Steuerspartipps

So können Sie am Jahresende Steuern sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • Lassen Sie sich bis spätestens Ende November noch Ihre Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eintragen. Die Freibeträge des kompletten Jahres wirken sich auf das Dezember-Gehalt aus. Schaffen Sie es erst, im Dezember einen Lohnsteuerermäßigungsantrag zu stellen, so haben Sie ab Januar mehr Geld.
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerlohn und ein Minijob im Privathaushalt können steueroptimal miteinander kombiniert werden. Werbungskosten und Krankheitskosten können Sie bündeln und Zahlungen am Jahresende günstig terminieren, um Höchstbeträge auszuschöpfen oder die jeweiligen absetzbaren Höhen zu erreichen.
  • Anleger und Sparer sollten sich noch im Dezember um Freistellungsaufträge und Verlustbescheinigungen kümmern, die Höhe ihrer Riester-Beiträge prüfen und die Wohnungsbauprämie beantragen.
  • Paare, die heiraten wollen, können noch bis Ende Dezember aufs Standesamt gehen: Es lockt für Zusammenveranlagte der Splittingtarif für das komplette zurückliegende Jahr. Paare, die sich trennen wollen, sollten noch bis zum neuen Jahr warten.
  • Und wer etwas Gutes tun will, kann Geld oder Sachen spenden und dies von der Steuer absetzen.
  • Zum Jahresende sind jedoch auch Fristen beim Finanzamt zu beachten. Nur so können sich Sparer etwa Riester-Zulagen, Wohnungsbauprämien und Arbeitnehmer-Sparzulagen für die Vorjahre sichern. Wer freiwillig eine Einkommensteuererklärung erstellt und bis zum Jahresende abgibt, kann sich zudem zu viel gezahlte Steuern erstatten lassen.
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Haben Sie schon einmal für ein gefühltes Vermögen Ihre Wohnung renovieren lassen und konnten trotzdem nur einen Teil der Handwerkerkosten in Ihrer Steuererklärung geltend machen? Oder ärgern Sie sich, weil Sie Steuern zahlen, die Sie sich über die Einkommensteuererklärung wieder zurückholen müssen? Wir zeigen Ihnen in 16 Tipps, was Sie bis zum Jahresende noch tun können, um steuerliche Vorteile und Förderungen richtig zu nutzen.

Freibeträge frühzeitig nutzen

Über das Jahr zahlen viele Arbeitnehmer mehr Lohnsteuer als sie tatsächlich müssten. Denn die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung und wird direkt vom Monatsgehalt abgezogen. Wie viel Sie dem Finanzamt jedoch tatsächlich schulden, erfahren Sie erst viel später in Ihrem Steuerbescheid. Wer übers Jahr weniger Steuern zahlen will, kann sich bestimmte laufende Belastungen als Freibeträge auf der elektronischen Lohnsteuerkarte eintragen lassen.

Den Antrag dafür können Sie noch bis zum 30. November bei Ihrem Finanzamt stellen. Der komplette Freibetrag für dieses Jahr wird dann auf den verbleibenden Zeitraum des Jahres aufgeteilt. So ist Ihr Dezember-Gehalt richtig hoch und Sie haben mehr Bares für Weihnachtsgeschenke.

Freibeträge können zum Beispiel Werbungskosten aus Ihrer Arbeitnehmertätigkeit, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen sein. Hier ein paar Beispiele:

Sie können sich Ihre Fahrtkosten zur Arbeit als Werbungskosten eintragen lassen, wenn diese über dem Pauschbetrag von 1.000 Euro jährlich liegen. Unterhaltszahlungen an den Ex-Partner oder Betreuungskosten für Kinder fallen steuerlich unter Sonderausgaben, der Behinderten- und der Hinterbliebenenpauschbetrag unter außergewöhnliche Belastungen. Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen und Sonderausgaben müssen allerdings insgesamt über 1.600 Euro im Jahr liegen, damit sie als Freibetrag gelten.

Der Freibetrag wird als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gespeichert und vom Arbeitgeber automatisch berücksichtigt. Sie müssen ihn allerdings meist regelmäßig neu beantragen. Seit 2016 gelten Freibeträge aber jeweils für zwei Jahre; Sie können diesen auch nur für ein Jahr beantragen. Entscheiden sich Paare für die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor, so gilt dieser generell nur für ein Jahr.

Tipp

Alleinerziehende

Seit 2015 steht Alleinerziehenden zusätzlich zum Entlastungsbetrag von 1.908 Euro ein Erhöhungsbetrag von 240 Euro ab dem zweiten Kind zu. Für jedes weitere Kind gibt es diese 240 Euro zusätzlich. Um diesen Erhöhungsbetrag zu erhalten, müssen sie diesen im Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag im Abschnitt B beantragen; bei einem wiederholten Antrag auf dem Formular "Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung" ist der Abschnitt C auszufüllen. Auch hier können Sie die zweijährige Gültigkeit des Erhöhungsbetrags wählen.

Die Mühe des Antrags lohnt sich: Haben Sie einmal den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung abgegeben und Freibeträge erhalten, müssen Sie im Folgejahr nur noch den vereinfachten Antrag ausfüllen. Das Finanzamt verlangt dann auch keine neuen Nachweise über Ihre Aufwendungen, wenn Sie versichern, dass sich nichts Wesentliches geändert hat.

Wird Ihnen ein Freibetrag gewährt, sind Sie in den meisten Fällen zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Mehr zum Thema finden Sie in unserem Ratgeber Lohnsteuerermäßigung.

Steuerklasse prüfen

Verdienen beide Ehepartner unterschiedlich viel, dann sollten sie sich die Steuerklassen III und V zuteilen lassen, anstatt beide in der Steuerklasse IV zu bleiben.

Erwartet einer der Partner, dass er im nächsten Jahr arbeitslos wird, dann sollte dieser mit einer günstigeren Steuerklasse ein höheres Nettogehalt anstreben. Denn Lohnersatzleistungen wie das Arbeitslosengeld werden nach der Steuerklasse im Januar des Leistungsbezugsjahrs berechnet. Auch für das Elterngeld und Elterngeld Plus werdender Mütter und Väter gelten analoge Überlegungen. Derjenige, der das Kind überwiegend betreuen wird, sollte mindestens sieben Monate vor dem Mutterschutz oder der Geburt in die Steuerklasse III wechseln. So erhöht sich das Nettogehalt und damit auch das Elterngeld.

Verdienen hingegen beide Partner ähnlich viel, dann könnten beide statt der Kombinationen III/V und IV/IV jeweils die Klasse IV mit Faktor wählen. Schon beim Lohnsteuerabzug wird dann bei jedem der jeweils zustehende Freibetrag berücksichtigt. Dies entspricht einer gerechten Verteilung der addierten Lohnsteuer auf beide Verdiener.

Alleinerziehende, die nur mit einem oder mehreren Kindern zusammenleben, sollten die günstigere Steuerklasse II beantragen.

Handwerkerrechnung geltend machen

Ob Tapetenwechsel, neue Fenster oder ein renoviertes Bad – diese Handwerkerarbeiten sollten Sie in Ihrer Steuererklärung geltend machen. 20 Prozent des gezahlten Lohns können Sie direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen, maximal 1.200 Euro pro Jahr. Das entspricht einer Gesamtrechnung von 6.000 Euro. Auch die Anfahrts- und die Gerätekosten fallen darunter, nicht jedoch Materialkosten.

Wenn Sie einen Handwerker gegen Jahresende beauftragen, prüfen Sie, wie weit Sie Ihre Möglichkeiten zum Steuerabzug bereits ausgeschöpft haben. Liegen die im laufenden Jahr gezahlten Handwerkerrechnungen nah am steuerlich Absetzbaren oder schon darüber, sollten Sie den Auftrag – zumindest das Bezahlen – auf das kommende Jahr verschieben. Denn für das Finanzamt zählt das Datum der Zahlung, nicht das der Arbeiten oder der Rechnung.

Beispiel: Sie haben im laufenden Jahr die komplette Wohnung für 4.000 Euro renovieren lassen und wollen am Jahresende das Bad neu gestalten, das kostet nochmals 4.000 Euro. In diesem Fall sollten Sie versuchen, mit Ihrem Handwerker eine Teilzahlung zu vereinbaren und die Hälfte der Rechnung ins neue Jahr zu schieben, um den Steuervorteil auf zwei Jahre zu verteilen.

Wenn Ihre Handwerkerrechnungen im Herbst aber noch weit unter der Höchstgrenze von 6.000 Euro liegen, kann es sinnvoll sein, eine anstehende Reparatur im aktuellen Jahr zu beauftragen und zu zahlen. So bleibt Ihnen im kommenden Jahr der gesamte Höchstbetrag.

Welche Handwerkerleistungen Sie wie absetzen können, lesen Sie in unserem Ratgeber Handwerkerkosten

Schornsteinfegerkosten komplett absetzen
Bislang war bei Kaminkehrer-Kosten zu unterscheiden zwischen den Kehr-, Reparatur- und Wartungsarbeiten auf der einen Seite und den Mess- oder Überprüfungsarbeiten sowie der Feuerstättenschau auf der anderen Seite. Seit einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 10. November 2015 erkennen die Finanzämter Schornsteinfegerarbeitskosten in vollem Umfang als Handwerkerkosten an. Das Ministerium reagierte damit auf eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs vom 6. November 2014 (Az. VI R 1/13, Bundessteuerblatt II 2015, Seite 481). 

Von dieser neuen Regelung können Sie sogar für die Vergangenheit profitieren, wenn Ihr Steuerfall in diesem Punkt noch offen ist – entweder weil Ihre Steuererklärung noch nicht veranlagt wurde oder Sie innerhalb eines Monats Einspruch eingelegt haben.

Haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen

Auch bei den haushaltsnahen Dienstleistungen sollten Sie auf das Datum der Zahlung achten. Das betrifft beispielsweise Kosten für die Pflege eines alten oder kranken Menschen in Ihrem Haushalt, eine private Kinderbetreuung und den Lohn für eine Putzhilfe. Lohnkosten für haushaltsnahe Dienstleistungen bis maximal 20.000 Euro können Sie zu einem Fünftel in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Daraus ergibt sich ein direkter Abzug von bis zu 4.000 Euro jährlich von Ihrer Steuerschuld.

Auch Hilfe im Garten oder der Winterdienst zählen dazu. Je nachdem, ob Sie den Höchstbetrag schon im laufenden Jahr erreicht haben oder noch weit darunter liegen, kann es sich lohnen, eine aktuelle Rechnung noch in diesem Jahr zu begleichen oder auf den Januar zu schieben.

Tipp: Als Mieter können Sie die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen aus Ihrer Nebenkostenabrechnung in der nächsten Steuererklärung geltend machen, beispielsweise die Hausreinigung oder den Winterdienst. Achten Sie darauf, dass die Posten in der Nebenkostenabrechnung detailliert aufgeschlüsselt und Ihrer Wohnung zugeordnet sind. Wenn nicht, fragen Sie Ihren Vermieter nach einer entsprechenden Bescheinigung.

Wie Sie diese Tätigkeiten genau absetzen, lesen Sie in unserem Ratgeber Haushaltsnahe Dienstleistungen. Gesetzlich geregelt ist dies im Paragraf 35a Einkommensteuergesetz: „Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen.

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Minijob im Privathaushalt

Haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie auch auf andere Weise geltend machen: mit der Beschäftigung einer Haushaltshilfe in Ihrem Privathaushalt. Sie melden Ihre Kraft, die beispielsweise Ihre Kinder oder eine pflegebedürftige Person in Ihrer Wohnung versorgt, bei der Minijobzentrale an und zahlen ihr über das Haushalts-Scheckverfahren bis zu 450 Euro monatlich als Lohn. Bis zu 2.550 Euro können Sie als Lohnkosten ansetzen. Davon sind 20 Prozent, also 510 Euro, als maximale Steuererstattung drin. Schöpfen Sie Ihre Steuerspar-Möglichkeiten sowohl bei den Handwerkerkosten, den haushaltsnahe Dienstleistungen und beim Minijob optimal aus, haben Sie 5.710 Euro (1.200 + 4.000 + 510 Euro) mehr von Ihrem Einkommen.

Statt einen Minijobber zu beschäftigen, können Sie jemanden normal sozialversicherungspflichtig anstellen. Die steuerliche Höchstgrenze beträgt 20 Prozent der Ausgaben von höchstens 20.000 Euro, also maximal 4.000 Euro.

Tipp

Verwandte

Als Minijobber oder sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer können Sie einen Verwandten anstellen, der nicht in Ihrem Haushalt wohnt. So profitieren Sie auch von den Steuervorteilen.

Krankheitskosten bündeln

Brauchen Sie Zahnersatz, eine neue Brille oder sogar eine Augen-Laser-OP? Dann sind dies Krankheitskosten, die Sie als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen können. Allerdings erst, wenn diese Ausgaben eine nach Auffassung des Gesetzgebers zumutbare Belastung überschreiten.

Ihre individuelle Belastungsgrenze ermittelt das Finanzamt. Je nach Familienstand, Anzahl der Kinder und Gesamtverdienst liegt diese bei 1 bis 7 Prozent Ihrer Jahreseinkünfte. Beispiel: Ein Ehepaar mit zwei Kindern hat bei einem Brutto-Jahreseinkommen von 38.000 Euro eine zumutbare Belastung von 3 Prozent, also 1.140 Euro. Bei einem Verdienst von 51.131 Euro sind es bereits 4 Prozent, also 2.045,24 Euro. Ledige ohne Kinder müssen mindestens 5 Prozent, höchstens aber 7 Prozent des Gesamtbetrags ihrer Einkünfte als zumutbare Belastung tragen. Daher ist umso wichtiger, alle Ausgaben für die Gesundheit zeitlich gut zu planen, denn auch in diesen Fällen entscheidet das Datum der Zahlung, für welches Jahr das Finanzamt die Kosten anerkennt.

Eine neue Brille kann schnell ein paar Hundert Euro kosten, Zuzahlungen von der Krankenkasse gibt es kaum. Auch beim Zahnersatz, Zahnreinigungen, orthopädischen Schuhen, Prothesen, Massagen oder heilpraktischen, krankengymnastischen sowie verordneten psychoanalytischen oder -therapeutischen Behandlungen zahlt der Patient einen großen Eigenanteil. Deswegen sollten Sie immer darauf hinwirken, dass Ihnen planbare hohe Ausgaben möglichst in einem einzigen Kalenderjahr entstehen. Statt einer Rechnung im Dezember und einer zweiten im Januar sollte der Zahnarzt Ihnen die gesamten Kosten noch in diesem Jahr in Rechnung stellen. Je höher die gebündelten Kosten, desto eher kommen Sie über Ihre Belastungsgrenze.

Tipp

Zumutbare Belastung

Auf der Webseite der Oberfinanzdirektion Niedersachsen können Sie Ihre zumutbare Belastung selbst berechnen.

Da Sie immer erst am Jahresende wissen, ob Ihre Krankheitskosten die zumutbare Belastung übersteigen, sollten Sie schon im laufenden Jahr alle Rechnungen sammeln. Zu den absetzbaren Krankheitskosten zählen auch die Ausgaben für eine Kur oder eine naturheilkundliche Behandlung – in der Regel muss jedoch die medizinische Notwendigkeit der Maßnahmen von einem Arzt bescheinigt werden.

Tipp: Neben den Krankheitskosten zählen auch Bestattungskosten und Ausgaben für die Wiederbeschaffung von Hausrat, beispielsweise nach einer Überschwemmung, zu den außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art. Man kann diese Ausgabenarten zusammenfassen, um die Belastungsgrenze zu erreichen.

Mehr dazu lesen Sie in unserem ausführlichen Ratgeber Außergewöhnliche Belastungen.

Werbungskosten richtig einsetzen

Beruflich verursachte Ausgaben können Sie als Werbungskosten geltend machen und auch hier kann das Datum der Zahlung entscheiden, wie viel der Fiskus anerkennt. 1.000 Euro werden jedem Arbeitnehmer pauschal als Werbungskosten vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Erst die Ausgaben, die darüber liegen, machen sich richtig bezahlt.

Haben Sie einen langen Arbeitsweg, müssen Sie aus beruflichen Gründen umziehen oder möchten Sie eine Weiterbildung machen, die Sie beruflich endlich weiterbringt? Dann bietet sich auch hier die Möglichkeit, die Ausgaben geschickt so zu terminieren, dass Sie über den Arbeitnehmer- oder Werbungskostenpauschbetrag kommen.

Liegen Sie mit Ihren beruflichen Fahrtkosten, mit Fachliteratur oder Ausgaben für ein Arbeitszimmer im aktuellen Jahr knapp unter 1.000 Euro, dann planen Sie eine anstehende Weiterbildung so, dass Sie die Rechnung noch im laufenden Jahr zahlen können. Anderseits sollten Sie Ihre Weiterbildung vielleicht erst im Januar zahlen, wenn Sie fürs kommende Jahr weitere berufsbedingte Ausgaben planen, so können Sie vielleicht dann den Pauschbetrag „knacken“. Was Sie als Werbungskosten absetzen können, lesen Sie in unserem Ratgeber Werbungskosten.

Sofortabschreibung nutzen

Rechnen Sie im nächsten Jahr mit niedrigeren Einkünften, dann ist es besser, wenn Sie noch in diesem Jahr höhere Werbungskosten geltend machen. Erkannt das Finanzamt beispielsweise Ihr Arbeitszimmer an, könnten Sie einen Schreibtisch im Wert von 487,90 Euro (410 Euro netto maximal + 19 Prozent Umsatzsteuer) anschaffen und diesen komplett in diesem Jahr als Werbungskosten abschreiben. Die Sofortabschreibung ist bei Nettobeträgen von bis zu 410 Euro möglich.

Riester-Zulage: Gehaltshöhe prüfen

Wenn Sie im diesem Jahr den Job gewechselt haben oder eine Gehaltserhöhung bekommen haben, müssen Sie eventuell Ihre Riester-Beiträge anpassen. Denn wer zu wenig in seinen Riester-Vertrag einzahlt, bekommt keine oder gekürzte Zulagen. Überprüfen Sie daher Ihren Eigenbeitrag. 

Der Beitrag, den Sie jährlich mindestens einzahlen müssen, um Ihre Zulagen zu erhalten, liegt bei 4 Prozent Ihres Vorjahres-Bruttos – inklusive der Förderung. Gehen Sie nach einer Gehaltserhöhung am besten zu Ihrem Riester-Anbieter. Er wird Ihnen helfen, die neuen Beiträge zu berechnen und Ihre Zahlungen anzupassen. Ist die Differenz sehr hoch, können Sie auch für das laufende Jahr noch eine Nachzahlung leisten.

Der Staat fördert Riester-Sparer, die beispielsweise in eine Rentenversicherung, einen Fondssparplan, einen Banksparplan oder Bausparvertrag investieren, mit einer Grundzulage von 154 Euro. Für jedes Kind, das 2008 oder früher geboren wurde, gibt es eine Zulage von 185 Euro, für nach 2008 geborene Kinder erhalten Sie 300 Euro.

Beispiel: Eine alleinstehende Mutter verdient brutto 45.000 Euro im Jahr 2016. Um die volle Zulage für sich (154 Euro) und ihr Kind (300 Euro) zu erhalten, muss sie 4 Prozent davon, also 1.800 Euro abzüglich die Zulagen einzahlen: 1.800 Euro - 154 Euro - 300 Euro = 1.346 Euro. Falls Sie beispielsweise bis Ende November monatlich 100 Euro eingezahlt hat, insgesamt also bis dahin 1.100 Euro, sollte sie im Dezember insgesamt noch 246 Euro in den Vertrag einzahlen, um die maximale Förderung zu erhalten. Zahlt sie weniger, wird die Förderung prozentual gekürzt.

Wenn bei einem Ehepaar beide Partner rentenversicherungspflichtig sind und damit einen Anspruch auf die Riester-Förderung haben, sind insgesamt 4.200 Euro Sonderausgabenabzug möglich - für jeden jeweils 2.100 Euro. Ist allerdings nur einer förderberechtigt, dann kann dieser allein höchstens 2.160 Euro Sonderausgaben absetzen.

Tipp: Wenn Sie Vater oder Mutter werden, teilen Sie dies Ihrem Riester-Anbieter mit. So sichern Sie sich die Kinderzulage. Andererseits, wenn ein Kind aus der Förderfähigkeit fällt, müssen Sie dies ebenfalls mitteilen. Dann entfällt für Sie die Kinderzulage. Innerhalb von vier Jahren kann das Finanzamt zu viel gezahlte Förderung zurückverlangen.

Sie können entweder die Riester-Zulage bekommen oder bis zu 2.100 Euro als Sonderausgabe in der Steuererklärung abziehen. Das Finanzamt berechnet, welche Alternative für Sie günstiger ist.

Wer noch nicht riestert und einsteigen will, muss schnell abschließen. Bis zum 31. Dezember können Sie in Ihren Riester-Vertrag einzahlen, um die staatliche Förderung für dieses Jahr zu erhalten. Der Mindesteigenbetrag für eine Riester-Förderung liegt bei 60 Euro im Jahr.

Tipp: Wer keinen Dauerzulagenantrag abgegeben hat, kann seine Riester-Zulage zwei Jahre rückwirkend beantragen. Sie können also beispielsweise 2016 noch die Zulagen von 2014 retten, indem Sie jetzt den Antrag bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) über Ihren Riester-Anbieter einreichen. Beamte sind nur dann zulageberechtigt, wenn sie ihrer Besoldungsstelle gegenüber schriftlich die Datenübermittlung erlauben.

Auf welche Weise Sie riestern können und wie viel Geld Sie investieren müssen, lesen Sie in unserem detaillierten Ratgeber zur Riester-Rente.

Betriebliche Altersvorsorge

Wer einen Teil seines Lohns in eine betriebliche Altersversorgung (bAV) investiert, der kann steuer- und sozialversicherungsfrei sparen. Hier sparen Arbeitnehmer über ihren Arbeitgeber und der Beitrag wird direkt vom Bruttogehalt einbehalten. Hierdurch sinkt die Bemessungsgrundlage sowohl für die Lohnsteuer als auch für die Sozialversicherung; dies senkt die Abgaben für die Sozialversicherung.

Bei einem bereits abgeschlossenen bAV-Vertrag können Sie noch bis Ende Dezember eine Zuzahlung leisten, die dann für das Jahr 2016 steuerlich zu berücksichtigen ist. Im Rahmen der Entgeltumwandlung können Sie etwa eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds besparen. Für 2016 werden Beträge bis 2.976 Euro, das sind monatlich 248 Euro, steuerlich gefördert. Bis dahin ist die Entgeltumwandlung steuer- und sozialversicherungsfrei. Haben Sie einen Vertrag ab 2005 abgeschlossen, dann dürfen Sie sogar jährlich weitere 1.800 Euro steuerfrei in diesen Vertrag einzahlen. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind jedoch Sozialabgaben fällig.

Generell müssen Sie einkalkulieren, dass die steuerliche Förderung dazu führt, dass die Auszahlungen im Alter individuell zu versteuern sind. Bis Sie in den Ruhestand gehen, können Sie jedoch jedes Jahr von etwas weniger Lohnsteuer und Sozialabgaben profitieren. Doch Arbeitgeber und Sie selbst zahlen im Gegenzug auch etwas weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein, weil Ihr Bruttogehalt um die bAV-Einzahlungen gekürzt wurde. 

Rürup-Rentenversicherung

Für Selbstständige ist die Rürup-Rentenversicherung die einzige staatlich geförderte Altersvorsorge. Auch Angestellte könnten diese Form der staatlich geförderten Altersvorsorge nutzen. Es gibt jedoch eine Fördergrenze. 2016 liegt diese bei 22.766 Euro (2015: 22.172 Euro). Die vom Arbeitgeber als auch die selbst gezahlten Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind hier jedoch einzubeziehen. Deshalb lohnt sich aus steuerlichen Gesichtspunkten die Rürup-Rente bei Arbeitnehmern deutlich weniger als bei Selbstständigen, die anders als Lohnempfänger keine Arbeitgeber-Zuschüsse zur Altersvorsorge erhalten.

2016 können Sie als Einzelveranlagter bis zu 22.766 Euro in einen bestehenden oder neuen Vertrag einzahlen, zusammenveranlagte Ehegatten bis zu 45.532 Euro,. Von diesem Maximalbetrag sind für das Jahr 82 Prozent als Sonderausgaben abzugsfähig, also 18.668 Euro beziehungsweise 37.336 Euro bei Zusammenveranlagten.

Der steuerlich absetzbare Teil erhöht sich bis zum Jahr 2025 auf volle 100 Prozent. Weil 2015 erst 80 Prozent abzugsfähig waren, betrug der maximal abzugsfähige Betrag bei einem Alleinstehenden 17.738 Euro. 

2017 sind 84 Prozent von höchstens 23.362 Euro als Sonderausgaben abzugsfähig; das heißt maximal 19.625 Euro bei einem Alleinstehenden und 39.250 Euro bei einem zusammenveranlagten Ehepaar.

Für Freiberufler und Selbstständige, die meist erst im Spätherbst überblicken können, ob sie mit einem hohem oder eher niedrigen Jahresgewinn rechnen können, ist die Einzahlung in einen Rürup-Vertrag am Jahresende eine wichtige Möglichkeit, etwas für die eigene Altersvorsorge zu tun und gleichzeitig Steuern zu sparen. Besserverdiener profitieren vom Sonderausgabenabzug am meisten.

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Wohnungsbauprämie beantragen

Sind Sie Bausparer? Dann sollten Sie Ihre Wohnungsbauprämie nicht vergessen. Den Antrag erhalten Sie jährlich von Ihrer Bausparkasse.

Ehepaare mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 51.200 Euro und Alleinstehende mit einem Einkommen bis 25.600 Euro haben Anspruch auf diese Förderung. Ledige erhalten maximal 45,06 Euro im Jahr, Verheiratete das Doppelte.

Um die volle Wohnungsbauprämie zu erhalten, können Sie in einen bestehenden Bausparvertrag einzahlen. Voraussetzung ist bei Verträgen seit 2009, dass Sie die Bausparsumme für wohnwirtschaftliche Zwecke verwenden. Konkret bedeutet dies, dass Sie davon eine Immobilie kaufen, modernisieren oder bauen.

Das gilt aber nicht für Bausparer, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Sie dürfen nach sieben Jahren frei über das gesamte angesparte Guthaben samt Prämien verfügen.

Rückwirkend können Sie einen Antrag auf die Wohnungsbauprämie bis zwei Jahre nach dem Sparjahr bei Ihrer Bausparkasse stellen; diese leitet ihn an Ihr Finanzamt weiter. So sichern Sie sich beispielsweise noch bis Ende 2016 die Prämie für 2014.

Viele nützliche Tipps zur Wohnungsbauprämie und weitere Fördermöglichkeiten für Sparer lesen Sie in unserem Ratgeber Vermögenswirksame Leistungen.

Freistellungsaufträge prüfen

Viele Sparzinsen werden zum Jahresende ausgeschüttet. Wer keinen Freistellungsauftrag hat, zahlt auf Zinseinnahmen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und eventuell noch die Kirchensteuer. Ist die Abgeltungssteuer erst einmal abgeführt, müssen Sie bis zur nächsten Steuererklärung warten, bis Sie Ihr Geld zurückbekommen.

Doch wenn Sie einen Freistellungsauftrag erteilen, sind Einnahmen aus Zinsen bis zum Sparerpauschbetrag – 801 Euro für Ledige und 1.602 Euro für Verheiratete – steuerfrei.

Wer Konten bei verschiedenen Banken hat, kann seinen Freistellungsauftrag aufteilen und den Vorteil besser nutzen. Sie sollten also prüfen: Wie hoch ist der Freistellungsauftrag bei welchem Geldinstitut und welche Kapitalerträge erwarten Sie? Ist die Aufteilung sinnvoll oder sollten Sie den Freibetrag doch besser anders splitten?

Sie können einen Freistellungsauftrag beliebig oft im laufenden Jahr ändern – sogar noch am letzten Bankarbeitstag im Dezember. Wollen Sie die Änderungen bereits ab Januar, dann sollten Sie den Freistellungsauftrag sicherheitshalber bis Mitte Dezember ändern. Es reicht, wenn Sie pro Finanzinstitut einen Freistellungsauftrag für jeweils alle Konten und Depots erteilen.

Tipp

Steuer-ID

Für alle Freistellungsaufträge und auch für das Kindergeld benötigen Sie seit 2016 die Steueridentifikations-Nummer.

Verluste bescheinigen lassen

Für Anleger gibt es Höhen und Tiefen. Erzielen Sie Gewinne über dem Sparerpauschbetrag, müssen Sie diese versteuern. Immerhin ein kleiner Trost, wenn man mit Verlusten des einen Wertpapiergeschäfts die Gewinne eines anderen ausgleichen kann. Das senkt zumindest die Abgeltungssteuer.

Verluste und Gewinne, die Sie als Anleger bei einer einzigen Bank machen, werden automatisch miteinander verrechnet. Haben Sie jedoch Depots oder Konten bei verschiedenen Geldinstituten, sollten Sie jetzt handeln. Sie müssen sich den Verlust von der einen Bank bescheinigen lassen, wenn Sie ihn mit einem Gewinn bei einer anderen verrechnen wollen. Die sogenannte Verlustbescheinigung können Sie bis zum 15. Dezember beantragen und in der kommenden Steuererklärung mit der Anlage KAP einreichen. Ohne Bescheinigung geht beim Finanzamt nichts.

Heirat und Trennung

Das ist jetzt zwar nicht besonders romantisch, aber finanziell betrachtet durchaus eine Überlegung wert: Sie können die gemeinsame Veranlagung mit Ehegattensplitting für das komplette zurückliegende Jahr in Anspruch nehmen, wenn Sie noch bis zum 31. Dezember heiraten. Es muss aber eine standesamtliche Hochzeit sein. Dies ist besonders vorteilhaft für Paare, die stark unterschiedlich hoch verdienen. Und das gilt auch für eingetragene Lebenspartner.

Verheiratete und eingetragene Lebenspartner können außerdem durch eine günstige Kombination ihrer Steuerklassen ihr Nettoeinkommen optimieren. So fallen auch Lohnersatzleistungen günstiger aus, die sich aus dem Nettogehalt ergeben. Mehr zum Steuerklassenwechsel lesen Sie in unserem Beitrag „Mehr Netto im Monat“.

Einigkeit spart Steuern
Falls Sie bereits verheiratet sind und über eine Trennung nachdenken: Wenn es irgendwie geht, warten Sie damit noch bis zum Januar. Dann können Sie das Ehegattensplitting auf jeden Fall für das ablaufende Jahr 2015 komplett nutzen. Trennen Sie sich vorher, fällt diese Möglichkeit weg. Ab dem Zeitpunkt des dauernd getrennt Lebens müssen Sie dies beim Finanzamt angeben. Und dann gilt für Sie die getrennte Veranlagung.

Tipp: Falls Sie jedoch einen ernsthaften Versöhnungsversuch unternehmen, hebt dies das dauernd getrennt Leben auf. 

Spenden absetzen

Kurz vor Weihnachten ist das Thema Spenden allerorten präsent. Bis zu 20 Prozent Ihrer Einkünfte können Sie als Sonderausgaben sofort steuerlich geltend machen; höhere Beträge in Folgejahren. Für Mitgliedsbeiträge und Spenden bis zu 200 Euro an gemeinnützige und steuerbegünstigte Organisationen gelten vereinfachte Nachweispflichten. Oft genügt der Kontoauszug mit der überwiesenen Spende. Für Spenden für die Flüchtlingshilfe und auf Sonderkonten in Katastrophenfällen gelten diese Vereinfachungen für Beträge in unbegrenzter Höhe.

Für höhere Spenden benötigen Sie ansonsten grundsätzlich eine Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Muster. Diese erhalten Sie vom Empfänger der Spende. Manche Organisationen übermitteln diese elektronisch direkt an die Finanzverwaltung. Kleinspenden bis zu 100 Euro dürfen Finanzämter sogar ohne Belege anerkennen. Sie müssen hierfür nur die einzelnen Spenden und Empfänger auflisten. Auch Sachspenden oder Ihr Zeitaufwand für ein Ehrenamt sind absetzbar ebenso Mitgliedsbeiträge und Spenden an politische Parteien.

Unterstützen Sie dauerhaft jemanden, indem Sie beispielsweise bei sich zu Hause einen Flüchtling aufnehmen, können Sie bis zu 8.472 Euro als Unterhaltsleistung im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen abziehen.

Keine Sonderausgaben sind jedoch Vereinsmitgliedsbeiträge, falls sie allein der Freizeitgestaltung dienen wie Sport- oder Karnevalsvereine. Wie Sie vertrauenswürdige Organisationen finden, denen Sie Ihre Spende geben können, haben wir in unseren Ratgeber Richtig spenden zusammengefasst.

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Fristen beachten

Zum Jahresende sollten Sie einige Termine beachten. Bis spätestens am 2. Januar 2017, weil Silvester 2016 auf einen Samstag fällt, müssen beim Finanzamt eingetroffen sein:

Entscheidend ist, dass die entsprechenden Formulare am 2. Januar 2017 im Briefkasten des Finanzamts sind. Bei elektronischem Versand über Elster oder über eine Steuersoftware reicht dieses Datum nur, wenn die Erklärung elektronisch signiert wurde. Ansonsten muss an Silvester die komprimierte Steuererklärung mit der Unterschrift vorliegen.

Dann lässt sich auch unbeschwerter Silvester feiern, und Sie können sich über eine Steuererstattung im nächsten Jahr freuen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.