| Aktienanlage: Aktienverwaltung / Ratgeber / Grundlagen bei Finanztip.de |
Bei Aktien muss man immer "am Ball bleiben“, stets auf dem neuesten Stand sein und blitzschnell handeln. Dies besagt zumindest eine unter Aktionären wie Nichtaktionären gleichermaßen weit verbreitete Meinung. Als Konsequenz wälzen viele Anleger intensiv die aktuellen Geschäftsberichte der Unternehmen, recherchieren im Internet und verfolgen gespannt die Börsenberichte in den Medien. Andere Anleger meiden die Aktie, weil sie fürchten, die erforderliche Zeit für die Betreuung ihres Depots nicht aufbringen zu können.
Sich sorgfältig zu informieren, ist sehr wichtig. Der Aktionär sollte wissen, auf welchen Gebieten "sein“ Unternehmen aktiv ist, wie seine Marktchancen aussehen und welche Konkurrenten und Perspektiven es hat.
Dieses Interesse darf aber nicht zu hektischem Handeln verleiten, durch das der Aktionär sein Depot in kurzer Zeit durch Verkäufe und Neuanlagen mehrfach umschichtet. Auch heute gilt unverändert die alte Börsenweisheit "Hin und Her macht Taschen leer“. Wer häufig Aktien kauft und verkauft, hat nicht unerhebliche Transaktionskosten zu tragen. Er hat aber keine Gewissheit, dass die neuen Aktien rentabler sind als die alten. Empirische Untersuchungen zeigen, dass bei mehrjähriger Anlagedauer die durchschnittliche Rendite der Privatanleger tendenziell um so höher ist, je weniger sie ihr Depot bewegen.
Hin und her macht Taschen leer: Das alte Börsensprichwort erhält durch eine Studie der Fondsgesellschaft Fidelity eine neue Begründung. Neben den direkten Kosten, die Kauf und Verkauf von Aktien oder Fondsanteilen verursachen, steigt nämlich mit jedem temporären Ausstieg aus einer Aktie auch das Risiko, einen guten Börsentag zu verpassen.
Dies kann fatale Folgen haben: Wer in den letzten zehn Jahren nur die insgesamt zehn besten Börsentage verpasste, erzielte im DAX lediglich eine halb so hohe Rendite wie derjenige, der durchgängig über den gesamten Zeitraum investiert war. Statt auf 9,4 Prozent belief sich die Rendite dann nur auf 4,6 Prozent pro Jahr. Ohne die zwanzig besten Börsentage lag die Rendite im DAX in den letzten zehn Jahren sogar nur bei 1 Prozent p.a. Auch der umgekehrte Zusammenhang gilt, wenn auch nicht ganz so stark: Streicht man die z.B. zehn schlechtesten Börsentage der letzten zehn Jahre aus der Renditeberechnung, wäre die Rendite des DAX mit fast 15 Prozent um mehr als die Hälfte höher gewesen.
Ursache dieses Phänomens ist, dass das Risiko an der Börse – anders als landläufig angenommen – zeitlich nicht normalverteilt ist. Der überwiegende Teil der Kursentwicklung findet in Form großer Kurssprünge an wenigen Börsentagen statt.
Allerdings ist es praktisch unmöglich, die besten oder schlechtesten Börsentage im voraus zu bestimmen. Statt dem richtigen "Timing“ hinterher zu jagen, empfehlen Experten daher eine kontinuierliche und möglichst langfristig angelegte Anlagestrategie, die das Risiko minimiert, an den Tagen der Kursrallye nicht mit dabei zu sein. Auf lange Sicht ist die Aktie dann die rentabelste und eine gleichzeitig sehr sichere Anlageform.
Je breiter ein Aktiendepot gestreut ist, desto gelassener kann der Aktionär sein Depot managen – bei aller Wachsamkeit gegenüber unerwarteten Entwicklungen. Dabei kann er auch schon mal "Gewinne mitnehmen“, aber stets "mit ruhiger Hand“.
| Deutsches Aktieninstitut Rubrik "Pressedienst" bei Finanztip.de Keine Haftung |
|
|