Arbeiten neben dem Studium

Worauf es bei Studentenjobs ankommt

Das Wichtigste in Kürze

  • Die bequemste Beschäftigungsform für Studenten sind Minijobs. Insgesamt dürfen sie so 450 Euro im Monat verdienen.
  • Bis zu einem Verdienst von 450 Euro im Monat besteht die kostenlose Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse fort. Danach wird der ermäßigte Studentenbeitrag erhoben.
  • Wer regelmäßig einen Lohn von mehr als 450 Euro erhält, kann als Werkstudent angestellt werden. In der Vorlesungszeit dürfen Werkstudenten 20 Stunden pro Woche arbeiten.
  • Bafög-Empfänger dürfen nur 406,66 Euro im Monat anrechnungsfrei verdienen. Liegen die Einkünfte im Schnitt darüber, wird die Förderung gekürzt.
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Wenn Studenten jobben, kommen dafür ganz unterschiedliche Arbeitsmodelle in Frage. Weit verbreitet sind sogenannte Minijobs auf 450-Euro-Basis. Eine andere Möglichkeit ist die Anstellung als Werkstudent, falls der Verdienst höher sein soll. Ein Vorteil für Studenten und Arbeitgeber: Für beide Beschäftigungsformen müssen nur reduzierte Sozialabgaben abgeführt werden.

Ob als Minijobber, Werkstudent oder Teilzeit-Mitarbeiter: Im Fall einer abhängigen Beschäftigung hat ein Student dieselben Arbeitnehmerrechte wie seine Vollzeit-Kollegen. Dazu zählen der Anspruch auf Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und – bei größeren Betrieben und entsprechenden Verträgen – auch ein Kündigungsschutz. Alternativ dazu können sich Hochschüler auch mit einer selbstständigen Tätigkeit auf Honorarbasis oder einer kurzfristigen Beschäftigung etwas dazuverdienen.

Der unkomplizierte Zuverdienst im Minijob

Wer eine studentische Aushilfe sucht, wird diese in der Regel als Minijobber beschäftigen. Dabei vereinbaren beide Seiten ein monatliches Entgelt von höchstens 450 Euro oder einen entsprechenden Stundenlohn, dann meldet der Arbeitgeber seinen studentischen Mitarbeiter bei der Minijob-Zentrale an. Bei einem Minijob fallen für den Arbeitnehmer keine Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an. Auf Antrag kann sich der Minijobber auch von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Eine Beschäftigung in einem Minijob ist immer dann möglich, wenn der monatliche Verdienst 450 Euro nicht überschreitet. Diese Grenze ist allerdings nicht in Stein gemeißelt: Wer im Durchschnitt unter den 450 Euro bleibt, darf in drei Monaten pro Jahr auch mehr verdienen, wenn dies für den Betrieb aus unvorhersehbaren Gründen erforderlich ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Vollzeitkraft unvermittelt ausfällt und der Minijobber einspringt. Ausschlaggebend ist dann die jährliche Verdienstobergrenze von 5.400 Euro. 

Die geringfügige Beschäftigung hat für Studenten noch einen weiteren großen Vorteil: Wer auf 450-Euro-Basis arbeitet, der kann ohne Probleme weiterhin in der kostenlosen Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse bleiben. Denn auch dafür hat der Gesetzgeber eine Grenze für den Zuverdienst von 450 Euro festgelegt. Jobbende Schüler oder Studenten, die jünger als 25 Jahre alt sind, müssen sich also um ihren Krankenversicherungsschutz keine Sorgen machen.

Zu Problemen kann es allerdings kommen, wenn die Verdienstgrenze von im Durchschnitt 450 Euro pro Monat überschritten wird. Dabei werden auch Weihnachts- und Urlaubsgeld zum Verdienst gerechnet. Der Arbeitgeber ist daraufhin verpflichtet, seinen Mitarbeiter bei der regulären Sozialversicherung anzumelden. Die Beiträge müssen dann für das laufende Jahr auch im Nachhinein entrichtet werden. Auch wenn mehrere Minijobs in der Summe zu einem höheren Verdienst führen, tritt die Sozialversicherungspflicht in Kraft. Ein Minijobber darf seinem Arbeitgeber andere Beschäftigungen deshalb nicht verschweigen.

Regelmäßige Einkünfte als Werkstudent

Studenten, die regelmäßig mehr als 450 Euro verdienen, sollten sich als Werkstudent anstellen lassen. Das Arbeitsmodell ist für beide Seiten attraktiv: Einerseits zahlen sowohl der Arbeitgeber als auch der Student Beiträge in die Rentenkasse ein, was sich positiv auf die spätere Rente des Werkstudenten auswirkt. Andererseits spart der Arbeitgeber Sozialabgaben, weil die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ebenso entfallen wie die zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Bleibt der Verdienst unter 488,34 Euro im Monat, können auch Werkstudenten unter 25 Jahren kostenlos familienversichert bleiben. Denn die Einkommensgrenze für die Familienversicherung von 405 Euro erhöht sich bei Werkstudenten um den Werbekostenpauschbetrag von monatlich 83,33 Euro auf insgesamt 488,33 Euro. Verdienen Hochschüler mehr, müssen sie eigene Beiträge - im Regelfall den reduzierten Studententarif in der gesetzlichen Krankenversicherung - zahlen.

Anders als Minijobber müssen Werkstudenten allerdings Einkommensteuer zahlen, sofern ihre Einkünfte oberhalb der steuerlichen Freibeträge liegen. Außerdem gibt es noch eine sozialversicherungsrechtliche Besonderheit, die sogenannte Werkstudentenregel: Während des Semesters darf ein Werkstudent maximal 20 Stunden in der Woche neben dem Studium arbeiten. In der vorlesungsfreien Zeit gilt diese Obergrenze jedoch nicht. Ausnahmen sind auch möglich, wenn die Arbeit nachts oder am Wochenende erfolgt und das Studium nicht behindert.

Weitere Arbeitsmodelle für Studenten

Kurzfristige Beschäftigung - Diese Beschäftigungsform eignet sich für Studenten, die nur in den Semesterferien arbeiten. Von kurzfristiger Beschäftigung ist die Rede, wenn der Arbeitnehmer bei einem Arbeitgeber übers Jahr nicht mehr als 70 Tage arbeitet oder wenn der Studentenjob auf drei Monate begrenzt ist. Das Einkommen ist sozialversicherungsfrei, auch der Arbeitgeber zahlt keine Beiträge. Außerdem gibt es keine Lohnobergrenzen und keine Begrenzung der wöchentlichen Arbeitsstunden. Aber auch diese Jobs sind steuerpflichtig: Der Arbeitgeber führt entweder die normale Lohnsteuer oder eine Pauschale von 25 Prozent an das Finanzamt ab.

Midijobs - Eine Zwischenstufe zwischen regulärer und geringfügiger Beschäftigung bilden die Midijobs mit einem Einkommen von 451 bis 850 Euro. In dieser Gleitzone steigen die Sozialabgaben linear auf den vollen Arbeitnehmeranteil von rund 20 Prozent. Diese Übergangsregelung gilt auch, wenn der Arbeitnehmer mit mehreren Jobs insgesamt nicht mehr als 850 Euro im Monat verdient. Der Arbeitgeber zahlt dagegen den vollen Beitragsanteil.

Selbstständigkeit - Eine weitere Verdienstmöglichkeit besteht darin, neben dem Studium selbstständig auf Honorarbasis zu arbeiten. Für seine Arbeitsleistung schreibt der Hochschüler eine Rechnung, bekommt den Lohn brutto ausgezahlt und kümmert sich selbst um die Versteuerung seiner Einkünfte. Dafür muss er beim Finanzamt eine Steuernummer beantragen. Wer im Studium selbstständig arbeitet, fällt im Regelfall unter die Kleinunternehmerregelung und kann sich von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen.

Die selbstständige Tätigkeit hat Vorteile: Die Arbeit lässt sich flexibel erledigen, und es besteht keine Verpflichtung, Folgeaufträge zu übernehmen. Doch es gibt auch Nachteile: Arbeitnehmerrechte wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaub oder Kündigungsfristen gibt es dann nicht.

Studenten können übrigens auch ganz normal auf Lohnsteuerkarte arbeiten, dann fallen jedoch die vollen Sozialabgaben an.

Verdienstgrenzen für Bafög-Empfänger

Wer während des Studiums Bafög-Leistungen erhält, muss noch weitere Einkommensgrenzen beachten. So dürfen Bafög-Empfänger in dem zwölfmonatigen Bewilligungszeitraum nur 4.880 Euro dazuverdienen, das sind 406,66 Euro im Monat. Wer mehr verdient, läuft Gefahr, dass seine Förderung gekürzt oder ganz gestrichen wird. Ist der Bewilligungszeitraum kürzer als zwölf Monate, wird das zulässige Einkommen anteilig berechnet. Wer Kinder hat, kann sich über höhere Freibeträge beim Zuverdienst freuen.

Anders als die Bafög-Leistungen wird das Kindergeld, das Eltern für ihren studierenden Nachwuchs bekommen, nicht durch Einkünfte aus Studentenjobs gefährdet. Seit 2012 gibt es in dieser Hinsicht keine Einschränkungen mehr. Mit einer Ausnahme: Wer bereits eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen hat, gefährdet den Bezug von Kindergeld nur dann nicht, wenn es sich um eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) handelt oder die wöchentliche Arbeitszeit 20 Stunden nicht überschreitet (Werkstudentenregel).

Anspruch auf Mindestlohn auch für Studenten

Wie anderen Arbeitnehmern auch steht Studenten der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro pro Stunde zu (Stand: 1. Januar 2017). Dabei ist es egal, ob sie als Minijobber, Werkstudent oder in einem Ferienjob arbeiten. Entscheidend ist, dass es sich um eine abhängige Beschäftigung handelt. Keinen Anspruch auf Mindestlohn hat, wer für eine selbstständige Tätigkeit ein Honorar erhält. Ausnahmen gelten ebenso für Studenten, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Auch wenn die Tätigkeit ein Teil der Ausbildung ist, beispielsweise der Praxisteil eines dualen Studiums oder ein von der Studienordnung vorgeschriebenes Pflichtpraktikum, muss kein Mindestlohn gezahlt werden. Pflichtpraktika sind außerdem grundsätzlich sozialversicherungsfrei, auch dann, wenn es eine Vergütung dafür gibt. Auch freiwillige Praktika während des Studiums müssen nicht vergütet werden, sofern sie der Berufsorientierung dienen. Hat der Praktikant dagegen bereits ein Studium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen, muss der Mindestlohn beziehungsweise ein branchenüblicher Vergleichslohn gezahlt werden.

In einem Minijob begrenzt der Mindestlohn die durchschnittliche Arbeitszeit pro Monat auf weniger als 53 Stunden, da sonst die Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten wird. Abhilfe schafft in diesen Fällen ein Arbeitszeitkonto: Dabei bleibt der Monatsverdienst gleich, auch wenn der Minijobber mal einige Stunden mehr oder weniger arbeitet.

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Lohnt sich eine Steuererklärung für Studenten?

Wenn jobbende Studenten Steuern an das Finanzamt abführen, sollten sie im Eigeninteresse auch eine Steuererklärung abgeben. Das ist im Grunde immer der Fall, wenn sie nicht in einem Minijob arbeiten. Bei Einnahmen bis zu 8.472 Euro im Jahr (Stand 2015) müssen sie überhaupt keine Einkommensteuer zahlen. Mit Sonderausgaben und Werbungskosten erhöht sich dieser Betrag auf rund 10.000 Euro. Wer weniger verdient und eine Steuererklärung abgibt, kann sich die abgeführte Lohnsteuer also vollständig vom Finanzamt wiederholen.

Hinzu kommt, dass arbeitende Studenten selten in jedem Monat den gleichen Betrag verdienen. Arbeiten sie beispielsweise ein oder zwei Monate in den Semesterferien viel und verdienen gut, ist die steuerliche Belastung entsprechend hoch. Übers Jahr gerechnet ist das durchschnittliche Monatseinkommen jedoch viel geringer – und wird dementsprechend niedriger versteuert. Diese Differenz können sich Studenten auch über die Steuererklärung zurückholen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Peter Neitzsch

freier Finanztip-Mitarbeiter

Als freier Autor arbeitet Peter Neitzsch im Versicherungsressort von Finanztip. Der freiberufliche Journalist schreibt vorwiegend über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Vor der Selbstständigkeit leitete er das Wirtschaftsressort von stern.de. In Dresden und Paris studierte Peter Neitzsch Sozialwissenschaften und absolvierte danach die Berliner Journalisten-Schule. Im Anschluss arbeitete er unter anderem am Newsdesk der Frankfurter Rundschau und von tagesschau.de.