Sachzuwendungen an Arbeitnehmer

Monatlich bis zu 44 Euro steuerfrei vom Chef

Das Wichtigste in Kürze

  • Schenkt der Chef dem Arbeitnehmer etwas, unterscheidet man zwischen sogenannten Sachbezügen und Aufmerksamkeiten.
  • Sachbezüge sind Zuwendungen ohne besonderen Anlass. Steuer- und sozialversicherungsfrei bleiben sie, wenn sie monatlich insgesamt 44 Euro nicht überschreiten. Auch ein Gutschein ist möglich.
  • Aufmerksamkeiten bleiben bis zu 60 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Sie sind an einen bestimmten Anlass wie Geburtstag oder Hochzeit gebunden. Ein Weihnachtsgeschenk fällt nicht darunter.
  • Fällt das Geschenk üppiger aus, kann der Arbeitgeber eine pauschale Lohnsteuer übernehmen. Damit wären die Abgabepflichten des Arbeitnehmers abgegolten.
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Will ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern Gehalts-Extras steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen, dann kommen sogenannte Sachzuwendungen ins Spiel. Dabei handelt es sich um Sachen oder Dienstleistungen, die der Arbeitnehmer zusätzlich zum Lohn vom Chef erhält, etwa ein Job-Ticket oder einen bezahlten Vertrag für das Fitness-Studio. Insgesamt 44 Euro monatlich sind für jeden Mitarbeiter drin.

Andere Beispiele für solche motivierenden Geschenke für Mitarbeiter sind:

  • Warengutschein,
  • Tankgutschein,
  • Restaurant-Scheck oder
  • Prepaid-Kreditkarte, die bis 44 Euro aufladbar ist (darf nicht für Barabhebungen nutzbar sein).

Weitere Möglichkeiten gibt es bei der betrieblichen Gesundheitsförderung. Zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zu einer privaten Zusatzkrankenversicherung seiner Arbeitnehmer, so gilt dies als Sachlohn. Folge: Die 44-Euro-Freigrenze ist auch hierfür anwendbar. Dies entschied das Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern (Urteil vom 16. März 2017, Az. 1 K 215/16). Im entschiedenen Fall bot der Arbeitgeber per Aushang seinen Mitarbeitern an, sie könnten freiwillig eine private Zusatzkrankenversicherung direkt bei einer Versicherungsgesellschaft abschließen. Die Arbeitnehmer, die dieses Angebot angenommen hatten, bezahlten die Beiträge selbst, erhielten aber einen Zuschuss vom Arbeitgeber. Dieser ist, nach dem Richterspruch, steuer- und sozialversicherungsfrei. Allerdings hat das unterlegene Finanzamt Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) eingelegt (Az. VI R 16/17). Es ist abzuwarten, ob der BFH diese Sichtweise bestätigt.

Darüber hinaus gibt es jedoch weitere steuerlich geförderte Gesundheitsmaßnahmen: Für Massagen, Anti-Stress-Seminare, Rücken-Trainings und Raucherentwöhnungs-Kurse darf der Arbeitgeber bis zu 500 Euro im Jahr übernehmen. Ein Handy oder einen Laptop von der Firma, darf der Mitarbeiter betrieblich (und auch privat) steuerfrei nutzen – dabei kommt es nicht darauf an, wie teuer die Geräte sind.

Der Arbeitnehmer darf sein Elektroauto oder E-Bike lohnsteuerfrei im Betrieb des Arbeitgebers aufladen. Auch Dienstwagen und Dienstfahrrad  sind mögliche Sachzuwendungen, ebenso Zuschüsse zum Kantinenessen und die Übernahme von Kosten zur Kindertagesstätte. Auch in diesen Fällen sind unter bestimmten Bedingungen höhere steuerfreie Zuschüsse erlaubt. 

Sachzuwendung benötigt keinen persönlichen Anlass

Vorteil der Sachzuwendung ist, dass der Arbeitgeber auf diese Weise neben dauerhaften Zuwendungen wie einem Job-Ticket auch einmalige Weihnachtsgeschenke und Ähnliches steuer- und sozialversicherungsfrei schenken kann. Diese Zuwendung kommt dann ohne Abzüge beim Arbeitnehmer an.

Aufmerksamkeiten mehrmals im Jahr möglich

Bei Aufmerksamkeiten wie Blumen, CDs, Wein und Bücher beträgt die Freigrenze zwar sogar 60 Euro brutto (also inklusive Umsatzsteuer). Doch dafür ist im Gegensatz zur Sachzuwendung ein persönlicher Anlass erforderlich. Beispiele für solche Anlässe sind:

Achtung

Kein Geldschein

Es ist auch ein Warengutschein oder Gutschein mit einem bestimmten Geldbetrag möglich, nicht aber Bargeld. Das müsste wie normaler Lohn versteuert werden.

  • Geburtstag,
  • Trauung,
  • Geburt eines Kinds,
  • Promotion,
  • Rückkehr aus der Elternzeit und
  • Beförderung.

Weihnachten zählt nicht dazu.

Pauschale Lohnsteuer

Aufmerksamkeiten bis 60 Euro gehören nicht zum Lohn. Ist der Chef noch großzügiger, kann er den geldwerten Vorteil pauschal mit 30 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer lohnversteuern (§ 37b Einkommensteuergesetz). In der Regel übernimmt der Arbeitgeber diese Steuer. Sozialversicherungsbeträge sind darauf auch noch fällig.

Die Alternative zur pauschalen Steuer ist die normale Lohnbesteuerung.

Zuschuss zur Betreuung nicht schulpflichtiger Kinder

Wichtige Voraussetzung für die Steuerfreiheit des Arbeitgeberzuschusses ist, dass er zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt wird. Wird der Zuschuss durch eine Umwandlung des Arbeitslohns gewährt oder auf das Gehalt angerechnet, liegt keine zusätzliche Leistung vor. Folge: Die Steuerfreiheit entfällt.

Unterstützt ein Arbeitgeber seine Beschäftigten bei den Kosten für Einrichtungen zur Unterbringung und Betreuung nicht schulpflichtiger Kinder, sind diese Zuschüsse steuer- und sozialversicherungsfrei. Zu solchen Einrichtungen zählen etwa Kindergärten, Kitas, Schulkindergärten und auch Tagesmütter.

Ein Kindergartenzuschuss ist daher eine durchaus attraktive Alternative zur individuellen Gehaltserhöhung mit Vorteilen für Arbeitgeber wie auch für den Arbeitnehmer. Denn im Gegenzug zu einer Gehaltserhöhung um den gleichen Betrag sparen beide Parteien die Abgabe für die Sozialversicherung und der Arbeitnehmer zusätzlich noch die Lohnsteuer.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.