr.
  • Wenn Sie die Steuerlast auf einen Schlag tilgen wollen, müssen Sie nur 70 Prozent des Wohnförderkontos versteuern, nämlich 59.635 Euro. Ihr persönlicher Steuersatz würde sich dann allerdings deutlich erhöhen und es würden etwa 22.574 Euro an Steuern fällig.

In unserem Beispiel müssten Sie bei Renteneintritt einen Betrag von 19.896 Euro zur Verfügung haben, um die jährliche Steuerlast von 1.327 Euro innerhalb der nächsten 18 Jahre zu tilgen. Dabei haben wir eine jährliche Verzinsung von zwei Prozent angenommen. Sie sparen also mehr als 2.600 Euro, wie unsere Tabelle zeigt.

Wohnförderkonto und resultierende Steuerschuld

Geförderte Tilgungen und Zulagen von 2.100 Euro im Jahr nach 30 Jahren   63.000 Euro
Angesammelte Zinsen nach 30 Jahren bei 2 % Verzinsung im Jahr   22.193 Euro
Gesamtstand Wohnförderkonto nach 30 Jahren   85.193 Euro (mit 30 % Nachlass: 59.635 Euro)
Option 1: Einmalig zu zahlende Steuer inklusive 30 % Nachlass   22.574 Euro auf 59.635 Euro
Option 2: Über 18 Jahre jährlich zu zahlende Steuerlast   1.327 Euro
Option 2: Einmalbetrag, um jährliche Steuerlast zu tilgen bei 2 % Verzinsung über 18 Jahre   19.896 Euro
Ersparnis von Option 2   2.677 Euro

Die Ersparnis von Option zwei wird kleiner, je mehr Einkommen Sie im Alter haben und je höher deshalb Ihr persönlicher Steuersatz ist. Bei einem Jahreseinkommen von 33.112 Euro sind in unserem Beispiel beide Optionen gleichwertig. Für höhere Einkommen ist die Einmalzahlung im Vorteil.

Diese Riester-Rente passt zu Ihnen

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

  • Speziell für Arbeitnehmer und Beamte.
  • Förderung durch Zulagen und Steuervorteile.
  • Versteuerung erfolgt im Rentenalter.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

  • Rentenversicherung: Hannoversche, Huk24
  • Fondssparplan: DWS Toprente Dynamik über Online-Vermittler, Fairriester 2.0, Deka Zukunftsplan Classic, Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)
  • Wohn-Riester: Dr. Klein, Interhyp und Planethyp
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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.