Kapitalerträge

Steueridentifikationsnummer bei allen Bankverbindungen angeben

Fehlt die Steueridentifikationsnummer im Freistellungsauftrag, müssen Kreditinstitute ab 2016 bei Zinszahlungen und anderen Kapitalausschüttungen automatisch Abgeltungssteuer einbehalten. Das sind immerhin 25 Prozent der Kapitalerträge, zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell auch Kirchensteuer. Das betrifft alle Bank- und Versicherungskunden, die ihrer Bank bislang noch nicht ihre Steueridentifikationsnummer mitgeteilt haben. In der Regel gilt das für vor 2011 gestellte Freistellungsaufträge.

Übergangsfrist endet zum Jahresende 2015

Bis Ende 2010 benutzten die Kreditinstitute als Formular für den Freistellungsauftrag ein amtliches Muster des Bundesfinanzministeriums, das die Steueridentifikationsnummer nicht zwangsläufig abfragte. Dieses Formular war vorgeschrieben. Da das amtliche Muster erst seit 1. Januar 2011 die Angabe der Steueridentifikationsnummer vorsieht, wird diese auch erst seitdem von den Banken im Freistellungsauftrag abgefragt.

Ende 2015 läuft eine Übergangsfrist für Freistellungsaufträge ohne Steueridentifikationsnummer aus. Danach gilt ausnahmslos: Fehlt sie, muss die Bank die Steuer an der Quelle einbehalten. Diesen automatischen Abzug sollten Sie vermeiden. Teilen Sie daher allen Ihren Banken sobald wie möglich Ihre Steueridentifikationsnummer mit, falls sie dort noch nicht vorliegt. Bei Gemeinschaftskonten müssen beide Ehe- oder Lebenspartner ihre jeweilige Nummer nennen.

Wann Sie nicht aktiv werden müssen

Aber nicht in allen Fällen besteht Handlungsbedarf. Denn selbst wenn Sie den Freistellungsauftrag vor 2011 erteilt und deshalb die Nummer nicht angegeben haben, kann sie dem Institut aus anderen Gründen vorliegen. Das reicht dann auch für das „Wirksambleiben“ des Freistellungsauftrags.

So ist die Identifikationsnummer zum Beispiel auch für Zwecke der Kirchensteuer erforderlich. Zum 1. Januar 2015 wurde das automatisierte Kirchensteuerverfahren bei der Abgeltungssteuer eingeführt. Auch dafür benötigt das Kreditinstitut die Identifikationsnummer und musste sie, sofern sie noch nicht vorlag, beim Bundeszentralamt für Steuern abfragen.

Nur in einzelnen Fällen hat der elektronische Abruf bei der Behörde nicht geklappt. In solchen Fällen gehen die Institute regelmäßig auf ihre Kunden zu und bitten, die Daten noch einzureichen, erklärte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands auf Finanztip-Nachfrage.

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Steuer erstatten lassen

Selbst wenn es im Jahr 2016 zu einem Steuerabzug kommt, weil dem Kreditinstitut ausnahmsweise noch keine Identifikationsnummer vorliegt, kann der Kunde immer noch reagieren: Teilt er dem Institut im Laufe des Jahres 2016 die Nummer mit oder erteilt er einen neuen Freistellungsauftrag mit ihrer Angabe, bekommt er die einbehaltene Steuer erstattet. Wer davon keinen Gebrauch macht, kann den nicht genutzten Freistellungsbetrag in der Steuerveranlagung für 2016 geltend machen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.