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Der Gewinn mancher Unternehmen wird für 2005 und Folgejahre auch bei unverändertem operativem Geschäft höher ausgewiesen als bisher. Grund für diesen Gewinnsprung ist eine Änderung im Rechnungswesen: Ab 2005 müssen börsennotierte Unternehmen in der Europäischen Union ihre Bilanzen von den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) auf internationale Rechnungslegungsstandards (IAS bzw. IFRS) umstellen.
Diese Bilanzierungsvorschriften bewirken zum Teil erhebliche Änderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung der Unternehmen. So fallen die nach IAS oder IFRS ermittelten Gewinne bei den DAX-Unternehmen im Durchschnitt fast 10 Prozent höher aus als bei Anwendung der alten Vorschriften. Bei der Mehrheit der DAX-Unternehmen ändert sich jedoch nichts, da sie bereits IAS, IFRS oder den US-Standard anwenden, der auf gleichen Prinzipien beruht.
Für Anleger bringt die Umstellung viele Vorteile: Durch die einheitliche Anwendung von IFRS in derzeit rund 100 Ländern und den Wegfall vieler nationaler Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechte steigt die internationale Vergleichbarkeit von Unternehmensergebnissen.
Die Umstellung auf IAS / IFRS soll die Transparenz für Anleger merklich erhöhen. Aufgrund der marktnäheren Bewertung – einige Posten sind z.B. künftig zum aktuellen Markt- und nicht mehr zum Kaufwert anzusetzen – werden die Gewinne jedoch auch stärker schwanken. Anleger sollten daher Ergebnisänderungen genau prüfen, damit die erhöhte Transparenz den Durchblick nicht doch behindert.
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