Nachtspeicherheizung

Ein günstiger Nachtstromtarif spart mehrere Hundert Euro im Jahr

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer eine Nachtspeicherheizung betreibt, kann mit einem günstigen Stromtarif mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.
  • Preiswerte regionale Nachtstromtarife bieten viele Stadtwerke schon lange an. Immer mehr Versorger liefern den Nachtstrom aber auch bundesweit zu günstigen Konditionen, die sich über Onlineportale vergleichen lassen.
  • Die Höhe des Tarifs hängt häufig vom Stromzählertyp ab und davon, ob ein eigener Zähler für die Speicherheizung installiert ist.
  • Am günstigsten ist ein Tarif, wenn ein zweiter Zähler den Nachtstrom misst.
  • Handelt es sich beim zweiten Zähler um ein Gerät mit einer Zählscheibe für nur einen Tarif (Eintarifzähler), bieten einige Stromversorger günstigere Tarife, als wenn ein Zähler mit zwei Zählscheiben für zwei Tarife (Zweitarifzähler) installiert ist.
  • Durch den Wechsel des Stromtarifs ändert sich technisch nichts. Die Versorgung bleibt sicher.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie, welcher Stromzähler Ihren Nachtstromverbrauch misst: Entweder ist es ein gemeinsamer Zähler für Haushaltsstrom und Nachtstrom oder ein Zähler nur für den Nachtstrom.
  • Entnehmen Sie Ihrer letzten Rechnung den Stromverbrauch. Finden Sie dort zwei Tarife – Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT) –, besitzen Sie einen Doppeltarifzähler/Zweitarifzähler.
  • Vergleichen Sie Tarife auf den von uns empfohlenen Portalen Check24 oder Verivox. Geben Sie Ihrem Stromverbrauch an und ob ein gemeinsamer Zähler oder ein zweiter Zähler den Nachtstrom misst und um welchen Zählertyp es sich handelt.
  • Haben Sie keinen zweiten Zähler, können Sie sich einen einbauen lassen.
  • Da die Vergleichsportale nicht alle regionalen Tarife führen, können Sie zusätzlich Ihren lokalen Versorger nach Angeboten fragen.
  • Sagt Ihnen ein Angebot zu, können Sie über das Vergleichsportal oder über den Versorger den Liefervertrag abschließen. Die Kündigung des alten Vertrags übernimmt der neue Versorger.

Wer eine Nachtspeicherheizung betreibt, kann mit dem richtigen Stromtarif viel Geld sparen. Wie günstig die Versorgung sein kann, hängt davon ab, mit welchen Stromzählern ein Haushalt ausgestattet ist. Die Ersparnis gegenüber dem Heiztarif des Grundversorgers vor Ort kann mehrere Hundert Euro im Jahr betragen. Das ist das Ergebnis eines Preisvergleichs von Finanztip auf den beiden Portalen Verivox und Check24, die wir gleichermaßen empfehlen können. Verbraucher finden dort günstige und verbraucherfreundliche Nachtstromtarife.

Nachtstrom ist wesentlich günstiger als Haushaltsstrom

Mit dem Aufkommen von Nachtspeicheröfen in den 1960er Jahren führten viele Stromversorger spezielle Tarife für sogenannten Nachtstrom ein. Das ist bis heute so: Nach Daten der Bundesnetzagentur liegt der Preisunterschied zwischen Nachtstrom und dem sogenannten Haushaltsstrom, der die Waschmaschine und den Kühlschrank antreibt, bei rund 9 Cent pro Kilowattstunde.

Die meisten Haushalte mit Stromspeicherheizung nutzen einen solchen Sondertarif zum Heizen – in der Regel von ihrem Grundversorger. Das ist zumeist der lokale Stromanbieter vor Ort. Verbraucher sind aber nicht an diesen gebunden. Sie können einen anderen Versorger frei wählen. Der Wettbewerb um Kunden mit Stromheizungen hat dabei in den vergangenen Jahren zugenommen: Es gibt neben den etablierten einige neue Anbieter, die bundesweit Kunden beliefern können.

Die Preisunterschiede zwischen den Versorgern sind groß. In unserer Untersuchung liegen sie zwischen dem günstigsten Anbieter und dem lokalen Versorger bei bis zu 945 Euro bei einem Verbrauch von 12.000 Kilowattstunden für eine Vier-bis Fünf-Zimmer-Wohnung pro Jahr. Bei 7.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch zum Heizen einer Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnung sind es maximal 600 Euro.

Unterschiedliche Tarife je nach Art der Messung

Nachtstromtarife unterscheiden sich jedoch nicht nur von Anbieter zu Anbieter. Sondern jeder Anbieter führt unterschiedliche Tarife, je nachdem, wie der Heizstrom gemessen wird. Zwei Varianten gibt es: Fließt der Strom über denselben Zähler wie der Haushaltsstrom, nennt sich das gemeinsame Messung. Gibt es zwei Stromzähler im Haushalt, von denen einer den Nachtstrom und einer den Haushaltsstrom misst, fällt dies unter „getrennte Messung“.

Die Tarife unterscheiden außerdem danach, welcher Zählertyp installiert ist. Es gibt Eintarifzähler und Zweitarifzähler (auch Doppeltarifzähler genannt). Der Eintarifzähler besitzt eine Zählscheibe und zählt kontinuierlich die gesamte Strommenge, die der Haushalt über diesen Zähler aus dem öffentlichen Netz zieht. Ein Zweitarifzähler verfügt über zwei Zählscheiben, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten den Strombezug messen – eine bei Tag und die andere bei Nacht.

Die meisten Unternehmen unterscheiden zwei Tarifzeiten und erfassen daher Tag- und Nachtstrom getrennt: Der Niedertarif (NT) gilt nachts. Eine Kilowattstunde kostet dann deutlich weniger als am Tage, in der Zeit des Hochtarifs (HT). Aber auch tagsüber sind die Tarife zumeist günstiger als der Haushaltsstrom.

Je nachdem, wie der Nachtstrom gemessen wird, können die Stromkosten höher und niedriger ausfallen. Bei der Suche nach einem günstigen Tarif sollten Sie sich daher auch mit der Frage des Messens auseinandersetzen.

Nur wenige Tarife bei kurzer Folgelaufzeit der Verträge

Bislang gibt es nach unserer Beobachtung lediglich zwei Vergleichsportale für Nachtspeicherstrom: Check24 und Verivox. Der Rechner von Verivox besteht seit mehreren Jahren. Check24 startete seinen 2016. Finanztip hat im April 2017 beide Tarifrechner getestet. Für Musterhaushalte an fünf unterschiedlichen Orten haben wir Daten abgefragt: und zwar für einen Nachtstromverbrauch von 7.500 Kilowattstunden im Jahr und für 12.000 Kilowattstunden im Jahr. Details zu unserem Vorgehen lesen Sie am Ende des Artikels.

Die Ergebnisse für alle Abfragen für Nachtstrom waren durchweg gering. Bei Check24 ist es zunächst einmal nicht möglich, Tarife für eine gemeinsame Messung anzeigen zu lassen. Für alle weiteren Musterhaushalte zeigten beide Portale bestenfalls zwei Nachtstromtarife. Für unseren Musterhaushalt in Lindau gab es in beiden Portalen keinen Treffer.

Aufgrund der geringen Ergebnisquote erfolgte eine zweite Abfrage für eine getrennte Messung mit Doppeltarifzähler – mit einer veränderten Voreinstellung: Statt einer Folgelaufzeit für den Liefervertrag von maximal einem Monat haben wir maximal zwölf Monate gewählt. Mit diesen Voreinstellungen zeigten die Portale für jeden Musterhaushalt Ergebnisse, auch für Lindau.

Verivox
Mit Check24 bester Vergleichsrechner für Stromtarife

  • Finanztip-Empfehlung für den Wärmestromtarifvergleich
  • listet regionale und bundesweite Angebote
  • übersichtliche Darstellung
  • Neukundenbonus als Voreinstellung kann Ergebnisse verzerren
  • Werbeanzeige oberhalb der Ergebnisliste, die normalen Ergebnissen ähnlich sieht
Verivox

Check24
Mit Verivox bester Vergleichsrechner für Wärmestromtarife

  • Finanztip-Empfehlung für den Wärmestromtarifvergleich
  • listet regionale und bundesweite Tarife
  • übersichtliche Darstellung
  • Neukundenbonus als Voreinstellung kann Ergebnisse verzerren
Check24

Je nach Art des Messsystems 200 bis 300 Euro Ersparnis

Was sich bei beiden Abfragen zeigte: Die Ergebnisse zwischen beiden Portalen stimmen weitgehend überein. Verivox und Check24 listen entweder identische Tarife für die verschiedenen Musterhaushalte auf oder die Tarife weichen geringfügig voneinander ab. Die günstigsten Nachtstromtarife schlagen dabei die günstigsten Haushaltstarife klar: Wer mit Nachtstrom heizt, spart bei einem Verbrauch von 7.500 Kilowattstunden mindestens 168 Euro im Jahr. Die Ersparnis wächst bei höherem Stromverbrauch und abhängig davon, welcher Stromzähler den Nachtstrom misst.

Zudem zeigte sich: Bei gemeinsamer Messung von Nachtstrom und Haushaltsstrom zahlen Verbraucher mehr, als wenn ein zweiter Zähler für Nachtstrom installiert ist und getrennt gemessen wird. Die Differenz beträgt rund 200 Euro bei einem Verbrauch von 7.500 Kilowattstunden im Jahr und mehr als 300 Euro bei 12.000 Kilowattstunden Jahresbezug. Ob der zweite Zähler nur einen oder zwei Tarife messen kann, macht dagegen keinen oder nur wenig Unterschied hinsichtlich der Kosten.

Warum sich die Kosten je nach installiertem Zähler unterscheiden

Die Nachtstromtarife können sich je nach Tageszeit unterscheiden. Bei Nacht bieten viele Versorger – allen voran die lokalen Stadtwerke – geringere Tarife als am Tage. Dieses System stammt aus den 1960er-Jahren und hat sich bis heute gehalten. Die Zeitspanne für den Niedertarif erstreckt sich gewöhnlich von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens.

Die Versorger begründen das seit jeher damit, dass Strom nachts weniger kostet, weil die Nachfrage geringer ist als am Tage. Um davon zu profitieren, ist häufig ein Doppeltarifzähler Voraussetzung.

Ist in einem Haushalt ein Eintarifzähler installiert, berechnen die Versorger einen einheitlichen Tarif. Es gibt auch Versorger, die einen Doppeltarifzähler zur Bedingung machen, um einen Kunden mit Nachtstrom zu beliefern. Dazu gehören beispielsweise die Stadtwerke Bayreuth.

Mit Eintarifzähler günstiger fahren als mit Doppeltarifzähler

Ein Verbraucher muss mit einem Doppeltarifzähler aber nicht zwingend günstiger wegkommen als mit einem Eintarifzähler. Das zeigen die Ergebnisse aus unserer Preisabfrage. So berechnen Hamburg Energie in Hamburg und Stiebel Eltron in Frankfurt am Main identische Preise für Kunden mit Eintarif- und Zweitarifzähler. In Mitwitz (Bayern) und Potsdam liegen die günstigsten Tarife für Eintarifzähler unter denen für Doppeltarifzähler.

Auch bei den nachfolgend günstigen Tarifen in der Ergebnisliste sind die Tarife für Eintarifzähler entweder ein wenig niedriger als oder gleich hoch wie jene für Zweitarifzähler:

Stromkosten bei 7.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch in Euro

  Nachtstromtarif Nachtstromtarif Nachtstromtarif Haushaltsstromtarif
Ort bei gemeinsamer Messung bei getrennter Messung mit Eintarifzähler bei getrennter Messung mit Zweitarifzähler bei beliebiger Messung
Mitwitz 1.669 1.463 1.478 1.882
Frankfurt/Main 1.801 1.595 1.595 1.956
Hamburg 1.714 1.445 1.445 1891
Lindau kein Ergebnis kein Ergebnis kein Ergebnis 2031
Potsdam 1.705 1.484 1.503 1873

Alle Abfragen erfolgten unter der Vorgabe einer Vertragsverlängerung von einem Monat. Aufgeführt sind in der Tabelle die jeweils günstigsten Tarife, die von einem der beiden Internetportale angezeigt wurden. Die jährlichen Kosten sind auf ganze Euro gerundet.

Quelle: Finanztip-Erhebung auf Check24 und  Verivox vom 6. bis 26. April 2017

Stromkosten bei 12.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch in Euro

  Nachtstromtarif Nachtstromtarif Nachtstromtarif Haushaltsstromtarif
Ort bei gemeinsamer Messung bei getrennter Messung mit Eintarifzähler bei getrennter Messung mit Zweitarifzähler bei beliebiger Messung
Mitwitz 2.625 2.298 2.313 3.012
Frankfurt/Main 2.847 2511 2.511 3.142
Hamburg 2.688 2.255 2.255 2.976
Lindau kein Ergebnis kein Ergebnis kein Ergebnis 3.179
Potsdam 2.679 2.328 2.349 2.964

Alle Abfragen erfolgten unter der Vorgabe einer Vertragsverlängerung von einem Monat. Aufgeführt sind in der Tabelle die jeweils günstigsten Tarife, die von einem der beiden Internetportale angezeigt wurden. Die jährlichen Kosten sind auf ganze Euro gerundet.

Quelle: Finanztip-Erhebung auf Check24 und Verivox vom 6. bis 26. April 2017

Versorger mischen mit bundesweiten Angeboten den Markt auf

Es sind neue Anbieter wie Stiebel Eltron, aber auch große Unternehmen wie Eon, deren Strompreis sich bei Tag und Nacht nicht mehr unterscheidet – es wird zu jeder Stunde derselbe Tarif berechnet. Wenn ein Haushalt für das Messen des verbrauchten Heizstroms über einen Eintarifzähler am Ende weniger zahlt, liegt dies in geringeren Entgelten für einen solchen Zähler begründet.

Noch eines unterscheidet manche dieser neuen Angebote: Sie sind nahezu bundesweit verfügbar und nicht auf eine Stadt oder Region beschränkt. Ein Tarifvergleich kann sich dabei lohnen, wie unser Test im April zeigte. Bis zu 900 Euro sparen Haushalte mit einem anderen denn dem lokalen Versorger.

Stromkosten bei 7.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch in Euro

  Günstigster Nachtstromtarif Anbieter Nachtstromtarif vom lokalen Versorger lokaler Versorger
Mitwitz 1.478 Stiebel Eltron 1.669 Süc Energie und H2O
Frankfurt/Main 1.595 Stiebel Eltron 2.196 Mainova
Hamburg 1.445 Hamburg Energie 1.445 Hamburg Energie
Lindau kein Ergebnis über Portalabfrage - 1.862 Stadtwerke Lindau
Potsdam 1.503 Stiebel Eltron 1.717 Stadtwerke Potsdam

Alle Preisangaben gelten für einen installierten Doppeltarifzähler, der nur den Nachtstrom misst. Die Abfragen für den günstigsten Tarif an einem Ort erfolgten unter der Vorgabe einer Vertragsverlängerung von einem Monat. Aufgeführt sind in der Tabelle die jeweils günstigsten Tarife, die von den Vergleichsportalen Check24 oder Verivox angezeigt wurden. Die Kosten, die beim lokalen Versorger entstehen, sind anhand der auf der Internetseite des jeweiligen Unternehmens veröffentlichten Tarife errechnet worden. Die jährlichen Kosten sind auf ganze Euro gerundet.

Quelle: eigene Berechnung anhand von im Mai 2017 gültigen Tarifdaten der Versorger/Finanztip-Erhebung auf Check24 und Verivox vom 6. bis 26. April 2017

Stromkosten bei 12.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch in Euro

  Günstigster Nachtstromtarif Anbieter Nachtstromtarif vom lokalen Versorger lokaler Versorger
Mitwitz 2.313 Stiebel Eltron 2.592 Süc Energie und H2O
Frankfurt/Main 2.511 Stiebel Eltron 3.457 Mainova
Hamburg 2.255 Hamburg Energie 2.255 Hamburg Energie
Lindau kein Ergebnis über Portalabfrage - 2.882 Stadtwerke Lindau
Potsdam 2.349 Stiebel Eltron 2.699 Stadtwerke Potsdam

Alle Preisangaben gelten für einen installierten Doppeltarifzähler, der nur den Nachtstrom misst. Die Abfragen für den günstigsten Tarif an einem Ort erfolgten unter der Vorgabe einer Vertragsverlängerung von einem Monat. Aufgeführt sind in der Tabelle die jeweils günstigsten Tarife, die von den Vergleichsportalen Check24 oder Verivox angezeigt wurden. Die Kosten, die beim lokalen Versorger entstehen, sind anhand der auf der Internetseite des jeweiligen Unternehmens veröffentlichten Tarife errechnet worden. Die jährlichen Kosten sind auf ganze Euro gerundet.

Quelle: eigene Berechnung anhand von im Mai 2017 gültigen Tarifdaten der Versorger/Finanztip-Erhebung auf Check24 und Verivox vom 6. bis 26. April 2017

Geringfügige Unterschiede je nach Vertragslaufzeit

Da es bei einer kurzen Laufzeit von Lieferverträgen in allen Musterhaushalten nur wenige Treffer gab, erfolgte eine zweite Abfrage für Haushalte mit Zweitarifzähler - dieses Mal mit einer Vertragsverlängerung von bis zu einem Jahr. Es zeigte sich, dass die Kosten dann ein wenig niedriger ausfallen können, sowohl bei einem Verbrauch von 7.500 als auch von 12.000 Kilowattstunden im Jahr.

Stromkosten 7.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch in Euro

  Nachtstromtarif Nachtstromtarif Haushaltsstromtarif
Ort bei getrennter Messung mit Zweitariffzähler und monatlicher Laufzeit bei getrennter Messung mit Zweitarifzähler und jährlicher Laufzeit bei beliebiger Messung und monatlicher Laufzeit
Mitwitz 1.478 1.454 1.882
Frankfurt/Main 1.595 1.511 1.956
Hamburg 1.445 1.445 1.891
Lindau kein Ergebnis 1.549 2.031
Potsdam 1.503 1.427 1.873

Die Abfragen unterscheiden sich hinsichtlich der Voreinstellung zur Verlängerung der Vertragslaufzeit. Monatliche Laufzeit bedeutet, dass sich ein Vertrag nach der Erstlaufzeit um jeweils einen Monat verlängert; jährliche Laufzeit bedeutet, dass er sich um jeweils ein ganzes Jahr verlängert. Aufgeführt sind in der Tabelle die jeweils günstigsten Tarife, die von einem der beiden Internetportale angezeigt wurden. Die jährlichen Kosten sind auf ganze Euro gerundet.

Quelle: Finanztip-Erhebung auf Check24 und Verivox vom 6. bis 26. April 2017

Stromkosten bei 12.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch in Euro

  Nachtstromtarif Nachtstromtarif Haushaltsstromtarif
Ort bei getrennter Messung mit Zweitarifzähler und monatlicher Laufzeit bei getrennter Messung mit Zweitarifzähler und jährlicher Laufzeit bei beliebiger Messung und monatlicher Laufzeit
Mitwitz 2.313 2.284 3.012
Frankfurt/Main 2.511 2.336 3.142
Hamburg 2.255 2.255 2.976
Lindau kein Ergebnis 2.390 3.179
Potsdam 2.349 2.241 2.964

Die Abfragen unterscheiden sich hinsichtlich der Voreinstellung zur Verlängerung der Vertragslaufzeit. Monatliche Laufzeit bedeutet, dass sich ein Vertrag nach der Erstlaufzeit um jeweils einen Monat verlängert; jährliche Laufzeit bedeutet, dass er sich um jeweils ein ganzes Jahr verlängert. Aufgeführt sind in der Tabelle die jeweils günstigsten Tarife, die von einem der beiden Internetportale angezeigt wurden. Die jährlichen Kosten sind auf ganze Euro gerundet.

Quelle: Finanztip-Erhebung auf Check24 und Verivox vom 6. bis 26. April 2017

Eigener Zähler für Nachtstrom: Ersparnis durch niedrige Netzentgelte

Ein zweiter Stromzähler ist Bedingung, wenn der Netzbetreiber geringere Netzentgelte für Heizstrom erheben soll. Das Netzentgelt hat gewöhnlich einen Anteil von rund 22 Prozent am Strompreis und beläuft sich meist auf 6 bis 8 Cent pro Kilowattstunde. Betreiber von Nachtspeicherheizungen zahlen nach Angaben der Bundesnetzagentur im Schnitt 2,49 Cent pro Kilowattstunde (bei einem Verbrauch von 7.500 Kilowattstunden im Jahr). Für Haushaltsstrom liegen die Kosten bei 6,11 pro Kilowattstunde (bei einem Verbrauch zwischen 2.500 und 5.000 Kilowattstunden). Da auf das Netzentgelt am Ende noch Mehrwertsteuer anfällt, wirken reduzierte Netzentgelte doppelt günstig.

Aber warum stellt der Netzbetreiber geringere Netzentgelte in Rechnung? Das geschieht, wenn er auf die Heizung seines Kunden zugreifen und die Stromzufuhr unterbrechen darf. Dazu bestimmt der Netzbetreiber feste Zeiten, in denen er unterbrechen kann. Es handelt sich um Zeiträume von maximal zwei Stunden, die sich über den Tag verteilen können. Er unterbricht die Zufuhr, wenn gerade hohe Stromnachfrage herrscht. Versorgt er zeitweise keine Stromheizungen mehr, reduziert das die Nachfrage. Das entlastet das Stromnetz und das wiederum belohnt der Netzbetreiber mit reduzierten Entgelten. Kunden müssen sich aber nicht sorgen, dass solch ein Eingriff ihre Wohnung auskühlen lässt.

Tarif für Heizstrom gilt auch für Haushaltsstrom

Es bietet sich aber ein anderer Vorteil, wenn nur ein Zähler im Haushalt installiert ist. Denn die meisten Stromversorger wenden in diesem Fall den Nachtstromtarif auch auf den Bezug von Haushaltsstrom an. Das bedeutet: Die niedrigeren Tarife bei Tag und bei Nacht gelten dann auch für den Haushaltsstrom.

Ob dieser Vorteil den Nachteil von höheren Netzentgelten ausgleicht oder sogar überwiegt, müssen Sie individuell für sich ausrechnen. Lohnen kann sich dies eher für Haushalte mit geringem Strombezug – sowohl für die Speicherheizung als auch die weiteren Elektrogeräte in der Wohnung.

So gehen Sie bei einem Wechsel vor

Wer eine Nachtspeicherheizung betreibt, kann sich einen beliebigen Stromversorger für diese suchen. Die Zahl der Anbieter und Tarife wächst. Bei der jüngsten Erhebung der Bundesnetzagentur gab es rund 880 Lieferanten von Heizstrom in Deutschland. Nur in wenigen Gebieten bietet kein Versorger einen entsprechenden Tarif an.

Bei einem Vertragswechsel müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass die Heizung ausfällt. Es gelten die gleichen gesetzlichen Regelungen wie bei der Versorgung mit Haushaltsstrom. Sollte der neue Versorger nicht rechtzeitig mit der Lieferung beginnen, übernimmt der Grundversorger: Ersatzversorgung heißt das und erfolgt so lange, bis der neue Anbieter lieferfähig ist.

Bevor Sie eine Abfrage nach günstigen Tarifen in einem Vergleichsportal starten, sollten Sie aber wissen, welche Art Stromzähler Ihren Nachtstrombezug misst und wie hoch er zuletzt war. Also: Ist ein eigener Zähler für die Heizung installiert und handelt es sich um einen Eintarif- oder Doppeltarifzähler?

Das können Sie zum einen am Zähler selbst erkennen: Ein Doppeltarifzähler hat zwei Zählscheiben, die mit „HT“ und „NT“ beschriftet sind; ein Eintarifzähler hat nur eine Zählscheibe. Zum anderen lässt sich der Stromrechnung entnehmen, welcher Zählertyp eingebaut ist. Bei einem Doppeltarifzähler finden sich Angaben zum Strombezug in Hochtarif- und Niedertarifzeiten; bei einem Eintarifzähler gibt es keine Unterscheidung.

Da die Vergleichsportale nicht immer alle verfügbaren Tarife an Ihrem Wohngebiet anzeigen – wie in unserem Test für die Stadt Lindau –, empfehlen wir, zusätzlich das Angebot beim lokalen Versorger für Nachtstrom einzuholen, wenn es nicht in der Ergebnisliste auftaucht. Der lokale Versorger kann deutlich teurer sein als die günstigsten Anbieter für Nachtstrom. Er kann aber auch der Versorger mit den besten Konditionen sein.

In unserer Analyse lag beispielsweise Hamburg Energie als lokaler Versorger der Hansestadt auf Platz 1. In Mitwitz (Bayern), Frankfurt am Main und Potsdam zahlen Verbraucher dagegen deutlich mehr, wenn sie den Nachtstrom beim heimischen Stadtwerk beziehen. In Frankfurt war der Unterschied am größten: 600 Euro spart ein Haushalt mit 7.500 Kilowattstunden Stromverbrauch, sofern er den günstigsten verfügbaren Tarif wählt. Bei 12.000 Kilowattstunden Stromverbrauch sind es mehr als 900 Euro.

Lassen Sie für einen günstigeren Tarif Ihren Stromzähler tauschen

Die Stromrechnung müssen Sie ohnehin zur Hand nehmen, um Ihren Verbrauch zu wissen. Die Zahl – bei einem Doppeltarifzähler aufgeschlüsselt in Hoch- und Niedertarifzeiten – geben Sie in den Vergleichsportalen ein. Weder bei Verivox noch bei Check24 gibt es die Möglichkeit, den Verbrauch schätzen zu lassen, zum Beispiel anhand der Wohnungsgröße.

Sollten Sie gern einen Tarif wählen wollen, der nicht zu Ihrem Stromzähler passt, können Sie umrüsten. Fordern Sie Ihren Messstellenbetreiber auf, Ihnen einen zweiten Zähler oder einen anderen Zähler einzubauen. Der Messstellenbetreiber ist in der Regel der Netzbetreiber. Reagiert er nicht, können Sie auch den Messstellenbetreiber wechseln. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zu Stromheizungen.

So haben wir getestet

Nur zwei Portale stehen Verbrauchern bislang für den Vergleich von Heizstromtarifen zur Verfügung: Verivox und Check24. Im Portalvergleich hat Finanztip sowohl Tarife für eine gemeinsame Messung von Nacht- und Haushaltsstrom als auch für eine getrennte Messung mit einem Eintarifzähler und mit einem Doppeltarifzähler erhoben. Die Musterhaushalte befinden sich an fünf unterschiedlichen Orten: im ländlichen Mitwitz (Bayern), in der Kleinstadt Lindau am Bodensee, in der Großstadt Potsdam, der noch größeren Stadt Frankfurt am Main und der Millionenstadt Hamburg.

Die Abfragen erfolgten für einen Nachtstromverbrauch von 7.500 Kilowattstunden im Jahr und für 12.000 Kilowattstunden im Jahr. Mit 7.500 Kilowattstunden lässt sich eine Zwei- bis Dreizimmerwohnung beheizen. Für das Beheizen einer Wohnung mit 100 Quadratmetern sind dagegen mehr als 10.000 Kilowattstunden notwendig. Nach Angaben der Bundesnetzagentur haben Betreiber von Nachtspeicherheizungen 2015 durchschnittlich 7.200 Kilowattstunden im Jahr bezogen.

Erfahrungsgemäß betreiben die Nutzer ihre Anlagen mehrheitlich so, dass sie zu 70 Prozent nachts Strom aufnehmen und zu 30 Prozent am Tage. Diese Sätze galten bei unserer Aufteilung der Stromverbrauchsmengen auf Hoch- und Niedertarifzeiten. Zusätzlich haben wir die Kosten abgefragt, die mit dem günstigsten Tarif für Haushaltsstrom entstünden. Die Abfragen erfolgten im April 2017.

Die Voreinstellungen für alle Abfragen waren verbraucherfreundlich und setzten sich wie folgt zusammen:

  • keine Berücksichtigung von Boni,
  • keine Pakettarife,
  • keine Tarife mit Vorkasse oder Kaution,
  • Preisbindung von mindestens 12 Monaten,
  • Mindestlaufzeit von maximal 12 Monaten,
  • Kündigungsfrist von maximal 4 Wochen,
  • Folgelaufzeit von maximal einem Monat.

Alle verfügbaren Tarife an einem Ort sollten angezeigt werden – unabhängig davon, ob es sich um Ökostrom oder konventionellen Strom handelte, ob das Portal einen Tarif direkt vermitteln kann oder ob der Tarif eine bestimmte Weiterempfehlungsquote aufweist.

Um die Kosten für einen Tarif mit Nachtstrom mit den Kosten für einen Haushaltsstromtarif zu vergleichen, erfolgte eine zusätzliche Abfrage. Dabei galten dieselben Voreinstellungen wie für die Abfrage von Nachtstromtarifen.

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Artikel verfasst von

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.