Vorauszahlungen für Strom

Was Sie aus der Flexstrom-Pleite lernen können

Das sollten Sie wissen

  • Seit der Flexstrom-Pleite 2013 zittern mehr als 500.000 Kunden um ihre Vorauszahlungen.
  • Wer noch keine Ansprüche geltend gemacht hat, kann dies weiter tun – gegen eine Gebühr von 20 Euro. Die reguläre Frist ist zum Jahresende 2013 abgelaufen.
  • Selbst wenn das Verfahren 2017 abgeschlossen sein wird, sollten Sie nicht auf allzu viel Geld hoffen. Die Beteiligten rechnen mit Rückzahlungen von höchstens fünf Prozent.
  • Gegen die Verantwortlichen von Flexstrom laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Aber auch im Falle einer Verurteilung ist kaum mit einer höheren Rückzahlung zu rechnen.
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Über 500.000 Flexstromkunden werden von den Vorauszahlungen ihrer Stromrechnungen kaum etwas wiedersehen. Nach der Pleite des Billigstromanbieters Teldafax im Jahr 2011 meldete 2013 auch Flexstrom Insolvenz an. Beide Unternehmen hatten Kunden mit billigen Pakettarifen gelockt, die vorausbezahlt werden mussten. Das Geld aus der Vorkasse wollen die Gläubiger wieder zurück. Ihre Forderungen werden im Insolvenzverfahren nachrangig bedient: Sie erhalten nur das Geld, das nach Auszahlung aller anderen Gläubiger übrig ist.

Wenn Sie betroffen sind

Nachdem die Flexstrom-Pleite im April 2013 bekannt wurde, nahm die Staatsanwaltschaft Berlin Ermittlungen wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung und Betrug auf. Anklage ist bisher nicht erhoben worden. Auch bei einer möglichen Verurteilung können Sie indes nicht mit höheren Rückzahlungen rechnen.

Achtung

Grundversorgung vermeiden

Falls Sie nach der Pleite noch in der teuren Ersatzversorgung Ihres lokalen Stromanbieters sind, wechseln Sie so schnell wie möglich zu einem günstigeren Versorger. Unser Ratgeber zeigt, wie’s geht.

Trotz der Insolvenz von Flexstrom bleiben die bestehenden Verträge gültig. Das bedeutet, dass Sie grundsätzlich Anspruch auf Erstattung Ihres vorausbezahlten Geldes haben. Ihre Forderungen sollten Sie bei Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger einreichen, falls Sie das bisher nicht getan haben. Auch wenn Sie den Antrag erst jetzt einschicken, werden Ihre Forderungen laut Flexstrom genauso behandelt, wie die, die vor der Ablauffrist eingegangen sind. Allerdings müssen Gläubiger seit Jahresende 2013 eine Gebühr von 20 Euro entrichten.

Bis 2017 soll das Insolvenzverfahren abgeschlossen sein. Nach Auskunft des Flexstrom-Kundendienstes können Sie Rückzahlungen von etwa fünf Prozent erwarten. Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger sagt, er könne momentan nicht einschätzen, ob und in welcher Höhe Quotenzahlungen erfolgen.

Sie können Ihre Ansprüche formlos zur Aufnahme in die Insolvenztabelle anmelden. Schicken Sie Ihre Forderungsanmeldung an den Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger, Postfach (keine Nummer erforderlich), 10477 Berlin. Oder Sie unterschreiben und scannen die Anmeldung und schicken Sie per E-Mail an insoberlin@whitecase.com.

Tipp

Keine Vorauszahlungen

Vermeiden Sie Vorkasse, Kautionen und Pakettarife. Wenn Sie monatliche Abschläge zahlen, gehen Sie kein Risiko ein. Lassen Sie sich durch die Flexstrom-Pleite nicht vom Wechsel des Stromanbieters abschrecken.

Flexstrom-Pleite mit Ansage

Die Flexstrom-Pleite war ein Bankrott mit Ansage. Die finanziellen Turbulenzen zeichneten sich schon lange davor ab. Das Unternehmen hatte sich einen öffentlich ausgetragenen Streit mit Verbraucherzentralen und einem Vergleichsportal geliefert. Hinzu kamen zahlreiche Kundenbeschwerden.

Nach Medienberichten soll Flexstrom unter Zahlungsdruck Billigverträge mit Vorkasse angeboten haben. Zahlreiche Kunden schlossen Verträge mit einer Laufzeit von einem Jahr und mehr ab und überwiesen das Geld dafür im Voraus an den Billigstromanbieter.

Rund 90 Interessenten sollen erwogen haben, das angeschlagene Unternehmen zu kaufen. Nach Einblick in die Bücher von Flexstrom sei keiner von ihnen bei diesem Vorhaben geblieben, berichtete das Handelsblatt.

Die Gründer und Brüder Thomas und Robert Mundt sowie zwei weitere Eigentümer sollen demnach ihre verlustreiche Firma Optimal Grün an die Flexstrom AG zu einem Preis von 6 Millionen Euro verkauft haben. Ein Topmanager habe daraufhin eine Prämie von 1,5 Millionen Euro erhalten. Nur kurz darauf habe das Unternehmen Insolvenz angemeldet, berichtete die Wirtschaftszeitung.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Finanztip-Redaktion

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Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.