Steuertipp zu Unfallschäden oder Sachschäden

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Unfallschäden bzw. Sachschäden an Gegenständen, die für die Erzielung steuerpflichtiger Einkünfte (zum Beispiel Arbeitseinkünfte und Vermietungseinkünfte) genutzt werden, müssen unbedingt bereits im Jahr des Schadensereignisses steuerlich angesetzt werden. Das gilt selbst dann, wenn Sie sich noch nicht mit der Versicherung oder dem Unfallverursacher über den Schadenersatz streiten.
Auf diese Fußangel macht zum Beispiel ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 13.3.2005 aufmerksam. In dem Urteilsfall hatte der betroffene Steuerzahler nämlich den entsprechenden Steuerabzug verloren, weil er den Schaden erst in dem Jahr angesetzt hatte, in dem klar war, dass er selbst auf dem Schaden sitzen bleiben wird. Nach Ansicht der BFH-Richter war dies zu spät - der Schaden sei in dem Jahr steuerlich zu berücksichtigen, in dem auch die Kosten für die Schadensbeseitigung (zum Beispiel Reparatur) bezahlt werden.

Dieses gilt insbesondere auch für die sogenannte AfaA, also Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung. Darunter versteht man die plötzliche und unerwartete Wertminderung von Gegenständen durch einen Unfall, Naturkatastrophen, Diebstahl o.ä.

Grundsätzlich können Schadensereignisse (wie Unfall, Brand oder Diebstahl) dann steuerlich angesetzt werden, wenn Sie die vom Schaden betroffenen Gegenstände (aber auch Immobilien) für berufliche Zwecke oder zur Erzielung von Einnahmen verwenden. Das gilt für die Beseitigung von (Unfall-)Schäden einschließlich Folgekosten, Schadensersatz an andere Beteiligte sowie Zahlungen zum Ausgleich von Personenschäden (zum Beispiel Schmerzensgeld) sowie für eine eventuelle Wertminderung oder einen Totalverlust. Bei Gegenständen, die sowohl beruflich wie privat genutzt werden, muss der Schaden bei der beruflichen Nutzung eintreten, also etwa bei einem Verkehrsunfall auf dem Weg von oder zur Arbeit. Es gibt im wesentlichen zwei Möglichkeiten, den Fiskus an den Schadenskosten zu beteiligen:

  • der Gegenstand (z.B. PKW) wird repariert
    Sie können die Kosten für die Reparatur (Werkstattrechnung etc.) von der Steuer absetzen. Geltend machen können Sie aber nur Ihre tatsächlichen Ausgaben für Werkstatt, Material etc. - nicht aber Ihre eigene Arbeitsleistung. Ebenfalls können Sie den sogenannten "merkantilen Minderwert" nicht absetzen. Hierunter wird die durch den Unfall entstandene Wertminderung verstanden.
  • der Gegenstand wird wegen Totalschadens nicht repariert
    In diesem Falle können Sie eine AfaA geltend machen, also den "Restwert" des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Schadenseintritts (z.B. Unfall). Gegenrechnen müssen Sie eine etwaige Versicherungserstattung und den Schrottwert, den Sie erhalten.

Beispiel zur Absetzbarkeit der Unfallkosten auf dem Arbeitsweg

Klaus Fahrer hatte mit seinem PKW am 01.07.2012 auf dem Weg zur Arbeit einen Unfall. Dabei entstand an seinem Fahrzeug ein Totalschaden. Er hatte sich den PKW am 01.07.2009 für 50.000 Euro neu gekauft. Zum 01.07.2012 hatte der PKW, der eine Nutzungsdauer von 5 Jahren hat, einen Restwert von 30.000 Euro (01.07. 2009 bis 01.07.2012 = 2 Jahre je 20 % von 50.000 Euro). Trotz Vollkaskoversicherung zahlt die Versicherung im Februar 2013 nur 25.000 Euro. Im Juli erhielt er vom Schrotthändler noch 500 Euro. Klaus Fahrer präsentiert dem Finanzamt folgende Rechnung:

  • Steuererklärung 2012
    Unfallkosten, Restwert 30.000 Euro ./. Schrottwert 500 Euro = 29.500 Euro
  • Steuererklärung 2013
    Einnahmen, Versicherungsentschädigung 25.000 Euro

Unter dem Strich hat Klaus Fahrer also 4.500 Euro abgesetzt, was auch seinen tatsächlichen Kosten entspricht (30.000 Euro Restwert ./. 25.000 Euro Entschädigung ./. Schrottwert 500 Euro).
Das Beispiel zeigt, dass die Kosten bzw. die AfaA unbedingt im richtigen Jahr angegeben werden müssen. Die (gezahlten) Kosten sind in dem Jahr abzugsfähig, in dem Sie sie bezahlt haben. Die AfaA ist in dem Jahr abzugsfähig, in welchem der Schaden eingetreten ist.

Durch die Rückkehr zu den Regelungen der (alten) Pendlerpauschale können die Kosten für einen Verkehrsunfall auf dem Arbeitsweg als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden. Zu den Kosten zählen - sofern sich der Unfall auf der Fahrt zum Arbeitsplatz oder auf dem Rückweg von der Arbeit zur Wohung ereignet hat - alle Aufwendungen, soweit sie nicht bereits durch den Arbeitgeber, den Unfallgegner oder durch die eigene Versicherung ersetzt werden. Diese Regelung gilt rückwirkend zum Januar 2007.

Anmerkung: Die Kosten eines Unfalls auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte konnten bis zum 31. Dezember 2006 in der Steuererklärung als Werbungskosten angesetzt werden. Ab 2007 war dies (zeitweise) bis zur Rückwirkung der Pendlerpauschale nicht möglich. Seit dem Jahr 2007 sind Kosten für einen Unfall auf dem Arbeitsweg wieder absetzbar.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

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