Vergleichsportale

Das sollten Sie über Verivox wissen

Das Wichtigste in Kürze

  • Verivox ist ein Internetportal, das eine große Zahl von Tarifen für Strom, Gas, Telekommunikation, Versicherungen oder Finanzprodukte miteinander vergleicht.
  • Das Unternehmen aus Heidelberg ist auch ein Makler. Es vermittelt Verträge zwischen Kunden und Anbietern, wenn Kunden dies wünschen.
  • Im Bereich Energie ist Verivox Marktführer. Das Portal erzielt im Bereich Energie einen erheblichen Teil seines Umsatzes.
  • Der Stromrechner von Finanztip basiert unter anderem auf der Datenbank von Verivox.
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1998 war in Deutschland ein Jahr der Liberalisierung: Zuerst wurde das Monopol der Telekom aufgebrochen. Seither können auch andere Anbieter über das Telekommunikationsnetz ihre Telefondienste anbieten. Im Sommer 1998 fiel auch der Startschuss für den Wettbewerb im Strom- und Gasmarkt: Die alten Monopolisten mussten ihre Netze anderen Versorgern zur Verfügung stellen.

Mit der Öffnung der Märkte gründeten sich viele neue Unternehmen. Darunter war eines, das gar keine Telefon- oder Stromtarife anbot, sondern diese Tarife im Internet anzeigte, damit sie für den Verbraucher einfach zu vergleichen waren. Verivox GmbH heißt das Unternehmen und gehört heute zu den größten Vergleichsportalen in Deutschland. Darüber hinaus tritt Verivox als Makler auf und vermittelt Verträge zwischen Kunden und Anbietern.

Kerngeschäft von Verivox: Energietarife vergleichen und vermitteln

Begonnen hatte Verivox 1999 mit Telefontarifen. Im Jahr 2000 folgten Stromtarife und 2005 Gastarife. Heute vergleicht das Portal auch Versicherungen und Finanzprodukte. Die Bandbreite ist groß und reicht von Kfz-Policen bis zu Ratenkrediten und Baufinanzierungsangeboten.

Als Kerngeschäft bezeichnet das Unternehmen mit Sitz in Heidelberg den Bereich Energie. Dort ist Verivox nach eigenen Angaben Marktführer in Deutschland. „Unser Ziel ist die Weiterentwicklung … zu einem führenden Verbraucherportal für alle haushaltsnahen Verträge“, heißt es im Geschäftsbericht 2015.

Seit Gründung 1998 hat das Unternehmen mehr als acht Millionen Verträge in allen Geschäftsbereichen vermittelt. Rund 16 Millionen Nutzer rufen die Internetseite des Vergleichsportals pro Monat auf. Wie viele Nutzer sich zum Abschluss eines neuen Vertrags zu einem Anbieter vermitteln lassen, verrät Verivox allerdings nicht.

Mindestens eine Million Verbraucher wechseln über Verivox

Die Energiebranche geht davon aus, dass über Verivox mindestens eine Million Verbraucher pro Jahr einen neuen Liefervertrag für Strom schließen. 2015 zählte die Bundesnetzagentur rund vier Millionen Vertragswechsel bei Haushalten. Auf Verivox entfiele damit ein Marktanteil von etwa 25 Prozent. Die meisten Haushaltskunden – mehr als 40 Prozent – schließen allerdings einen neuen Vertrag bei ihrem bestehenden Stromversorger ab. Sie wechseln damit lediglich den Vertrag, nicht den Anbieter.

Der Wettbewerb im Energiesektor hat seit 2010 stark zugenommen. Mehrere Hundert Unternehmen der Strom- und Gaswirtschaft buhlen inzwischen um Kunden. Mehrere Tausend Tarife bieten sie. Für Verbraucher ist diese Vielfalt schwer zu überblicken. Ein Internetportal kann daher helfen, einen passenden Tarif zu finden.

Tarife können sich von Monat zu Monat ändern, neue Anbieter können an den Markt gehen und andere Unternehmen wieder verschwinden. Die Datenbanken mit den Strom- und Gastarifen pflegen mehr als 30 Mitarbeiter bei Verivox. Sie geben einerseits Tarifinformationen ein, die die Energieversorger selbst übermitteln. Die Mitarbeiter suchen andererseits auch die Internetseiten von Anbietern nach neuen Tarifen ab.

Kriterien für Verbraucherschutz im Energiebereich

Unternehmen, die Daten übermitteln, müssen mit ihren Tarifen nicht zwangsläufig gelistet werden. So zeigen die Vergleichsrechner in den Standardeinstellungen beispielsweise keine Tarife mit Vorkasse oder Kaution. Stuft Verivox das Versprechen auf eine Bonuszahlung als unverhältnismäßig ein, berücksichtigt der Vergleichsrechner den Bonus nicht in der Anzeige. Welcher Maßgabe Verivox dabei folgt, hat das Unternehmen in eigenen Richtlinien definiert und online gestellt. Sie finden sich bei den Firmeninformationen, betitelt mit "Über uns", unter dem Schlagwort "Verbraucherschutz". 

In den Finanztip-Vergleichen für Strompreisportale hat Verivox 2014 und 2015 eine Empfehlung erhalten. 2016 entwickelte Finanztip einen eigenen Stromrechner, der unter anderem auf der Verivox-Datenbank für Haushaltstarife basiert und den Abschluss eines Stromliefervertrags über Verivox ermöglicht.

Zu Verivox gehören weitere Unternehmen

Zur Verivox GmbH gehören heute laut Geschäftsbericht von 2015 sieben weitere Unternehmen, darunter die Toptarif Internet GmbH, die das Vergleichsportal Toptarif betreibt. Die zur Gruppe gehörende i12 GmbH betreibt unter anderem die Internetplattformen tarife.de und Strom Magazin. Die Seiten billiger-surfen.de, stromseite.de und billiger-telefonieren.de betreibt die Verivox-Tochter Maximilian Online Media GmbH.

Ihren Hauptsitz hat die Unternehmensgruppe in Heidelberg. Daneben gibt es Niederlassungen in Berlin, Augsburg, Linden und Leipzig. 2015 wurde eine erste Auslandsgesellschaft gegründet – die Verivox Schweiz AG in Zürich.

An allen sieben Standorten beschäftigt Verivox mehr als 350 Mitarbeiter. 2015 erwirtschaftete die Verivox Gruppe 88 Millionen Euro Umsatz. Den Löwenanteil erzielte dabei die Verivox GmbH, deren Umsatzerlöse zu rund 90 Prozent aus Provisionen durch die Vermittlung von Energie- und Telefonverträgen stammen. Die übrigen Erlöse der Verivox GmbH kommen durch Werbeeinnahmen.

Verivox selbst gehört zwei anderen Gesellschaften: Im August 2015 kaufte die ProSiebenSat.1 Media AG die Firma für 200 Millionen Euro und hält seither 80 Prozent der Anteile. Die übrigen Anteile erwarb die britische Beteiligungsgesellschaft Oakley Capital, die zuvor der Mehrheitsgesellschafter war.

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von Finanztip, Expertin für Energie

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.