Steuererklärung 2014

Holen Sie sich Ihr Geld vom Staat zurück

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer eine Steuererklärung für 2014 abgeben muss, hatte damit bis zum 1. Juni 2015 Zeit – bei Fristverlängerung bis Ende September 2015. Freiwillig können Sie die Steuererklärung noch vier Jahre rückwirkend einreichen.
  • Es lohnt sich in vielen Fällen, die Formulare auszufüllen: Mehrere Hundert Euro Rückerstattung sind möglich.
  • Viele Steuerzahler kommen allein mit ihren Fahrtkosten über den steuerlichen Pauschbetrag und können so noch viele weitere berufliche Ausgaben absetzen.
  • Auch wer Handwerker, eine Putzhilfe oder Kinderbetreuung in seiner Wohnung beschäftigt hatte, kann sich Geld vom Fiskus zurückholen.
  • Wer 2014 geheiratet hat, kann seine Einnahmen für das komplette Jahr nach dem günstigen Splittingtarif versteuern.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Mehr als 800 Euro erhält laut Bund der Steuerzahler durchschnittlich jeder Steuerpflichtige zurück, wenn er eine Steuererklärung macht. Doch noch immer nutzen nicht alle Steuerzahler ihr Recht, sich zu viel gezahltes Geld vom Fiskus zurückzuholen. Dabei ist das weniger bürokratisch und aufwendig, als viele denken.

Steuererklärung: Wer kann helfen?

Wer muss und wer sollte freiwillig eine Steuererklärung abgeben?

Sie müssen beispielsweise eine Steuererklärung machen, wenn Sie monatliche Einkünfte ohne Lohnsteuerabzug von mehr als 410 Euro hatten, auch Arbeitslosen-, Kurzarbeiter- oder Elterngeld zählt dazu. Auch wenn Sie als Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner die Kombination der Lohnsteuerklassen III/V oder IV/IV mit Faktor haben, sind Sie verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Das Gleiche gilt, wenn Sie 2014 mehrere Arbeitgeber gleichzeitig hatten und Ihr Einkommen nach Steuerklasse VI abgerechnet wurde. Auch wenn Sie Freibeträge in Anspruch genommen haben oder Einkünfte als Selbstständiger, Rentner oder Vermieter über dem Grundfreibetrag von derzeit 8.354 Euro hatten, sollten Sie die Steuerformulare ausfüllen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Pflicht zur Einkommenssteuererklärung.

Verschenken Sie kein Geld. Auch wenn Sie nicht verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben, lohnt es sich meist, das trotzdem – freiwillig – zu machen. Wenn Sie beispielsweise hohe Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen hatten oder wenn Sie Handwerker und Dienstleister in Ihrem Haushalt beschäftigt hatten, bekommen Sie in der Regel einen Teil der Ausgaben vom Finanzamt zurück.

Oder haben Sie 2014 geheiratet? Dann lohnt sich oft eine Steuererklärung, denn Ihre Einkünfte werden mit denen Ihres Ehepartners für das gesamte Jahr nach dem vorteilhaften Splittingtarif versteuert. Dies gilt zumindest in den Fällen, in denen beide Ehepartner unterschiedlich viel verdienen. Hier finden Sie Ihr zuständiges Finanzamt, an das Sie die Steuererklärung schicken.

Tipp

Bei Nachzahlung freiwillige Erklärung zurückziehen

Statt eine Steuererstattung zu bekommen, sollen Sie eine saftige Nachzahlung leisten? Sie können innerhalb eines Monats widersprechen und Ihre freiwillig abgegebene Steuererklärung zurücknehmen, sie gilt dann als nicht abgegeben. Beantragen Sie dazu die „Aussetzung der Vollziehung“.

Welche Ausgaben die Steuer mindern

Für Ihre Steuererklärung müssen Sie nicht zwangsläufig alle Formulare ausfüllen, die das Finanzamt zu bieten hat. Mantelbogen und Anlage N sind ohnehin Pflicht. Wenn Sie Kinder haben, kommt noch die Anlage Kind dazu. Für Ihre Versicherungen und die Altersvorsorge brauchen Sie noch die Anlage Vorsorgeaufwand und die Anlage AV, wenn Sie Riester-Sparer sind. Sind Sie ehrenamtlich oder als Übungsleiter tätig, brauchen Sie noch die Anlage S. Kreuzen Sie im Mantelbogen das entsprechende Formular an, wenn Sie es beilegen.

Werbungskosten: Knacken Sie den Pauschbetrag
Von Ihrem zu versteuernden Einkommen wird immer die Werbungskostenpauschale für berufliche Ausgaben abgezogen. Das sind derzeit 1.000 Euro, die Sie nicht versteuern müssen. Doch vielleicht ist noch mehr für Sie drin. Wenn Ihre beruflichen Ausgaben diesen Pauschbetrag übersteigen, zählt jeder zusätzliche Euro. Arbeitnehmer, die täglich 15 Kilometer zur Arbeit fahren, kommen allein mit ihren Fahrtkosten meist schon über den Pauschbetrag. Diese werden nach der sogenannten Entfernungspauschale mit 30 Cent für jeden Kilometer der einfachen Strecke berechnet. Fahren Sie beispielsweise an 228 Tagen im Jahr 15 Kilometer zur Arbeit, kommen schon 1.026 Euro an Fahrtkosten zusammen. Alle weiteren Ausgaben sind bares Geld wert. (Anlage N, Seite 2, Zeile 31 bis 39)

Weitere Werbungskosten: Hier können Sie alles eintragen, was Sie für Ihren Job oder für die Karriere ausgegeben haben: Kontoführungsgebühren erkennt der Fiskus beispielsweise bis zur Höhe von 16 Euro ohne Nachweis an. Alles andere müssen Sie belegen können: einen Englisch- oder Computerkurs, Schreibmaterial, Fachbücher, Zeitschriften, die Sie für den Job brauchen oder die Mitgliedschaft in einer Berufsvereinigung. Aber auch Ausgaben für Bewerbungen wie Porto oder Bewerbungsbilder und Fahrtkosten zu den Vorstellungsgesprächen tragen Sie als Werbungskosten ein. Mehr dazu finden Sie im Ratgeber Werbungskosten. (Anlage N, Seite 2, Zeilen 40 bis 48)

Und: Wenn Sie ein Arbeitszimmer in Ihrer Wohnung nutzen, können Sie diese Kosten mit bis zu 1.250 Euro im Jahr geltend machen. Bedingung: Für die berufliche Tätigkeit steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Dies gilt beispielsweise für Lehrer und viele Außendienstmitarbeiter.

Tipp

Belege sammeln lohnt sich

Auch wenn Sie zunächst annehmen, dass Sie mit Ihren Werbungskosten nicht über den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro kommen, sollten Sie schon ab Jahresbeginn sämtliche Quittungen sammeln, die durch Ihr Arbeitsverhältnis entstehen. Denn erst am Jahresende können Sie mit Sicherheit berechnen, wie hoch Ihre Werbungskosten insgesamt ausfallen.

Wohnung renovieren: Der Fiskus zahlt mit. Ob Tapetenwechsel, neue Fenster oder ein renoviertes Bad – Ausgaben für solche Handwerkerarbeiten sollten Sie in Ihrer Steuererklärung eintragen. 20 Prozent des gezahlten Lohns können Sie direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen, maximal 1.200 Euro pro Jahr. So können Sie insgesamt Rechnungen bis 6.000 Euro zu Ihrem Vorteil nutzen. Auch die Anfahrts- und die Gerätekosten des Handwerkers fallen darunter. Voraussetzung ist, dass Ihnen Maler, Fliesenleger und Co. eine Rechnung stellen und Sie diese per Überweisung zahlen. In diesem Schreiben des Bundesfinanzministeriums sind alle Leistungen aufgeführt, die Sie von der Steuer absetzen können (ab Seite 27).

Tipp: Selbst wenn Sie zur Miete wohnen, können Sie diesen Steuervorteil nutzen: Was Ihr Vermieter an Handwerkerleistungen im Mietshaus auf die Nebenkostenrechnung setzt, können Sie ebenfalls in der Steuererklärung eintragen (Mantelbogen, Seite 3, Zeile 75).

Hilfe im Haushalt: Sichern Sie sich einen Steuerabzug

Haben Sie 2014 eine Putzhilfe in Ihrer Wohnung beschäftigt? Oder eine Pflegekraft für einen kranken Familienangehörigen? Für die Beschäftigung solcher haushaltsnahen Dienstleister können Sie sich ebenfalls einen direkten Steuerabzug sichern. Abzugsfähig sind 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens aber 4.000 Euro. Voraussetzung auch hier: Rechnung und Überweisung.

Tipp: Was in der Nebenkostenabrechnung für Ihre Mietwohnung zum Beispiel für den Hausmeister, die Treppenhausreinigung oder den Winterdienst anfällt, können Sie ebenfalls als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen. Legen Sie der Steuererklärung einfach Ihre Betriebskostenabrechnung als Kopie bei (Mantelbogen, Seite 3, Zeile 73).

Kinderbetreuung: Der Staat greift Ihnen unter die Arme

Die lieben Kleinen kosten Geld – nicht nur, wenn es um neue Schuhe und Hosen geht, sondern auch die Betreuung. Die Ausgaben dafür können Sie als Sonderausgaben absetzen und mindern so die Summe, die Sie versteuern müssen. Das gilt für zwei Drittel der Betreuungskosten für Kinder unter 14 Jahren bis zu einer Höhe von 4.000 Euro. Ansetzen können Sie zum Beispiel die Gebühr für den Hort oder die Kita, aber auch für eine Tagesmutter oder eine Hausaufgabenbetreuung zu Hause (Anlage Kind, Seite 3, Zeilen 67 bis 73).

Steuer sparen mit Altersvorsorge und Versicherungen

Was Sie für das Alter zurücklegen, können Sie von der Steuer abziehen. Das sollten Sie auch tun, denn im Alter werden Sie Ihre Einkünfte in zunehmendem Maße versteuern müssen.

Sogenannte Vorsorgeaufwendungen wie Ihre Ausgaben für die Altersvorsorge, also die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, für berufsständische Versorgungswerke oder Rürup-Verträge können Sie als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Aktuell können Sie 78 Prozent Ihrer gezahlten Beiträge als Sonderausgaben geltend machen, Alleinstehende maximal 15.600 Euro, Zusammenveranlagte maximal 31.200 Euro.

„Sonstige Vorsorgeaufwendungen“ wie Ihre Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (ohne ergänzende Wahlleistungen) gehören zu den Sonderausgaben, die Sie in voller Höhe von der Steuer absetzen können. Ebenso die private Krankenversicherung oder weitere Versicherungen wie Pflege-, Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall- und die klassische private Lebensversicherung mit Abschluss vor 2005. Diese Beiträge können Sie zusätzlich zu Ihren Aufwendungen für die Altersvorsorge anrechnen. Allerdings: Solche Versicherungsbeiträge wirken sich nur aus, wenn Sie die dafür geltenden jährlichen Höchstbeträge von 1.900 Euro für Arbeitnehmer und 2.800 Euro für Selbstständige nicht schon durch Ihre Beiträge zu Kranken- und gesetzlicher Pflegeversicherung ausgeschöpft haben (Anlage Vorsorgeaufwand).

Riester-Sparer: Wenn Sie Anspruch auf die Riester-Förderung haben und die Zulagen erhalten, können Sie möglicherweise von einem zusätzlichen Sonderausgabenabzug von bis zu 2.100 Euro profitieren. Das Finanzamt stellt hierbei automatisch fest, wovon Sie am meisten profitieren: von den Riester-Zulagen oder vom Sonderausgabenabzug. Sie erhalten die Förderung, die für Sie am günstigsten ist. Das passiert aber nur, wenn Sie die Anlage AV ausfüllen. Die besteht lediglich aus einer Seite und ist schnell ausgefüllt (Anlage AV).

Tipp: Sonderausgaben bis 36 Euro (72 Euro bei zusammen veranlagten Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern) berücksichtigt das Finanzamt ohne Nachweise. Die meisten Steuerpflichtigen können allerdings weitaus mehr absetzen. Lesen Sie in unserem Ratgeber „Sonderausgaben“, mit welchen Ausgaben Sie ganz leicht über diesen Pauschbetrag kommen.

Krankheitskosten von der Steuer absetzen

Hatten Sie 2014 gesundheitsbedingte Ausgaben? Dann können Sie diese als außergewöhnliche Belastungen in Ihrer Steuererklärung geltend machen.

Brillen, Zahnersatz, Physiotherapie, Akupunktur sind typische Krankheitskosten, die Sie absetzen können, genauso wie Arztkosten, Ausgaben für verordnete, aber nicht rezeptpflichtige Arzneimittel und die Rezeptgebühr. Allerdings muss dafür Ihre individuelle Belastungsgrenze überschritten sein. Diese hängt von der Höhe Ihrer Einkünfte, Ihrem Familienstand und der Zahl Ihrer Kinder ab und liegt bei 1 bis 7 Prozent Ihrer gesamten Einnahmen. Wie hoch Ihre individuelle Belastung sein darf, können Sie auf der Webseite der Oberfinanzdirektion Niedersachsen berechnen.

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Tipp

Tragen Sie Krankheitskosten ab dem ersten Cent ein

Beim Bundesfinanzhof (BFH) sind zwei Verfahren (VI R 32/13 und VI R 33/13) gegen die zumutbare Eigenbelastung anhängig. Der BFH muss entscheiden, ob Krankheitskosten in voller Höhe als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden können oder weiterhin erst, wenn sie die persönliche Belastungsgrenze übersteigen. Bis dahin sind alle Steuerbescheide in diesem Punkt vorläufig.

Holen Sie sich Geld für den Umzug zurück

Sind Sie 2014 umgezogen? Dann können Sie auch diese Kosten von der Steuer absetzen. Für einen beruflich veranlassten Umzug dürfen Sie die Ausgaben als Werbungskosten geltend machen. Beispielsweise, wenn Sie den Job wechseln oder wenn sich durch den Umzug Ihr Arbeitsweg wesentlich verkürzt.

Viele Ausgaben wie das Renovieren der alten Wohnung oder den Kabelanschluss in der neuen Wohnung müssen Sie nicht einzeln belegen. Dafür können Sie eine Umzugskostenpauschale ansetzen. Und das lohnt sich: Ehepaare, die ab März 2014 aus beruflichen Gründen umgezogen sind, können in der Steuererklärung pauschal 1.429 Euro geltend machen. Zusätzlich zur Pauschale können Sie viele weitere Ausgaben für Ihren Umzug absetzen, die Sie allerdings belegen müssen. Dazu gehören beispielsweise die Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen, der Transport des Hausrats oder eine doppelte Miete. Auch wenn Ihr Kind nach dem Schulwechsel einen Nachhilfelehrer braucht, können Sie dies bis zu einem Höchstbetrag steuerlich geltend machen. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber „Umzugskosten“ (Anlage N, Seite 2, Zeilen 45 bis 48).

Tipp: Bei einem privaten Umzug können Sie 20 Prozent der Lohnkosten für die Umzugshelfer als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen (Mantelbogen, Seite 3, Zeile 73).

Spenden: Gutes tun mit staatlicher Hilfe

Haben Sie im vergangenen Jahr einem Jugendprojekt in der Nachbarschaft oder der Deutschen Aids-Hilfe Geld gespendet? Spenden an eine gemeinnützige Organisation können Sie bis zu einem Anteil von 20 Prozent Ihrer gesamten Einkünfte als Sonderausgaben geltend machen.

Jede Spendenquittung zahlt sich aus, denn Sonderausgaben mindern Ihr zu versteuerndes Einkommen, sobald sie über dem Pauschbetrag von 36 Euro (72 Euro für Zusammenveranlagte) liegen. Was Sie außer den Spenden über diesen Pauschbetrag bringt, lesen Sie in unserem Ratgeber Sonderausgaben.

Bei Spenden und Mitgliedsbeiträgen bis zu 200 Euro je Zahlung reicht als Nachweis in der Regel der Kontoauszug. Das gilt auch für Spenden nach einer Naturkatastrophe, wenn die Zahlung auf ein bestimmtes Sonderkonto geht und innerhalb eines festen Zeitraums gezahlt wird. In diesem Fall ist der einfache Nachweis auch für Spenden von mehr als 200 Euro möglich. Für höhere Spenden brauchen Sie eine Bescheinigung.

Spenden und Mitgliedsbeiträge an politische Parteien können Sie zur Hälfte direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen – bis zu einem Höchstbetrag von 825 Euro im Jahr, bei zusammen veranlagten Ehepaaren oder Lebenspartnern das Doppelte. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber „Spenden als Sonderausgaben“.

Tipp: Bis 100 Euro können die Finanzämter Ihre Spenden auch ohne Belege anerkennen, wenn Sie eine Auflistung der einzelnen Ausgaben und der Empfänger beilegen. Einen rechtlichen Anspruch darauf gibt es allerdings nicht, es handelt sich nur um eine interne Anweisung der Finanzämter, um die Papierflut durch mitgeschickte Belege einzudämmen (Mantelbogen, Seite 2, Zeile 45 bis 56).

Ehrenamt: Helfen mit finanziellem Ausgleich

Sind Sie zum Beispiel als Trainerin einer Amateurfußballmannschaft oder als Leiter eines Kirchenchors tätig, profitieren Sie von der Übungsleiterpauschale von bis zu 2.400 Euro im Jahr, die Sie steuerfrei verdienen dürfen. Für ein Ehrenamt in einer gemeinnützigen Organisation können Sie bis zu 720 Euro annehmen, ohne darauf Steuern zahlen zu müssen. Auch als Hausmann, Rentner oder Arbeitsloser können Sie die Pauschalen in Anspruch nehmen. Tragen Sie sie als „Einnahmen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit“ in der Anlage S ein.

Tipp: Sie können beide Pauschalen nutzen, aber nicht für dieselbe Tätigkeit. Üben Sie verschiedene Ehrenämter aus, die gesondert vergütet werden, können Sie zusätzlich zur Übungsleiterpauschale auch vom Ehrenamtsfreibetrag profitieren. Beispielsweise, wenn Sie als Trainer für einen Sportverein tätig sind und auch die Vereinskasse verwalten (Anlage S, Seite 2, Zeile 36 und 37).

Fristen für Ihre Steuer

Die gesetzliche Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung endet mit dem 31. Mai des Folgejahres. 2015 fällt dieser Tag auf einen Sonntag, deswegen ist der Stichtag in diesem Jahr der 1. Juni.  Eine Verlängerung ist möglich, wenn Sie einen Antrag beim Finanzamt stellen und begründen, beispielsweise, weil Ihnen notwendige Unterlagen noch nicht vorliegen. Bis zum 30. September des Jahres geht das meist ohne Probleme. Oft reicht auch ein Anruf bei Ihrem Sachbearbeiter.  

Wenn Sie Ihre Steuererklärung durch einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein anfertigen lassen, gibt es eine Fristverlängerung bis zum 31. Dezember ohne Antrag, mit zusätzlichem Antrag auf Verlängerung sogar bis zum 28. Februar des folgenden Jahres.

Freiwillige haben länger Zeit
Wer seine Steuererklärung freiwillig abgeben will, hat dafür vier Jahre Zeit. Sie können sich somit in diesem Jahr noch Ausgaben aus dem Jahr 2011 zurückholen, wenn Sie die Steuererklärung bis Ende 2015 machen. Für das Steuerjahr 2014 haben „Freiwillige“ noch bis Ende 2018 Zeit. Doch warum warten? Je eher Sie die Steuererklärung abgeben, desto eher ist die Steuererstattung auch auf Ihrem Konto.

Kommt dann der Steuerbescheid, haben Sie einen Monat Zeit, ihn zu prüfen und Widerspruch einzulegen, wenn Sie mit dem Ergebnis nicht einverstanden sind oder Sie Fehler in der Berechnung entdecken. Wie Sie das machen, lesen Sie in unserem Ratgeber Steuerbescheid ändern.

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Wer kann helfen und was kostet das?

Für einen kinderlosen Angestellten ohne zusätzliche Einkünfte ist die Steuererklärung schnell gemacht. Wenn es etwas komplizierter wird und mehrere verschiedene Anlagen ausgefüllt werden müssen, brauchen viele Steuerzahler Hilfe. Wenn Sie Ihre Steuererklärung selbst machen, kann sich der Kauf einer Steuersoftware lohnen. Professionelle Unterstützung können Sie sich bei einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater holen.

Steuersoftware: Computerprogramme sind eine zumeist kostengünstige Variante, sich bei der Steuererklärung helfen zu lassen. Kostenlos ist das Elsterformular der Finanzverwaltung. In diesem Programm finden Sie Hilfestellungen zum Eingeben Ihrer Daten und bekommen eine mögliche Steuererstattung oder -nachzahlung angezeigt. Doch auch mit kommerziellen Steuerprogrammen können Sie Ihre Steuererklärung schnell und effektiv abarbeiten. Die Programme unterstützen Sie bei der Eingabe Ihrer Daten und liefern Tipps zum Steuersparen dazu. Die Preisspanne der verschiedenen Angebote reicht von 15 Euro bis ungefähr 40 Euro. Was die Programme im Einzelnen können und welches für Sie geeignet ist, lesen Sie in unserem Ratgeber „Steuersoftware“. Die Zeitschrift „Chip“ hat verschiedene Programme für die Steuererklärung 2014 miteinander verglichen, den Test können Sie online nachlesen.

Wie hilft der Lohnsteuerhilfeverein?

Lohnsteuerhilfevereine machen die Steuererklärung für Arbeitnehmer, Beamte, Auszubildende, Studenten, Pensionäre, Rentner und Unterhaltsempfänger (§ 4 Nr. 11 StBerG). Grundsätzlich erledigen die Vereine alles für Ihre Steuererklärung, was auch ein Steuerberater macht. Sie beraten aber auch zur Steuerklassenwahl, helfen beim Kindergeld, bei der Riester-Förderung und bei weiteren staatlichen Förderprogrammen. Im Lohnsteuerhilfeverein müssen Sie zunächst Mitglied werden. Meist zahlen Sie eine geringe Aufnahmegebühr sowie einen Jahresbeitrag, der sich nach Ihrem Bruttoeinkommen richtet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt laut dem Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) überwiegend zwischen 40 und 300 Euro. Der Verein kann für Sie den gesamten Schriftverkehr mit dem Finanzamt abwickeln. Auch Einspruchs- und Klageverfahren kann er für Sie übernehmen. Einen Lohnsteuerhilfeverein mit Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie beispielsweise über die Webseite des NVL, über den Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. oder die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.

Steuerberater: nicht nur für Selbstständige

Selbstständige und Gewerbetreibende oder Arbeitnehmer mit Einnahmen aus einer selbstständigen Tätigkeit können sich nicht von einem Lohnsteuerhilfeverein beraten lassen. Als Alternative bietet sich der Steuerberater an, den natürlich auch alle anderen Steuerzahler nutzen können.

Wenn Sie nicht als normaler Angestellter arbeiten, empfiehlt es sich darauf zu achten, ob der Steuerberater sich in Ihrer Branche auskennt. Über die Suche der Bundessteuerberaterkammer oder beim Deutschen Steuerberater Verband können Sie einen Experten in Ihrer Nähe finden und auch das Fachgebiet eingrenzen.

Steuerberatungsgebühren sind in der Vergütungsverordnung für Steuerberater geregelt. In diesem Rahmen hat der Berater aber einen großen Ermessensspielraum. Ein Steuerberater darf zwar nicht weniger als den Mindestsatz verlangen. Er kann aber seine Gebühren je nach Aufwand innerhalb der vorgegebenen Bandbreiten festlegen. Bei den Gebühren für die Einkommensteuererklärung hat der Berater einen geringeren Spielraum als bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung für einen Selbstständigen.

Beispiel: Haben Sie jährliche Einkünfte von 30.000 Euro, kann Ihre Steuererklärung beim Steuerberater rund 280 Euro kosten. Verlangt der Berater mehr, muss er das erläutern. In unserem Ratgeber „Steuerberaterkosten“ erfahren Sie mehr zu den genauen Kosten.

Tipp: Beruflich veranlasste Steuerberatungskosten können Sie von der Steuer absetzen. Alles, was unter 100 Euro anfällt, sind Mischkosten, die Sie ohnehin absetzen können. Dazu gehören auch die Steuerprogramme oder Steuerfachliteratur, die Sie zur Recherche nutzen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.

Andrea Wekenborg

ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.