Test Risikolebensversicherung

Der beste Weg zum günstigsten Anbieter

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Beitrag einer Risikolebensversicherung ist für jeden Versicherten anders. Gesundheit, Beruf, Körpergewicht, Rauchverhalten und Versicherungssumme beeinflussen die Höhe besonders.
  • Jeder Versicherer bewertet das Risiko dieser Faktoren anders. Daher ist es ratsam, online mehrere Angebote zu vergleichen, um den individuell günstigsten Tarif zu finden.
  • Übergewicht oder Vorerkrankungen können Versicherungen in der Regel erst nach dem Online-Antrag bewerten, weil zunächst ein Sachbearbeiter den Fall prüft.

So gehen Sie vor

  • Mit zwei Vergleichen finden Sie einen guten Preis: Gesunde, nicht-körperlich arbeitende Menschen sollten Angebote von Europa und Cosmosdirekt vergleichen.
  • Wer körperlich arbeitet, kann bei der Hannoverschen und Cosmosdirekt nach Angeboten fragen.
  • Wir empfehlen, eine konstante Versicherungssumme auch dann zu wählen, wenn Sie eine Immobilienfinanzierung absichern wollen. Das ist zwar teurer als eine fallende Summe, bietet aber im Todesfall den besseren Schutz für die Hinterbliebenen.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie rund um das Thema Risikolebensversicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Eine Risikolebensversicherung gehört zu den sinnvollen Versicherungen. Denn mit dieser Police sind die Hinterbliebenen finanziell abgesichert, sollte der Versicherte sterben. Besonders für Familien oder Häuslebauer ist die Police ratsam. Mit dem Geld können sie ihren Lebensunterhalt bestreiten oder den Immobilienkredit tilgen, falls der Hauptverdienst durch den Tod wegfällt. Wir haben für verschiedene Musterprofile Angebote verglichen und die nach Finanztip-Kriterien besten Tarife herausgesucht.

Persönliche Faktoren beeinflussen den Preis

Die Risikolebensversicherung gehört zu den sogenannten biometrischen Lebensversicherungen. Das bedeutet, dass der Beitrag von persönlichen Faktoren des Versicherten abhängt. Dazu zählen:

  • das Alter,
  • der Gesundheitszustand,
  • ob Sie hauptsächlich körperlich tätig sind,
  • ob Sie Übergewicht haben,
  • ob Sie Motorrad fahren,
  • ob Sie in den letzten zwölf Monaten geraucht haben und
  • welchen Verlauf der Versicherungssumme Sie wählen.

Je höher die Versicherung anhand dieser Faktoren das Risiko einschätzt, dass der Versicherte stirbt und sie dementsprechend zahlen muss, desto teurer ist der Beitrag. Weitere Faktoren sind die Höhe der Versicherungssumme und ob die Summe während der Vertragslaufzeit konstant bleibt oder sinkt.

Tipp

So ermitteln Sie den BMI

Den BMI errechnen Sie, indem Sie Ihr Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße stellen. Für einen Mann mit 1,80 Meter Körpergröße und 75 Kilo macht das: 75:(1,80 x 1,80) = 23,1.

Weil die Versicherer auch die Gesundheit ihrer zukünftigen Versicherten in die Risikobewertung einbeziehen, haben Menschen mit Vorerkrankung oder starkem Übergewicht ein Problem. Für sie sind Beiträge zur Risikolebensversicherung online kaum vergleichbar. Zwar stellen alle Anbieter bereits online Fragen zum Gesundheitszustand, am Ende ist eine wirkliche Bewertung online bisher aber kaum möglich. Wer also bei einer Krankheit „ja“ ankreuzt, dessen Antrag wird in der Regel nochmal von einem Sachbearbeiter geprüft und er muss weitere Fragen beantworten. Erst nach dieser Bewertung kommt ein Angebot mit dem tatsächlich zu zahlenden Beitrag.

Durch diesen Umstand konnten wir im Vergleich keine Preise für Personen mit Vorerkrankungen abfragen.

Basistarif und konstante Versicherungssumme reichen meist aus

In der Regel reicht der Basistarif eines Anbieters aus. Denn verstirbt die versicherte Person, zahlt die Versicherung die vereinbarte Summe aus, egal ob Basis- oder Premium-Tarif. Die etwas teureren Varianten bieten aber Zusatzleistungen, die im Einzelfall sinnvoll sein können. Vor allem ist dies die Möglichkeit, nachträglich ohne neue Gesundheitsprüfung die Versicherungssumme zu erhöhen. Oder auch die Laufzeit der Versicherung zu verlängern.

Finanztip empfiehlt außerdem, eine konstante Versicherungssumme zu wählen. Diese bietet einen gleichbleibenden Schutz für die Angehörigen. Zwar nimmt mit der Zeit die Notwendigkeit einer hohen Versicherungssumme ab, weil wahrscheinlich das Vermögen steigt und die Kinder nicht mehr so lange abgesichert sein müssen. Aber gleichzeitig verliert die versicherte Summe durch die Inflation an Wert.

Wer einen Immobilienkredit absichern möchte, kann daher eine fallende Versicherungssumme wählen. Allerdings ist eine konstante Summe möglicherweise nur wenig teurer, gleichzeitig bietet sie Spielraum, die Angehörigen zusätzlich abzusichern.

Darüber hinaus lässt sich der Beitrag eines Tarifs mit konstanter Versicherungssumme leichter vergleichen. Grundsätzlich ist der Tarif so kalkuliert, dass der Beitrag für die gesamte Vertragslaufzeit gleich bleiben soll. Er kann lediglich in der Spanne zwischen dem angegebenen Brutto- und Netto-Beitrag schwanken. Dabei gibt der Brutto-Beitrag den eigentlichen Tarifbeitrag an. Versicherungen gewähren darauf allerdings einen Rabatt in der Höhe von Überschüssen, die sie aktuell erwirtschaften. Das ergibt den Netto- oder Zahlbeitrag.

Dagegen ist der Beitrag einer Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme von Beginn darauf angelegt, zu schwanken. Er richtet sich dabei nach dem punktuellen Risiko des Versicherten. Das bedeutet zum Beispiel: Wird der Versicherte älter, steigt das Risiko, dass er bald stirbt, und damit steigt auch der Beitrag. Auch in dieser Variante hat jeder Versicherer seine eigene Kalkulation, wodurch sich der Beitrag auf die gesamte Laufzeit des Vertrags nur schwer vergleichen lässt. Aus diesem Grund haben auch wir uns in unserem Vergleich auf Tarife mit konstanter Versicherungssumme konzentriert.

Finanztip-Empfehlung: Für das beste Angebot zweimal vergleichen

Weil jeder Versicherer das Risiko einer Person anders bewertet, lohnt es sich, zweimal zu vergleichen. Mit der richtigen Kombination der Anbieter lassen sich so Stärken finden und die Gefahr von Ausreißern beim Beitrag verringern.

Im Finanztip-Vergleich haben wir empfehlenswerte zwei Kombinationen für verschiedene Personengruppen gefunden:

Gesunde ohne körperliche Arbeit - Vergleichen Sie die Tarife der Europa und Cosmosdirekt.

Gesunde mit körperlicher Arbeit - Vergleichen Sie Angebote der Hannoverschen und Cosmosdirekt.

Europa (Tarif Standard E-RL)
gute Angebote für nicht-körperliche Berufe

  • günstige Preise für Menschen mit nicht-körperlicher Arbeit
  • zwei verschiedene Tarife
  • Rauchen wird beim Online-Antrag bereits im Preis berücksichtigt

Hannoversche (Tarif Klassisch)
gute Angebote für körperliche Berufe

  • besonders günstig für körperlich Tätige
  • drei verschiedene Tarife
  • Rauchen wird beim Online-Antrag bereits im Preis berücksichtigt

Cosmosdirekt (Tarif Basis)
gute Angebote für alle Berufe

  • günstige Preise sowohl für körperliche als auch nicht-körperliche Berufe
  • drei verschiedene Tarife
  • Rauchen und leichte Krankheiten werden beim Online-Antrag bereits im Preis berücksichtigt
  • meldet nicht an das HIS

So haben wir getestet

Test Risikolebensversicherungen 2017
Finanztip hat im Mai und Juni 2017 Risikolebensversicherungen mit konstanter Versicherungssumme verglichen. Da bei Tarifen mit abnehmender Versicherungssumme der Beitrag während der Vertragslaufzeit schwankt, ist ein Vergleich solcher Verträge kaum möglich.

Da die meisten Anbieter Risikozuschläge für starkes Übergewicht oder Vorerkrankungen erst nach einer gesonderten Prüfung in einem Angebot ausweisen, mussten wir die Untersuchung weiter einschränken. Der Preis, der sich im Online-Rechner der Versicherer ermitteln lässt, ist in solchen Fällen nur vorläufig. Aus diesem Grund konnten wir nur Angebote für gesunde Menschen vergleichen.

Mit einer Google-Suche bestimmten wir die Grundgesamtheit der zu untersuchenden Angebote. Auf den ersten beiden Ergebnis-Seiten für die Suchbegriffe „Risikolebensversicherung“ und „Risikolebensversicherung Vergleich“ fanden sich sowohl Vergleichsportale als auch Versicherungen. Im ersten Schritt verglichen wir die fünf gefundenen Vergleichsportale, da diese mit einer einzigen Dateneingabe einen guten Überblick über viele Angebote geben können. In die Untersuchung nahmen wir nur Seiten auf, die vor dem Ergebnis keine Eingabe persönlicher Daten fordern. Weiteres Kriterium war die Möglichkeit, auf diesem Portal einen Vertrag abschließen zu können.

Auf allen Portalen fragten wir Preise für unsere 24 Musterprofile ab. Diese unterschieden sich hinsichtlich Alter, Gewicht, Beruf, Rauchen/Nichtrauchen, Motorradfahren und Laufzeit. Bei den Profilen nahmen wir eine Versicherungssumme von entweder 200.000 oder 250.000 Euro sowie Versicherungsbeginn 1. Juli 2017 an.

Durch die Abfrage von Preisen auf Vergleichsportalen erhoben wir so auch die Beiträge für Tarife der großen Versicherer wie Allianz, Axa oder Gothaer. Bei näherer Betrachtung der gefundenen Portale stellten wir aber fest, dass keines alle Filtermöglichkeiten bot, die für einen Vergleich sinnvoll wären. Oder die angebotenen Filter funktionierten anders als erwartet. Des Weiteren zeigte manches Portal Schwächen bei der Auswahl der Tarife. Geeignete und günstigere Tarife waren mitunter nicht zu sehen.

Gleichzeitig war auffällig, dass bei unseren Musterprofilen wiederholt dieselben Tarife als die günstigsten ganz oben im Ergebnis auftauchten. Die Europa und Hannoversche waren bei 24 Profilen zusammen 19-mal die günstigsten Anbieter. Diesen Umstand machten wir uns zunutze: Zum einen überprüften wir auf den Websites dieser Anbieter die in den Portalen gefundenen Preise. Zusätzlich fragten wir Angebote bei Huk24 und Cosmosdirekt ab. Diese Online-Anbieter hatten wir in unserer Google-Suche gefunden, sie werden aber nicht auf Vergleichsportalen gelistet.

Die gefundenen Preise werteten wir aus hinsichtlich des Bestpreises für das abgefragte Musterprofil, der durchschnittlichen Abweichung jedes Anbieters von diesem Bestpreis und der maximalen Abweichung bei einzelnen Profilen.

Dabei traten deutlich unterschiedliche Stärken der Anbieter hervor, die aus einer unterschiedlichen Bewertung der Risikoprofile resultieren. So unterscheidet die Hannoversche bei der Bewertung der Berufe kaum zwischen körperlicher und nicht-körperlicher Arbeit. In der Folge sind die Tarife der Hannoverschen für körperlich arbeitende Menschen in der Regel sehr günstig. Für nicht-körperliche Berufe hat die Europa günstige Angebote. Cosmosdirekt zeigte sich stark bei Motorradfahrern oder Menschen mit leichtem Übergewicht. Durch eine Kombination der Europa oder Hannoverschen mit der Cosmosdirekt lässt sich die durchschnittliche Abweichung vom günstigsten Beitrag weiter senken.

nicht-körperliche Arbeit            
  Hannoversche Europa   Cosmosdirekt   Europa & Cosmosdirekt
durchschnittliche Abweichung vom besten Preis 17 % 7 %   9 %   2 %
höchste Abweichung vom besten Preis 37 % 22 %   21 %   12 %
             
körperliche Arbeit            
  Hannoversche Europa   Cosmosdirekt   Hannoversche & Cosmosdirekt
durchschnittliche Abweichung vom besten Preis 4 % 25 %   29 %   1 %
höchste Abweichung vom besten Preis 24 % 52 %   108 %   13 %

Auszug aus den Untersuchungs-Ergebnissen

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 10. August 2017)

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.