Wärmepumpenstrom

Günstiger Strom für Wärmepumpen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer mit einer Wärmepumpe heizt, kann durch den Wechsel des Stromtarifs mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.
  • Zahlreiche Versorger bieten spezielle Stromtarife für Wärmepumpen an. Diese Tarife sind billiger als gewöhnlicher Haushaltsstrom. Aber nur knapp die Hälfte der Betreiber von Wärmepumpen in Deutschland bezieht solch einen günstigen Tarif.
  • Über Vergleichsportale lassen sich günstige Wärmestrom-Tarife finden.
  • Die Versorgung der Wärmepumpe bleibt durch einen Vertragswechsel gesichert.
  • Nicht in jedem Fall kann ein Haushalt einen Wärmestromtarif beziehen. Oft ist ein eigener Stromzähler für die Wärmepumpe Bedingung.
  • Haben Sie keinen zweiten Zähler, können Sie sich einen einbauen lassen.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie, welcher Stromzähler Ihren Wärmepumpen-Verbrauch misst: Entweder es ist ein gemeinsamer Zähler für Haushaltsstrom und Wärmestrom oder ein Zähler, der nur den Wärmestrom erfasst.
  • Entnehmen Sie Ihrer letzten Rechnung den Stromverbrauch. Findet sich dort eine Aufteilung zwischen Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT), besitzen Sie einen Zweitarifzähler (Doppeltarifzähler).
  • Geben Sie diese Daten auf einem Onlineportal ein und vergleichen Sie Tarife. Wir empfehlen Check24 und Verivox.
  • Fragen Sie zusätzlich Ihren lokalen Versorger nach Angeboten, falls er nicht im Vergleichsportal auftaucht.
  • Sagt Ihnen ein Angebot zu, können Sie über das Vergleichsportal oder über den Versorger den Liefervertrag schließen. Die Kündigung des alten Tarifs übernimmt der neue Vertragspartner.

Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie, um in den nächsten Jahren Wohngebäude zu beheizen. Denn die Geräte sind in unterschiedlicher Größe erhältlich und können so den Bedürfnissen jedes Verbrauchers entsprechen – sowohl in kleinen als auch großen Haushalten. Da die Geräte die Wärme in Luft, Wasser und Boden nutzen, können sie den Energiebezug stark senken. Beziehen die Wärmepumpen auch noch Ökostrom, arbeiten sie rundum klimafreundlich.

Um die deutschen Klimaziele zu erreichen, spielen daher Wärmepumpen in Forschungsstudien eine wichtige Rolle. Bis 2030 sollten fünf bis sechs Millionen Geräte in Gebäuden installiert sein, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik ermittelt.

Heute in Betrieb sind nach Angaben des Bundesverbands Wärmepumpe rund 750.000 Anlagen. Nur etwa 6.200 Geräte davon arbeiten mit Gas. Bei rund 99 Prozent der installierten Geräte handelt es sich um elektrische Wärmepumpen. Pro Jahren kommen 50.000 bis 60.000 hinzu, vorwiegend in Neubauten. Eine Rolle spielt dabei, dass in Häusern mit mehr als 50 Quadratmetern Fläche ein Teil der benötigten Wärme aus erneuerbaren Energien stammen muss. Diese gesetzliche Vorschrift lässt sich mit einer Wärmepumpe erfüllen.

 

 

Angegeben ist die Zahl elektrischer Wärmepumpen, die jedes Jahr in Betrieb geht.

Quelle: Bundesverband Wärmepumpe (Stand: 23. Januar 2017)

Um Investitionen in die Geräte zu unterstützen, fördert der Staat die Anschaffung. Doch auch ohne staatliche Förderung können sich elektrische Wärmepumpen lohnen – vorausgesetzt, der Betreiber zahlt nicht zu viel für die Energie. Am günstigsten ist es, die Wärmepumpe mit eigenem Strom beispielsweise aus einer Photovoltaik-Anlage zu betreiben. Wem kein oder nicht genügend Solarstrom zur Verfügung steht, kann auf günstige Wärmestrom-Tarife zugreifen. Sie lassen sich über Online-Vergleichsportale ermitteln.

Jeder zweite Haushalt mit Wärmepumpe bezieht auch Wärmestrom

Mehrere Hundert Energieversorger bieten spezielle Stromtarife für Wärmepumpen an. Diese sind wesentlich günstiger als Haushaltstarife. Bei einem Verbrauch von 7.500 Kilowattstunden im Jahr zahlten Verbraucher 2016 im Schnitt rund 21 Cent pro Kilowattstunde Wärmestrom, hat die Bundesnetzagentur ermittelt. Der durchschnittliche Preis für Haushaltsstrom lag bei fast 30 Cent und damit um rund 30 Prozent höher.

Die Angaben beziehen sich bei Wärmepumpen-Strom auf einen jährlichen Verbrauch von 7.500 Kilowattstunden. Bei Haushaltsstrom ist der Verbrauch im Jahr 2015 auf einen jährlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden bezogen und im Jahr 2016 auf einen Verbrauch von 2.500 bis 5.000 Kilowattstunden.

Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 26. April 2017)

Dennoch bezieht nur etwa jeder zweite Betreiber einer elektrisch betriebenen Wärmepumpe einen speziellen Stromtarif. Nach einer Erhebung der Bundesnetzagentur nehmen gerade einmal rund 360.000 Haushalte einen Wärmestrom-Tarif in Anspruch. Rund 400.000 Verbraucher betreiben ihre Wärmepumpe dagegen mit teurerem Haushaltsstrom.

Dabei ist der Wechsel zu einem günstigen Wärmestrom-Tarif nicht schwer. Bei der Suche und beim Wechsel des Stromvertrags sollten Sie aber einiges beachten.

Wärmepumpen nutzen Umweltwärme

Wärmepumpen entziehen der Umwelt Energie und übertragen sie zumeist an Wasser. Da aber die Temperatur von Grundwasser, Erdreich oder Luft gewöhnlich nicht ausreicht, um heißes Wasser zu gewinnen, heizen die Anlagen zu. Das gelingt einmal über Prozesse, die ein Elektromotor antreibt. Manche Wärmepumpen arbeiten mit Gas oder Öl und verfeuern diese. Wir befassen uns in diesem Artikel ausschließlich mit Stromtarifen für Wärmepumpen.

Wie viel Strom die Wärmepumpe braucht, hängt von der Effizienz des Geräts selbst und von zwei weiteren Faktoren ab: dem Temperaturniveau der Umweltwärme und der Beschaffenheit des Gebäudes. Nach Angaben der Bundesnetzagentur beziehen die in Deutschland installierten Wärmepumpen im Schnitt 6.200 Kilowattstunden pro Jahr.

Eine Wärmepumpe kann rund um die Uhr arbeiten. Das wäre aber energieintensiv. Daher läuft sie gewöhnlich nur einige Stunden am Tag. Ein Wärmespeicher sorgt dafür, dass trotzdem immer Wärme bereitsteht. Er speichert das frisch aufgeheizte Wasser.

Warum Wärmepumpen-Strom günstiger ist als Haushaltsstrom

Der Speicher erlaubt damit auch ein Manöver, das dem Verbraucher niedrigere Stromtarife beschert. Dürfen Netzbetreiber die Stromzufuhr der Wärmepumpen unterbrechen, kann dies helfen, das Stromnetz im Gleichgewicht zu halten. Gewährt ein Haushalt diesen Zugriff, berechnet der Netzbetreiber geringere Netzentgelte. Die Zeitpunkte für die Stromunterbrechung sind dabei festgelegt und beschränken sich gewöhnlich auf maximal zwei Stunden am Stück. Die Wärmepumpe ist dann vom Betreiber oder vom Installateur so zu programmieren, dass sie zuvor und danach den Speicher mit Heißwasser füllt.

Im Schnitt betragen so die Netzentgelte für Wärmestrom nur 2 bis 3 Cent pro Kilowattstunde. Wie weit ein Netzbetreiber das Entgelt senkt, bestimmt er individuell. So gibt es Regionen, in denen das reduzierte Netzentgelt deutlich niedriger ist als in anderen. Wer Haushaltsstrom bezieht, zahlt aber auf jeden Fall mehr für den Stromtransport – überwiegend zwischen 6 und 10 Cent pro Kilowattstunde. Je höher die Entgelte sind, desto höher fällt am Ende auch die Mehrwertsteuer auf den Strompreis aus.

Dies ist der vornehmliche Grund, dass Wärmestrom günstiger ist als Haushaltsstrom. Geringere Netzentgelte wirken sich auf beide Bestandteile am Strompreis aus: Der Grundpreis pro Monat liegt erheblich niedriger, aber auch der Preis für jede verbrauchte Kilowattstunde. 

Stromversorger gewähren niedrigere Verbrauchspreise bei Nacht

Der Verbrauchspreis für jede genutzte Kilowattstunde kann aufgrund eines zweiten Effekts noch einmal niedriger sein als bei Haushaltsstrom: Manche Stromversorger berechnen weniger für den Einkauf des Stroms.

Sie unterscheiden dann zwischen zwei unterschiedlich hohen Tarifen. Niedertarif (NT) und Hochtarif (HT) heißen sie. Das bedeutet: Wer nachts Strom verbraucht, zahlt dafür weniger als am Tage. Das Prinzip stammt aus der Hochphase von Nachtspeicheröfen. Diese fressen zwar viel Strom. Da sie sich aber überwiegend nachts betreiben lassen, konnten Stromversorger die Energie noch vor wenigen Jahren zu deutlich niedrigeren Preisen einkaufen und weiterreichen.

Noch heute ist der Strom bei Nacht häufig günstiger als am Tage. Aber die Stromversorger haben deutlich weniger Spielraum bei der Preisgestaltung: Sie bestimmen gerade noch 20 Prozent des Strompreises – sowohl bei Wärmepumpen-Strom als auch Haushaltsstrom. Der Rest sind Steuern, Umlagen, Abgaben und Entgelte für den Betrieb des Stromnetzes und der Stromzähler. Für Haushaltsstrom sind die einzelnen Preiskomponenten im Diagramm dargestellt:

Manche Stromversorger unterscheiden inzwischen nicht mehr zwischen Hoch- und Niedertarif. Sie berechnen einen Verbrauchspreis, der für den gesamten Tag gilt. Dieser liegt gleichwohl unter dem, was ein Verbraucher durchschnittlich für seinen Haushaltsstrom zahlt.

Technische Bedingungen für Wärmestrom-Tarife

Von den schätzungsweise 750.000 Betreibern einer elektrischen Wärmepumpe nutzt nur etwa die Hälfte einen Wärmestromtarif. Möglich ist, dass sie keinen solchen Tarif wollen. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie ihn nicht erhalten. Denn den Bezug von Wärmestrom machen die Anbieter häufig von bestimmten technischen Bedingungen abhängig.

Ein Netzbetreiber gewährt nur dann reduzierte Netzentgelte, wenn er die Stromversorgung der Wärmepumpe unterbrechen darf und wenn ein eigener Stromzähler den Verbrauch der Wärmepumpe misst. Ist kein zweiter Stromzähler für die Wärmepumpe im Haushalt installiert, kann das Unternehmen nicht zuordnen, auf welche verbrauchte Kilowattstunde ein volles und auf welche ein reduziertes Netzentgelt zu berechnen ist. Die Folge: Ohne eigenen Stromzähler für die Wärmepumpe gibt es kein reduziertes Netzentgelt.

Da viele Versorger ihre Wärmestrom-Tarife darauf aufbauen, dass reduzierte Netzentgelte wirken, gewähren sie die Tarife nur Haushalten mit zweitem Stromzähler. Wer seinen gesamten Stromverbrauch über einen Zähler erfasst, kann daher häufig lediglich Haushaltsstrom beziehen – für alle elektrischen Geräte in der Wohnung.

Zu einer weiteren Bedingung machen manche Stromversorger, dass ein Zweitarifzähler für die Wärmepumpe installiert ist. Gewöhnlich unterscheiden diese Versorger in Hoch- und Niedertarife. Kann ein Zähler nicht zwei unterschiedliche Strommengen erfassen, liefert der Versorger keinen Wärmestrom.

Von technischen Voraussetzungen nicht abschrecken lassen

Die technischen Bedingungen definiert jeder Stromversorger für sich. Erfüllen Sie nicht die Voraussetzungen eines bestimmten Anbieters, suchen Sie sich ein Unternehmen, das dies anders handhabt. Die Tarife und technischen Bedingungen bei Wärmestrom-Tarifen gehen weit auseinander.

Es gibt Anbieter im Markt wie die Stadtwerke Bayreuth oder Stiebel Eltron, die auch Wärmestrom liefern, wenn nur ein Zähler im Haushalt vorhanden ist. Den günstigeren Tarif bezieht der Verbraucher dann für alle elektrischen Geräte im Haushalt – auch Kühlschrank und Waschmaschine laufen dann mit Wärmestrom. 

Günstiger sind die Tarife aber, wenn ein zweiter Zähler für die Wärmepumpe vorhanden ist und der Netzbetreiber reduzierte Netzentgelte berechnet. Viele Versorger machen daher einen eigenen Zähler für den Wärmestrom zur Bedingung. Allerdings unterscheiden sie häufig nicht mehr in Hoch- und Niedertarife. Diesen Unternehmen ist dann egal, ob Sie für die Wärmepumpe einen Eintarifzähler oder einen Doppeltarifzähler installiert haben. Beachten Sie aber, dass das Messentgelt für einen Doppeltarifzähler gewöhnlich höher ist als für einen Eintarifzähler.

Sondertarif bei gemeinsamer Messung von Haushalts- und Wärmestrom

Stromversorger Kundenkreis technische Bedingung Tarif
Stadtwerke Bayreuth Haushalt am Stromnetz von Bayernwerk oder Stadtwerke Bayreuth Zweitarifzähler und Tarifschaltgerät Wärmestromtarif gilt für gesamten Stromverbrauch
Stiebel Eltron Haushalte bundesweit Zweitarifzähler Wärmestromtarif gilt für gesamten Stromverbrauch
Mainova Haushalt am Stromnetz der Netzdienste Rhein-Main Zweitarifzähler Niedertarif gilt für gesamten Stromverbrauch
Süc Energie und H2O Haushalte bundesweit Zweitarifzähler Niedertarif gilt für gesamten Stromverbrauch

Sondertarif bei getrennter Messung des Wärmestroms

Stromversorger Kundenkreis technische Bedingung Tarif
Stadtwerke Weißwasser Haushalt am Stromnetz von Stadtwerke Weißwasser, Mitnetz oder Enso Netz Eintarifzähler genügt Wärmestromtarif für Heizstrom
Team Energie Haushalte bundesweit Eintarifzähler genügt Wärmestromtarif für Heizstrom
Stadtwerke Lindau Haushalt am Stromnetz der Stadtwerke Lindau Eintarifzähler genügt Wärmestromtarif für Heizstrom
Mainova die meisten Haushalte am Stromnetz von Netzdienste Rhein-Main Eintarifzähler genügt Wärmestromtarif für Heizstrom
Hamburg Energie Haushalt am Stromnetz Hamburg Eintarifzähler genügt Wärmestromtarif für Heizstrom
Stiebel Eltron Haushalte bundesweit Eintarifzähler genügt Wärmestromtarif für Heizstrom
Stadtwerke Bayreuth Haushalt am Stromnetz von Bayernwerk oder Stadtwerke Bayreuth Eintarifzähler oder Zweitarifzähler Wärmestromtarif für Heizstrom ohne oder mit Niedertarif
Süc Energie und H2O Haushalte bundesweit Zweitarifzähler Wärmestromtarif für Heizstrom mit Niedertarif

Diese Übersicht ist lediglich ein Ausschnitt der am Markt tätigen Energieversorger. Bieten Versorger bundesweit Tarife, ist ein Vertragsabschluss zu den günstigen Konditionen davon abhängig, dass der jeweilige Netzbetreiber reduzierte Netzentgelte berechnet.

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand 27. Juni 2017)

Sie können sich einen neuen Zähler setzen lassen, wenn dies für den Abschluss eines Stromliefervertrags erforderlich ist. Zumeist ist der Netzbetreiber auch der Messstellenbetreiber. Sie können sich aber auch einen alternativen Anbieter suchen und einen Zähler bestellen.

Aber Achtung: Für jeden Zähler fallen Entgelte für den Messstellenbetrieb an. Diese Kosten sollten Sie miteinkalkulieren, wenn Sie den Wechsel in einen Wärmestrom-Tarif erwägen. Ob ein eigener Zähler für eine Wärmepumpe installiert ist und ob es sich um einen Eintarif- oder Zweitarifzähler handelt, ist entscheidend für die Höhe des Stromtarifs. Das hat unser Test von Vergleichsportalen für Wärmetarife ergeben.

Abfrage von günstigen Wärmestrom-Tarifen für Musterhaushalte

Wir haben für Haushalte in fünf Orten im gesamten Bundesgebiet Wärmestrom-Tarife auf zwei Vergleichsportalen abgefragt: Verivox und Check24. Einmal für einen Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden. Und einmal für einen Jahresverbrauch von 7.500 Kilowattstunden.

Wie viel Strom ein Haushalt für die Wärmepumpe benötigt, lässt sich nicht pauschal über die Anzahl der Haushaltsmitglieder oder die beheizte Wohnfläche bestimmen, sondern hängt von weiteren Faktoren ab – von der Dämmung der Wohnung, vom Energieniveau der Wärmequelle aus der Umgebung und nicht zuletzt von der Effizienz der Wärmepumpe. Durchschnittlich benötigten die Betreiber von Wärmepumpen im Jahr 2015 rund 6.200 Kilowattstunden. Um sowohl Haushalte mit höherem Verbrauch als auch niedrigem abzubilden, wählten wir die Verbrauchswerte von 5.000 und 7.500 Kilowattstunden.

Die Musterhaushalte befinden sich in den Großstädten Hamburg, Frankfurt am Main und Potsdam sowie der Kleinstadt Lindau am Bodensee und der Landgemeinde Mitwitz (Bayern).

Die Abfragen erfolgten sowohl für einen Eintarifzähler als auch einen Zweitarifzähler. Misst ein Haushalt den Stromverbrauch der Wärmepumpe über einen gemeinsamen Zähler mit dem Haushaltsstrom, ist über keines der beiden Portale – weder über Verivox noch Check24 – eine Abfrage möglich.

Verivox
Mit Check24 bester Vergleichsrechner für Stromtarife

  • Finanztip-Empfehlung für den Wärmestromtarifvergleich
  • listet regionale und bundesweite Angebote
  • übersichtliche Darstellung
  • Neukundenbonus als Voreinstellung kann Ergebnisse verzerren
  • Werbeanzeige oberhalb der Ergebnisliste, die normalen Ergebnissen ähnlich sieht
Verivox

Check24
Mit Verivox bester Vergleichsrechner für Wärmestromtarife

  • Finanztip-Empfehlung für den Wärmestromtarifvergleich
  • listet regionale und bundesweite Tarife
  • übersichtliche Darstellung
  • Neukundenbonus als Voreinstellung kann Ergebnisse verzerren
Check24

Nur wenige Tarife bei kurzer Folgelaufzeit der Verträge

Die untersuchten Vergleichsrechner haben wir verbraucherfreundlich eingestellt. Die Ergebnisse für alle Abfragen von Wärmestrom-Tarifen waren dabei im ersten Durchlauf durchweg gering. Beide Portale zeigten für alle Musterhaushalte bestenfalls drei Angebote. Für Lindau gab es in beiden Portalen keinen Treffer.

Aufgrund der geringen Ergebnisquote erfolgte eine zweite Abfrage für Eintarif- und Doppeltarifzähler – mit einer veränderten Voreinstellung: Statt einer Folgelaufzeit für den Liefervertrag von maximal einem Monat haben wir maximal zwölf Monate gewählt.

Mit diesen Voreinstellungen zeigten die Portale für jeden Musterhaushalt Ergebnisse, auch für Lindau. In der Kleinstadt waren es je zwei Wärmestrom-Tarife bei Verivox und Check24. Für die anderen Orte listeten die Portale 9 bis 15 Tarife auf.

In allen Abfragen sind die angezeigten Tarife beider Portale entweder identisch oder sie weichen nur geringfügig voneinander ab. Wir können daher beide Portale für eine Tarifabfrage empfehlen. Aus unseren Testergebnissen lassen sich aber noch weitere Schlüsse für den Betrieb einer Wärmepumpe und den Abschluss eines Stromliefervertrags ziehen.

Längere Folgelaufzeit des Vertrags beeinflusst Tarifhöhe wenig

Ob die Folgelaufzeit bei maximal einem oder maximal zwölf Monaten liegt, hat entweder keinen Einfluss auf die Höhe des günstigsten Tarifs oder eher wenig. Maximal verringern sich die Kosten um 68 Euro aufgrund der längeren Folgelaufzeit.

Auch die Unterschiede zwischen den günstigsten Tarifen an verschiedenen Standorten gehen nicht weit auseinander: Am wenigsten zahlt unser Musterhaushalt in Potsdam. Bei einem Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden im Jahr verlangt der günstigste Anbieter rund 974 Euro. Bei 7.500 Kilowattstunden sind es 1.427 Euro. In Lindau liegt dagegen der günstigste Tarif bei rund 1.082 beziehungsweise 1.549 Euro. Das entspricht rund 9 Prozent Mehrkosten gegenüber dem Musterhaushalt in Potsdam.

Erhebliche Unterschiede zwischen Versorgern

Erheblich können dagegen die Unterschiede zwischen dem lokalen Versorger und dem günstigsten Anbieter aus den Portalabfragen sein: Bis zu 500 Euro mehr zahlt ein Haushalt in Frankfurt mit einem Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden. Bei 7.500 Kilowattstunden jährlichem Strombezug können die Mehrkosten bis zu 769 Euro betragen. Je nach Region sind die Unterschiede größer oder kleiner – in Hamburg liegt der Wärmepumpen-Tarif des lokalen Versorgers Hamburg Energie nur geringfügig über dem günstigsten Anbieter Team Energie.

Kosten für Wärmestrom bei 5.000 kWh Verbrauch und Doppeltarifzähler:

Ort günstigster Anbieter Kosten in Euro lokaler Versorger Kosten in Euro
Mitwitz Team Energie 1.001 Süc Energie und H2O 1.190
Frankfurt/Main Eon 1.052 Mainova 1.551
Hamburg Team Energie 1.027 Hamburg Energie 1.035
Lindau Eon 1.082 Stadtwerke Lindau 1.104
Potsdam Turbine 1.021 Stadtwerke Potsdam 1.409

Kosten für Wärmestrom bei 7.500 kWh Verbrauch und Doppelttarifzähler:

Ort günstigster Anbieter Kosten in Euro lokaler Versorger Kosten in Euro
Mitwitz Team Energie 1.466 Süc Energie und H2O 1.720
Frankfurt/Main Eon 1.511 Mainova 2.280
Hamburg Team Energie 1.498 Hamburg Energie 1.505
Lindau Eon 1.549 Stadtwerke Lindau 1.628
Potsdam Turbine 1.427 Stadtwerke Potsdam 2.073

Aufgeführt ist der jeweils günstigste Tarif, den Verivox oder Check24 anzeigten, sowie den aus den Preisblättern der lokalen Versorger berechneten Kosten.

Quelle: eigene Abfrage bei Verivox und Check24 mit Voreinstellung Folgelaufzeit maximal 12 Monate sowie Süc Energie, Mainova, Hamburg Energie, Stadtwerke Lindau, Stadtwerke Potsdam (Stand: 26. April 2017)

Neuen Anbieter mit Belieferung der Wärmepumpe beauftragen

Wer eine Wärmepumpe mit Strom betreibt, kann sich dafür einen beliebigen Energieversorger suchen. Ob Sie bereits einen Wärmestrom-Tarif haben oder die Wärmepumpe mit Haushaltsstrom arbeiten lassen, macht für den Ablauf des Wechsels keinen Unterschied. Es besteht keine Gefahr, dass die Heizung ausfällt. Es gelten die gleichen gesetzlichen Regelungen wie bei der Versorgung mit Haushaltsstrom. Sollte der neue Versorger nicht rechtzeitig mit der Lieferung beginnen, übernimmt der Grundversorger: Ersatzversorgung heißt das und erfolgt so lange, bis der neue Anbieter lieferfähig ist.

Vor Installation des zweiten Zählers Kosten durchrechnen

Wollen Sie von einem Haushaltsstrom-Tarif in einen Wärmestrom-Tarif wechseln, müssen Sie erst einmal die technischen Bestimmungen Ihres Netzbetreibers vor Ort beachten. Sieht er vor, dass ein eigener Zähler zu installieren ist, sollten Sie prüfen, ob sich der Einbau wirklich lohnt. Grundsätzlich gilt: Je höher der Strombedarf zum Heizen ist, desto höher ist der Kostenvorteil durch einen Wärmestromtarif und damit für den Einbau eines zweiten Stromzählers.

Wer nur wenig Wärmestrom benötigt, für den kann es günstiger sein, den Wärmestrom zusammen mit dem Haushaltsstrom zu messen. Dies betrifft vor allem Haushalte in Regionen, in denen die reduzierten Netzentgelte nur wenig von den gewöhnlichen Netzentgelten abweichen.

Aber auch wer eigenen Solarstrom für die Wärmepumpe nutzt oder auf eine gute Umweltwärmequelle zugreifen kann, kann mit nur einem Stromzähler im Haus besser fahren. Denn künftig steigen die Kosten für einen eigenen Zähler für eine Wärmepumpe, deren Stromversorgung der Netzbetreiber unterbrechen darf. Es ist gesetzlich festgelegt, dass diese Stromzähler durch intelligente Messsysteme zu ersetzen sind. Für den Einbau und Betrieb der neuen Zähler sollen Verbraucher bis zu 100 Euro im Jahr zahlen.

Für wen sich ein zweiter Zähler nicht lohnt, sollte einen Versorger finden, der auch bei gemeinsamer Messung Wärmestrom liefert. Oder diese Haushalte verzichten auf einen Wärmepumpentarif. Günstige Tarife für Haushaltsstrom lassen sich über unseren Finanztip-Stromrechner finden.

Das sollten Sie vor einem Wechsel beachten

Bevor Sie daher einen neuen Vertrag abschließen, sollten Sie daher prüfen, unter welchen Bedingungen Sie am besten fahren: mit einem Wärmestrom-Tarif oder mit einem Haushaltsstrom-Tarif? Mit einem Eintarif- oder Doppeltarifzähler? Wie sehen die technischen Bedingungen Ihres Netzbetreibers zum Anschluss von Wärmepumpen aus?

Entnehmen Sie dazu Ihren Abrechnungen den Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe. Besitzen Sie einen Zweitarifzähler und berechnet Ihr bisheriger Versorger zwei unterschiedliche Tarife, so notieren Sie sich auch die Verbrauchswerte im Niedertarif (NT) und im Hochtarif (HT). Vergewissern Sie sich zudem, ob den Wärmestrom ein zweiter Zähler misst oder ein einziger mit dem Haushaltsstrom zusammen. Finden sich auf Ihren Stromrechnungen unterschiedliche Zählernummern, so gibt es auch zwei Zähler. Welche technischen Bedingungen für Wärmestrom in einer Region gelten, können Sie den Preisblättern für Wärmestrom von Ihrem Grundversorger entnehmen. Diese finden sich auf der Internetseite des Unternehmens.

Gut gerüstet in den Tarifvergleich für Wärmestrom

Suchen Sie dann ein Vergleichsportal auf und geben Sie die Daten entsprechend der Suchmaske ein und wählen Sie für die Abfrage verbraucherfreundliche Einstellungen. Dazu gehört eine erste Vertragslaufzeit von maximal 12 Monaten mit einer mindestens ebenso langen Garantie für die Höhe des Strompreises. Darüber hinaus sollten Sie eine Kündigungsfrist von vier Wochen und eine eher kurze Verlängerung des Liefervertrags nach der Erstlaufzeit wählen. Lassen Sie sich keine Pakettarife sowie Tarife mit Vorkasse oder Kaution anzeigen. Überlegen Sie zudem, ob Sie Tarife mit Bonus interessieren. Diese landen schnell ganz oben in der Trefferliste, lohnen sich zumeist nach dem Wegfall des Bonus im zweiten Vertragsjahr nicht mehr.

Wir empfehlen einen Preisvergleich je nach Vorliebe bei Verivox oder Check24. Da sich die angezeigten Tarife kaum unterscheiden, reicht der Blick in eines der beiden Portale für Wärmepumpen-Strom. Den Liefervertrag für Wärmepumpen-Strom können Sie bei einem beliebig anderen Unternehmen abschließen als jenem, das Sie mit Haushaltsstrom versorgt. Voraussetzung für zwei unterschiedliche Lieferanten ist lediglich, dass zwei verschiedene Stromzähler den Strombezug für Wärmepumpe und den restlichen Haushalt erfassen.

Da die Vergleichsportale nicht immer alle verfügbaren Tarife an einem Wohnort zeigen – wie in unserem Testdurchlauf für die Stadt Lindau – empfehlen wir, zusätzlich das Angebot beim lokalen Versorger für Wärmestrom einzuholen, wenn dieser nicht in der Ergebnisliste auftaucht. Der lokale Versorger kann deutlich teurer sein als die günstigsten Anbieter für Wärmestrom. Er kann aber auch zu den Versorgern mit den niedrigsten Preisen gehören.

Zählen Sie zu den Verbrauchern mit einem vergleichsweise geringen Strombezug für die Wärmepumpe, können Sie alternativ einen Vergleich für Haushaltsstrom vornehmen. Dazu empfehlen wir den Finanztip-Stromrechner.

Tarife für Haushaltsstrom und Wärmestrom liegen weit auseinander

Nur etwa die Hälfte der Haushalte mit strombetriebener Wärmepumpe nutzt bislang einen Wärmestrom-Tarif. Wir haben daher ermittelt, was die Musterhaushalte zahlten, wenn sie denn günstigen Haushaltsstrom nutzten – und keinen Wärmestrom.

Alle Musterhaushalte sparten nach einem solchen Vertragswechsel mehrere Hundert Euro. Die Preisunterschiede zwischen den günstigsten Tarifen für Haushaltsstrom und den günstigsten Tarifen für Wärmestrom sind jedoch weniger stark als zwischen den Wärmestrom-Tarifen der Grundversorger und den günstigsten Anbietern von Wärmestrom. In den fünf Orten zahlen die Haushalte bei einem Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden 240 bis 310 Euro im Jahr weniger. Beziehen sie 7.500 Kilowattstunden, ergibt sich eine Ersparnis zwischen 394 und 481 Euro im Jahr.

Kosten für Wärmestrom und Haushaltsstrom bei 5.000 kWh Verbrauch

Ort günstigster Anbieter von Wärmestrom Kosten in Euro günstigster Anbieter von Haushaltsstrom Kosten in Euro
Mitwitz Team Energie 1.001 GFM 1.286
Frankfurt/Main Eon 1.052 GFM 1.318
Hamburg Team Energie 1.027 GFM 1.285
Lindau Eon 1.082 ener.my 1.392
Potsdam Turbine 1.021 GFM 1.261

Kosten für Wärmestrom und Haushaltsstrom bei 7.500 kWh Verbrauch

Ort günstigster Anbieter von Wärmestrom Kosten in Euro günstigster Anbieter von Haushaltsstrom Kosten in Euro
Mitwitz Team Energie 1.466 GFM 1.882
Frankfurt/Main Eon 1.511 GFM 1.956
Hamburg Team Energie 1.498 GFM 1.891
Lindau Eon 1.549 ener.my 1.031
Potsdam Turbine 1.427 GFM 1.873

Aufgeführt ist der jeweils günstigste Tarif, den Verivox oder Check24 anzeigten. Die Wärmestromtarife gelten für Wärmepumpen mit eigenem Doppeltarifzähler. Die Folgelaufzeit eines Liefervertrags wurde bei allen Abfragen auf maximal 12 Monate beschränkt.

Quelle: eigene Abfrage bei Verivox und Check24 (Stand: 26. April 2017)

Die Ergebnisse machen deutlich: Wechselt ein Haushalt – zumindest mit den genannten Verbrauchszahlen von 5.000 und 7.500 Kilowattstunden im Jahr – den Lieferanten für Wärmestrom, kann er mehrere Hundert Euro im Jahr sparen. Noch höher kann die Ersparnis liegen, wenn ein Haushalt aus einem Tarif für Haushaltsstrom in einen Tarif für Wärmestrom wechselt.

So haben wir getestet

Test Vergleichsportale für Wärmepumpen 2017

Durch eine anonyme Google-Suche haben wir Vergleichsrechner für Wärmestrom im Internet gefunden. Insgesamt zählten wir 20 Internetseiten, auf denen ein Vergleichsrechner installiert ist. Allerdings nutzten 18 Betreiber der gefundenen Internetseiten lediglich den Rechner von einem anderen Anbieter. Am Ende verblieben zwei Internetportale, die einen eigenen Rechner erstellt haben und pflegen: Verivox und Check24. Unseren Test haben wir auf beiden Portalen vorgenommen.

Ein Blick in beide Vergleichsportale lohnt aber nur, wenn Sie bereits einen eigenen Zähler für die Wärmepumpe installiert haben. Denn Verivox und Check24 zeigen nur Wärmestrom-Tarife an, wenn ein separater Zähler nur den Wärmestrom misst. Nutzer müssen dann nur noch auswählen, ob sie einen Eintarifzähler oder einen Zweitarifzähler besitzen.

Erfahrungsgemäß betreiben Kunden mit Zweitarifzähler ihre Anlagen mehrheitlich so, dass sie zu 55 Prozent nachts Strom aufnehmen und zu 45 Prozent am Tage. Die Sätze haben wir bei der Aufteilung der Stromverbrauchsmengen auf Hoch- und Niedertarif-Zeiten angenommen. Zusätzlich haben wir die Kosten abgefragt, die mit dem günstigsten Tarif für Haushaltsstrom entstehen.

Für die Abfragen definierten wir fünf Musterhaushalte mit zwei unterschiedlichen Verbräuchen: 5.000 Kilowattstunden und 7.500 Kilowattstunden im Jahr. Diese Werte liegen über und unter dem durchschnittlichen Jahresverbrauch einer Wärmepumpe in Deutschland von 6.200 Kilowattstunden. Sowohl mit 5.000 als auch mit 7.500 Kilowattstunden lassen sich ganze Eigenheime beheizen. Da der Verbrauch stark von der Effizienz der Wärmepumpe und der genutzten natürlichen Wärmequelle abhängt, erfolgte die Abfrage für die zwei genannten unterschiedlichen Verbräuche. Als Standort für die Musterhaushalte dienten fünf unterschiedliche große Kommunen: Hamburg, Frankfurt am Main und Potsdam, Lindau und Mitwitz. Die Orte sind regional über ganz Deutschland verteilt.

Die Abfragen für die Musterhaushalte erfolgten im April 2017.

Die Voreinstellungen für alle Abfragen waren verbraucherfreundlich und setzten sich wie folgt zusammen:

  • keine Berücksichtigung von Boni,
  • keine Pakettarife,
  • keine Tarife mit Vorkasse oder Kaution,
  • Preisbindung von mindestens zwölf Monaten,
  • Mindestlaufzeit von maximal zwölf Monaten,
  • Kündigungsfrist von maximal vier Wochen,
  • Folgelaufzeit von maximal einem Monat

Alle verfügbaren Tarife an einem Ort sollten angezeigt werden – unabhängig davon, ob es sich um Ökostrom oder konventionellen Strom handelte, ob das Portal einen Tarif direkt vermitteln kann oder ob der Tarif eine bestimmte Weiterempfehlungsquote aufweist.

Da unter diesen Einstellungen nur wenige Angebote in den Portalen erschienen, haben wir die gesamte Abfrage mit einer Änderung wiederholt: Statt einer Folgelaufzeit des Vertrag von höchstens einem Monat wählten wir maximal zwölf Monate.

Um die Kosten für einen Tarif mit Wärmestrom mit den Kosten für einen Haushaltsstrom-Tarif zu vergleichen, erfolgte eine zusätzliche Abfrage. Dabei galten dieselben Voreinstellungen wie für die erste Abfrage von Wärmestrom-Tarifen mit einer Vertragsverlängerung von maximal einem Monat.

Die Kosten beim lokalen Energieversorger ermittelten wir anhand der Tarifblätter für Wärmestrom der Versorger für jeden Musterhaushalt selbst.

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