Sparvertrag

Diese Sparverträge gibt es

Das Wichtigste in Kürze

  • Sparvertrag ist ein Sammelbegriff für verschiedene Angebote von Banken.
  • Beispiele für Sparverträge sind Sparbriefe, Wachstumssparen oder Ratensparen.
  • Die Konditionen sind meist schlechter als bei den besten Angeboten für Tagesgeld oder Festgeld.
  • Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich, Ihr Geld nicht länger als 24 Monate fest anzulegen.

Festgeld - die besten Angebote

  • bis sechs Monate:

Leaseplan Bank, 0,55 Prozent pro Jahr
Moneyou, 0,5 Prozent pro Jahr

  • bis zwölf Monate:

Leaseplan Bank, 0,75 Prozent pro Jahr

  • bis 24 Monate:

Close Brothers (über Zinspilot), 1,06 Prozent
CA Consumer Finance, 1,01 Prozent pro Jahr

  • bis 36 Monate:

Close Brothers (über Zinspilot), 1,11 Prozent
CA Consumer Finance, 1,11 Prozent pro Jahr
Fidor Bank, 1,1 Prozent pro Jahr

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Wir empfehlen Ihnen Tagesgeld und Festgeld als sichere Anlageprodukte.

Der Begriff Sparvertrag beschreibt kein bestimmtes Produkt, sondern ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl verschiedener Angebote, die Banken Ihnen machen. Das Fünfte Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer versteht unter einem Sparvertrag beispielsweise eine Möglichkeit zur langjährigen Anlage von vermögenswirksame Leistungen. Auch Versicherungen bewerben ihre Angebote wie eine Kapitallebensversicherung oft als Sparvertrag mit Risikoschutz. Landläufig bezeichnet ein Sparvertrag allerdings eine Palette von Produkten, die Sie bei Ihrer Bank erwerben können.

Generell werden Sparverträge nach verschiedenen Laufzeiten mit der einhergehenden unterschiedlichen Verfügbarkeit unterteilt. Sparverträge mit kürzerer Laufzeit sind flexibler, bieten allerdings weniger Rendite als Sparverträge mit längeren Laufzeiten, bei denen Sie im Gegenzug erst nach vielen Jahren wieder an Ihr Geld kommen.

Banken versuchen, Sie mit Sparverträgen zu schlechten Konditionen lange an sich binden.

Meist versuchen Banken, Ihnen Produkte zu verkaufen, bei denen Sie Ihr Geld möglichst lange an das Institut binden und bei denen Sie während der Laufzeit nicht einfach zu einem besseren Produkt oder Anbieter wechseln können. Beispiele hierfür sind Bonussparverträge, die Ihnen eine niedrige Grundverzinsung bieten und erst am Ende der Laufzeit eine Bonuszahlung ausschütten. Vergleichen Sie die zu erwartende Rendite Ihres Sparvertrags auf jeden Fall mit den besten Angeboten für Tagesgeld und Festgeld.

Entscheiden Sie sich nur dann für einen wie auch immer gestalteten Sparvertrag, wenn Sie das Angebot verstehen und von den Vorteilen gegenüber einfachen Anlagemöglichkeiten wie Tagesgeld und Festgeld überzeugt sind. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel einige Produkte vor, die meistens unter dem Begriff Sparvertrag zusammengefasst werden. Generell empfehlen wir Ihnen für Ihr fest angelegtes Geld eine Laufzeit von maximal 24 Monaten zu wählen, da Sie einen Sparvertrag meist nicht kündigen oder weiterverkaufen können und sich fest an eine Bank binden. Für längerfristige Anlagen empfehlen wir Ihnen Anleihen, da sie flexibler sind und im Bedarfsfall an der Börse weiterverkauft werden können.

Sparbrief

Ein Sparbrief ist eine Variante eines Sparvertrags, auch wenn beide Begriffe oftmals synonym gebraucht werden. Wird er von einer Sparkasse ausgegeben, spricht man auch von einem Sparkassenbrief. Ein Sparbrief ist eine Anlage mit vorab festgelegter Laufzeit und festgeschriebenem Zinssatz. Im Vergleich zu einer Festgeldanlage kann der Sparbrief allerdings eine sogenannte Nachrangabrede enthalten.

Achtung

Nachrangabrede

Das bedeutet, dass die Einlagensicherung nicht greift und dass im Falle eines Zahlungsausfalls zuerst andere Gläubiger als Sie bedient werden. Für das höhere Risiko erhalten Sie auch einen höheren Zinssatz.

Sparbriefe haben meist eine Laufzeit von einigen Jahren, wohingegen Festgeld bereits ab einer Laufzeit von sechs Monaten erhältlich ist. Die jährliche Rendite von Sparbriefen ist in den meisten Fällen niedriger als die der besten Festgeldangebote.

Ratensparvertrag / Bonussparen

Der Begriff Ratensparvertrag besagt nur, dass Einzahlungen in festgelegten Raten erfolgen und die Laufzeit feststeht. Ein vorzeitiger Zugriff auf Ihr Geld ist meist nicht möglich. Der Zinssatz, den die Bank Ihnen anbietet, kann variabel sein oder vorher festgesetzt werden. Ein sogenannter Bonussparvertrag sieht die Auszahlung eines Zuschusses am Ende der Laufzeit vor.

Wir empfehlen Ihnen, die zu erwartende Rendite mit den besten Angeboten für Tagesgeld und Festgeld zu vergleichen. In den seltensten Fällen ist ein Ratensparvertrag die bessere Alternative.

Wachstumssparen / Zuwachssparen

Beim Wachstumssparen – auch Zuwachssparen genannt – erhalten Sie auf Ihr Geld Zinsen, die mit zunehmender Laufzeit steigen. Meist wird von den Banken mit dem besonders hohen Zinssatz im letzten Jahr der Laufzeit geworben. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass die jährliche Rendite weitaus geringer ist als dieser Lockzinssatz. Beim Wachstumssparen legen Sie Ihr Geld meist über einen relativ langen Zeitraum von drei bis fünf Jahren an. Die jährliche Rendite über die gesamte Laufzeit übersteigt meist nicht die Rendite der besten Festgeldangebote.

Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist kein Sparvertrag im klassischen Sinn, sondern die Verbindung eines Sparvertrags mit einem Darlehen zum Bau oder Erwerb von Immobilien. Sie sparen über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren eine gewisse Summe an. Diese wird verzinst, meist jedoch mit einem deutlich niedrigeren Satz als für Tagesgeld oder Festgeld. Sie können wählen, ob Sie monatlich in Ihren Bausparvertrag einzahlen wollen oder eine Einmalzahlung tätigen. Die Bausparsumme, die Sie am Ende der Sparphase erhalten, setzt sich aus dem Ersparten und dem Immobiliendarlehen zusammen.

Der Zinssatz für das Darlehen liegt meist über den Darlehenszinsen für Immobilienkredite mit vergleichbarer Laufzeit. Allerdings sind sowohl der Zinssatz wie die Tilgungsdauer für das Darlehen bereits zu Beginn festgelegt. Hier liegt auch der einzige Vorteil eines Bausparvertrags: Sie sichern sich ein Darlehen mit einem festgelegten Zinssatz, dessen Laufzeit allerdings erst in mindestens fünf Jahren beginnt. Der Darlehensteil des Bausparvertrags ähnelt einem Forward-Darlehen. Das können Sie allerdings nur bis zu 36 Monate im Voraus abschließen. Wir empfehlen Ihnen, nur dann einen Bausparvertrag abzuschließen, wenn Sie sich sicher sind, dass Sie das Immobiliendarlehen auch benötigen werden und von steigenden Zinsen für Immobilienkrediten ausgehen. Zum Vermögensaufbau lohnt sich ein Bausparvertrag nicht.

Kündigungsfrist und Kündigungssperrfrist

Achten Sie bei jedem Sparvertrag auf die Kündigungsfrist. Sie beginnt mit dem Zeitpunkt der Kündigung durch den Sparer. Beispiel: Wenn Sie einen Sparvertrag mit zweijähriger Kündigungsfrist ein Jahr nach Beginn der Laufzeit kündigen, wird der angesparte Betrag erst drei Jahre nach Beginn des Sparvertrags ausgezahlt.

Neben der Kündigungsfrist gibt es oftmals auch eine Kündigungssperrfrist. Das ist der Zeitraum nach Beginn des Sparvertrags, in dem keine Kündigung erfolgen kann. Erst nach Ablauf dieser Sperrfrist kann der Sparer kündigen und erst dann beginnt die Kündigungsfrist.

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BGH-Urteil zur variablen Verzinsung von Sparverträgen

Bei langfristig angelegten Sparverträgen ist eine Zinsänderungsklausel, die dem Kreditinstitut eine unbegrenzte Zinsänderungsbefugnis einräumt, unwirksam. Das hat der Bundesgerichtshof in seinem Urteil (Az. XI ZR 140/03) vom 17. Februar 2004 entschieden.

Das Urteil besagt, dass eine Bank die Verzinsung eines Sparvertrags nicht einfach so ändern darf – selbst wenn ein variabler Zinssatz vereinbart wurde. Die Bank ist dazu verpflichtet, Ihnen den geänderten Zinssatz anhand von Referenzgrößen des Kapitalmarkts wie beispielsweise dem Euribor einer relevanten Laufzeit zu begründen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.