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Seine Existenz ist so umstritten wie das Ungeheuer von Loch Ness: Der Januareffekt. Zum Jahreswechsel, etwa von Mitte Dezember bis Ende Januar, sollen Aktien, insbesondere Nebenwerte, eine bessere Wertentwicklung am Aktienmarkt aufweisen als in den anderen Börsenmonaten.
Anleger und Käufer von Aktien, die hierin eine sichere Gewinnchance wittern, sollten jedoch vorsichtig sein. So ist empirisch höchst umstritten, ob es den Januareffekt überhaupt gibt. Bei den SDAX-Werten war zum Beispiel der Januar in den vergangenen 10 Jahren nur ein Mal der beste Börsenmonat, und in anderen Monaten konnte im Durchschnitt eine bessere Rendite erzielt werden. Die Kursentwicklung und damit die Wertentwicklung der Börsenindizeskann anhand von Kurs-Grafiken und langjährigen Kursübersichten genau verfolgt und analysiert werden. Wegen der zahlreichen ETFs, Futures und Optionen werden die einzelnen Aktienwerte und vor allem die Börsenindizes wie zum Beispiel die Wertentwicklung des DJ Euro Stoxx 50 genau verfolgt. Es sind aber immer Momentaufnahmen aus der Vergangenheit.
Außerdem basiert die Analyse und die Betrachtung des Aktienmarktes lediglich auf Durchschnittswerten aus der Vergangenheit. Vom Januareffekt profitiert hat daher nur, wer über viele Jahre hinweg im Dezember gekauft und Ende Januar verkauft hat. Werden dabei die Kosten des Aktienkaufs und -verkaufs mit einkalkuliert, verschwindet die sichere Gewinnchance selbst im Rückblick beinahe vollständig. Und schließlich gilt: In der Vergangenheit erzielte überdurchschnittliche Renditen sind niemals eine Garantie für eine Wiederholung in der Zukunft. Wer also auf ein in den Vorjahren aufgetretenes Kursverlaufsmuster setzt, kann leicht enttäuscht werden.
Das Deutsche Aktieninstitut rät, bei der eigenen Anlageentscheidung langfristig zu denken statt auf kurzfristige Gewinnchancen zu schielen. Bei der Vermögensbildung kommt es auf die langfristige Perspektive und nicht auf die Mitnahme kurzfristiger Effekte an – die so schnell verschwinden können, wie das Ungeheuer von Loch Ness abtaucht.
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