Schufa-Eintrag löschen

So korrigieren Sie fehlerhafte Daten bei Auskunfteien

Das Wichtigste in Kürze

  • Daten bei Auskunfteien können fehlerhaft oder unvollständig sein.
  • Der häufigste Fehler sind bereits getilgte Forderungen, die nicht rechtzeitig gelöscht wurden.
  • Solche Fehler können dazu führen, dass zum Beispiel Banken Sie nicht für kreditwürdig halten.
  • Enthält eine Selbstauskunft Fehler, sollten Sie diese berichtigen lassen.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Kredit und Schufa immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Auskunfteien sammeln finanzielle Daten von Verbrauchern und bewerten damit deren Bonität. Bei jedem vierten Verbraucher waren die gespeicherten Daten allerdings fehlerhaft oder unvollständig, so die GP-Forschungsgruppe zu ihrer Studie auf dem Symposium im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz im Mai 2015. Verbrauchern können solche Fehler Ärger bereiten, wenn sie die Bonitätsauskunft für einen Vertrag benötigen. Jeder falsche Datensatz kann nämlich den Scorewert verschlechtern.

Typische Fehler in Daten, die Auskunfteien gespeichert haben:

  • Getilgte Kredite werden nicht rechtzeitig gelöscht.
  • Bezahlte Forderungen werden nicht als erledigt bezeichnet.
  • Forderungen sind in der Höhe fehlerhaft angegeben.
  • Verspätete Zahlungen finden sich zu Unrecht in der Auskunft.
  • Persönliche Daten sind fehlerhaft oder nicht eingetragen.

Um einen Fehler zu finden, müssen Sie wissen, welche Daten die Auskunftei über Sie gespeichert hat. Einmal im Jahr  haben Sie ein Anrecht auf eine kostenlose Auskunft. Machen Sie von diesem Recht regelmäßig Gebrauch – nicht nur gegenüber der Schufa, sondern auch gegenüber den anderen wichtigen Auskunfteien: Infoscore, Deltavista, Bürgel und Boniversum.

Fehler bei den persönlichen Daten

Stellen Sie fest, dass Einträge zu Ihrer Person nicht mehr aktuell oder falsch sind, sollten Sie verlangen, dass die Auskunftei die Daten berichtigt oder löscht. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet (§ 35 Abs. 1 BDSG). Die Adressen der wichtigsten Auskunfteien finden Sie hier.

Daten wurden vom Unternehmen falsch gemeldet

Verantwortlich für fehlerhafte Datenbestände bei den Auskunfteien sind häufig die Firmen, welche die Daten an die Auskunftei weitergegeben haben. Die Unternehmen sind verpflichtet, nachträgliche Änderungen, etwa wenn der Kunde gezahlt oder einen Vertrag gekündigt hat, der Auskunftei innerhalb eines Monats mitzuteilen (§ 28a Abs. 3 BDSG). Das soll gewährleisten, dass Negativmerkmale berichtigt werden. Aber auch positive Daten müssen aktuell gehalten werden, etwa wenn ein Vertrag beendet wurde.

Findet sich eine erledigte Geldforderung gegen Sie immer noch in der Schufa, sollten Sie sich an das in der Auskunft genannte Unternehmen wenden. Bitten Sie um einen sogenannten Erledigungsvermerk und sofortige Weiterleitung an die Auskunfteien. Bestätigt Ihnen ein Unternehmen die Erledigung, senden Sie diese Bestätigung am besten selbst noch einmal an die Schufa oder die jeweilig andere Auskunftei und bitten um Berichtigung. Der Eintrag erhält dann den Zusatz „erledigt“.

So einen Zusatz gibt es allerdings nicht bei Krediten – auch wenn ein Kredit ordentlich zurückgezahlt wurde, verzichtet die Schufa darauf, das zu dokumentieren. Die zusätzliche Information sei überflüssig, heißt es bei der Schufa, weil sich schon aus den Vertragsdaten selbst ergebe, dass der Kredit getilgt sei. Stimmen einzelne Angaben zu Verträgen oder Krediten nicht, wenden Sie sich an das Unternehmen und die Auskunftei, damit auch diese Daten berichtigt werden.

Sie können dazu dieses Musterschreiben verwenden und an die jeweilige Auskunftei schicken.

Die Speicherdauer ist gesetzlich geregelt

Viele Verbraucher wenden sich an die Schufa und bitten, ein Negativmerkmal vorzeitig zu löschen. Damit haben sie in der Regel keinen Erfolg. Es gibt nämlich gesetzliche Speicherfristen. Das sind in der Regel drei Jahre (§ 35 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 BDSG). Eine Forderung verschwindet also auch nach der Bezahlung nicht einfach aus dem Datenbestand. Bis zum Ende der gesetzlich vorgesehenen Frist speichern die Auskunfteien auch erledigte Forderungen oder andere bereits erledigte Merkmale weiterhin.

Fristen der Datenspeicherung bei der Schufa

Art der Information Löschungszeitpunkt
Informationen über Kredite 3 Jahre nach Rückzahlung des Kredits
Informationen über Giro- und Kreditkartenkonten nach Benachrichtigung der Schufa über die Auflösung des Kontos
Kreditanfragen 12 Monate nach Anfrage
Kreditkonditionen-Anfragen (die sehen nur Sie in der Selbstauskunft, an anfragende Unternehmen werden die Infos nicht weitergegeben) 12 Monate nach Anfrage
Anfragen von Unternehmen an die Schufa spätestens 12 Monate nach Anfrage
unstrittig falsche Angaben jederzeit
Haftbefehl und Abgabe der Vermögensauskunft 3 Jahre, jedoch vorzeitig, wenn eine Löschung durch das Amtsgericht nachgewiesen wird
Restschuldbefreiung 3 Jahre zum Jahresende

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 10. Juni 2015)

Vorzeitige Löschung möglich – Verbraucher können eine Forderung vor Ablauf der gesetzlichen Fristen löschen lassen, wenn sich diese auf maximal 2.000 Euro beläuft und innerhalb von sechs Wochen bezahlt wurde. Es darf dazu aber weder ein Urteil noch einen Vollstreckungsbescheid geben. Treffen die Voraussetzungen zu, löscht die Schufa die Forderung vorzeitig aus ihrem Datenbestand.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Kredit und Schufa immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Wenn Streit über eine Forderung besteht

Gläubiger dürfen nicht jeden Verzug gleich an die Schufa melden. Grundlage für die Weitergabe ist das Bundesdatenschutzgesetz (§ 28a BDSG). Der Betroffene muss danach mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden sein. Zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung an die Schufa müssen mindestens vier Wochen liegen. Zusätzlich muss der Gläubiger rechtzeitig vor Weitergabe der Daten den Schuldner unterrichten. Besteht Streit über die Forderung, darf der Gläubiger keine Daten weitergeben, egal, ob er nun der Ansicht ist, die Forderung bestehe zu Recht oder nicht.

Findet sich in Ihrer Auskunft eine Angabe über eine verzögerte Zahlung oder eine Forderung, die aus Ihrer Sicht nicht besteht, sollten Sie das umgehend der Auskunftei mitteilen. Das Gleiche gilt, wenn Sie nicht zweimal schriftlich gemahnt wurden, das Unternehmen aber dennoch den Verzug der Auskunftei bereits gemeldet hat. Fügen Sie am besten ein Schreiben bei, worin Sie dem Unternehmen mitgeteilt haben, dass Sie die Forderung nicht akzeptieren. Dann darf kein Eintrag bei der Auskunftei erfolgen.

Ombudsmann hilft in Streitfragen

Will die Schufa den Eintrag nicht berichtigen, können Sie den Ombudsmann anrufen. Allerdings müssen Sie zuvor Kontakt mit dem Privatkunden-Servicecenter der Schufa aufgenommen haben, um einen Klärungsversuch zu erreichen. Durch das Einschalten des Ombudsmanns der Schufa entstehen für Sie keine Kosten. Kommt er zu dem Ergebnis, dass der Verbraucher durch das Schufa-Verfahren einen Nachteil erlitten hat, sorgt er mit seinem Schiedsspruch dafür, dass die Angelegenheit richtiggestellt wird. So kann er zum Beispiel eine Überprüfung der beanstandeten Meldung bei dem betreffenden Vertragspartner veranlassen oder – bei einer berechtigten Reklamation – die Korrektur eines Datensatzes in die Wege leiten. Hier finden Sie das Online-Formular für den Schufa-Ombudsmann.

Die anderen Auskunfteien bieten keine gesonderte Schlichtungsstelle wie den Ombudsmann der Schufa. Bei Unstimmigkeiten sollten Sie sich an den betrieblichen Datenschutzbeauftragten wenden. Die Adresse finden Sie auf der Webseite der Auskunftei in der Rubrik Datenschutz. Kommen Sie auch hier nicht weiter, wenden Sie sich an die Datenschutzaufsichtsbehörde. Zuständig ist immer die Landesdatenschutzbehörde, in dem die Auskunftei ihren Sitz hat.

Mehr dazu im Ratgeber Schufaeintrag

Dr. Britta Schön
Finanztip-Rechtsexpertin

Ist Ihr Schufa-Eintrag korrekt?

  • Beantragen Sie kostenlos eine Schufaauskunft.
  • Lassen Sie Fehler berichtigen.
  • So verbessern Sie Ihren Schufa-Score.

» Zum Ratgeber

Die wichtigsten Auskunfteien

  • Schufa
  • Deltavista
  • Bürgel
  • Infoscore

Sollen wir Sie
zum Thema Kredit und Schufa
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter britta.schoen@finanztip.de.