Stromanbieter Yello Strom

Gelb, aber nicht günstig

Das Wichtigste in Kürze

  • Yello Strom gehört zu den bekanntesten Stromanbietern in Deutschland.
  • Dabei ist Yello Strom weder besonders günstig noch ökologisch überzeugend.
  • Die Bekanntheit ist eher auf die Werbekampagnen des Unternehmens zurückzuführen.
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„Gelb. Gut. Günstig.“ Mit diesem Werbeslogan hat der Stromanbieter Yello Strom ab 1999 geworben, also unmittelbar nach der Liberalisierung der europäischen Energiemärkte. Deshalb denken bis heute viele Menschen an Yello Strom, wenn sie einen günstigen Stromanbieter suchen. Doch andere Stromlieferanten haben viel niedrigere Preise. Auch wer echten Ökostrom beziehen will, ist bei Yello Strom falsch.

Hinter Yello Strom steckt EnBW

Die Yello Strom GmbH ist eine Vertriebs- und Marketinggesellschaft, die selbst keinen Strom herstellt. Sie gehört zur EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Die wiederum ist nach Eon und RWE der drittgrößte Energiekonzern in Deutschland. Yello Strom nahm im August 1999 seine Geschäfte in Deutschland auf und erreichte 2004 die Gewinnzone. 2016 hatte es rund 1 Million Kunden in Deutschland. Der Sitz ist nicht Karlsruhe, wo EnBW seine Zentrale hat, sondern Köln. Yello Strom hat nach eigenen Angaben mehr als 200 Mitarbeiter.

Yello Strom bietet Strom und Gas an

Das wichtigste Produkt von Yello Strom ist – wenig überraschend – Strom. Es gibt drei Tarife. Strom Basic ist ein reiner Online-Tarif. Bei Strom Best bekommt der Kunde seine Rechnung auf Wunsch auch per Post. Bei Strom Plus erhält der Kunde Ökostrom – und zusätzlich ein Smartphone oder ein Tablet. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen lohnt sich dieses Kombi-Angebot aber nicht.

Im Jahr 2007 startete Yello Strom in den Pilotregionen Essen und Nürnberg den Vertrieb von Gas. Seit 2012 bietet das Unternehmen auch bundesweit Gas an.

Selbst der günstigste Tarif ist im Vergleich der Discounter teuer

Der Online-Tarif Basic ist der günstigste von Yello Strom und dennoch im Vergleich eher teuer. Im Juni 2016 zahlte eine Familie in Berlin mit einem Jahresstromverbrauch von 5.000 Kilowattstunden bei Yello 1.121 Euro im ersten Jahr. Der Haken: In diesen Preis ist ein Bonus von 335 Euro eingerechnet. Ohne Bonus kostet der Tarif 1.456 Euro pro Jahr. Und der Vertrag verlängert sich automatisch um ein volles Jahr, sofern der Kunde nicht sechs Wochen vor Ende der Laufzeit kündigt.

Um genau das zu verhindern, empfiehlt Finanztip, nur Tarife zu wählen, bei denen sich der Vertrag nach Ablauf des ersten Jahres nur um höchstens einen Monat verlängert. So kommen Verbraucher schnell aus dem Vertrag heraus, falls der Anbieter den Strompreis anhebt.

Aber selbst wenn Kunden sich auf Boni und eine Vertragsverlängerung um ein Jahr einlassen würden, bekämen sie bei Yello Strom ihre Energie nicht am günstigsten. Bei der Abfrage auf dem von Finanztip empfohlenen Portal Verivox am 9. Juni 2016 waren in Berlin 20 Anbieter günstiger als Yello Strom. Der Preisbrecher war Extra Energie mit 987 Euro. Das sind 134 Euro oder 12 Prozent weniger als bei Yello Strom.

Beim Vergleich ohne jede Boni und mit nur einem Monat Verlängerung schiebt sich Grünwelt Energie mit 1.119 Euro an die Spitze. Dafür gibt es sogar Ökostrom. Und der ist dann 337 Euro (23 Prozent) im Jahr billiger als Yello Strom ohne Bonus.

Die Kunden bei Yello sind weitgehend zufrieden

Bei der Kundenzufriedenheit schneidet Yello Strom ordentlich ab. Die Nutzer, die über das Portal Verivox zu dem Anbieter gekommen sind, geben Yello Strom im Durchschnitt vier von fünf möglichen Sternen. Doch nur 84 Prozent der Kunden würden wieder zu diesem Anbieter wechseln. Da liegen andere Stromversorger besser. Nach Auskunft der Verbraucherzentrale NRW fällt Yello Strom aber nicht negativ auf, etwa durch Kundenbeschwerden.

Yello Strom tut nichts für die Energiewende

Anders als die Anbieter von echtem Ökostrom treibt Yello Strom die Energiewende in Deutschland nicht durch den Bau eigener Erneuerbare-Energien-Anlagen voran. Yello Strom kauft seinen Strom ein, zum Beispiel beim Mutterkonzern EnBW.

Immerhin lag bei den Standardtarifen von Yello der Anteil der Erneuerbaren im Jahr 2014 bei 39 Prozent, gegenüber 30 Prozent im deutschen Strommix. Der Kohle-Anteil lag bei Yello mit 30 zu 46 Prozent deutlich niedriger als im Durchschnitt. Dafür war der Anteil der Atomenergie mit 28 Prozent wesentlich höher als der Schnitt von 17 Prozent.

Bei den Ökostromtarifen von Yello liegt der Anteil erneuerbarer Energie natürlich bei 100 Prozent. Doch über die Herkunft des Stroms erhält der Kunde keine genauen Informationen.

Mehr dazu im Ratgeber Stromanbieterwechsel

Finanztip-Redaktion

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Jens Tartler

ehemaliger Finanztip Redakteur für Energie & Reise (bis September 2016)

Jens Tartler schrieb insbesondere über die Themen Energie und Reise. Insgesamt zwanzig Jahre lang arbeitete er zuvor als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Zuvor studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln und den USA. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann Jens Tartler zwischenzeitlich als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.