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Market Timing: Erfolgsgeheimnis oder Sackgasse?

Die Idee ist verlockend: Bei der Anlagestrategie des "Market Timing“ versucht der Anleger, aus unterschiedlichen zeitlichen Entwicklungen von Aktienkursen zusätzliche Gewinne zu erzielen.

Für private Anleger kommt dabei die Sektorrotation in Frage. Hierbei werden stets Aktien aus dem Sektor gekauft, der in der aktuellen Phase der Konjunktur die besten Chancen bietet. Finanzwerte, Konsumwerte und Aktien von Investitionsgüterunternehmen wechseln einander ab. Wem es gelingt, rechtzeitig die jeweils nächste Branche im Zyklus zu erkennen, hat Aussicht auf überdurchschnittliche Renditen. Bei einer anderen Strategie setzt der Anleger auf den gesamten Konjunkturzyklus und versucht, bei steigenden Kursen vermehrt Aktien zu halten und  bei fallenden vermehrt Festverzinsliche.

So einfach diese Anlagestrategien klingen mögen, so schwierig ist es, sie mit Erfolg umzusetzen. Aktienkurse folgen nämlich im Konjunkturzyklus keinem starren Muster. Darüber hinaus verursacht jede Umschichtung dem Anleger Kosten. Market Timing ist deshalb nur dann erfolgreich, wenn die erwartete Renditesteigerung höher ist als die zusätzlichen Gebühren. Nach einer Studie des Ökonomie-Nobelpreisträgers Sharpe müssen drei von vier Prognosen über die künftige Kursentwicklung richtig sein, damit die Umschichtung zwischen Aktien und festverzinslichen Papieren wirklich eine höhere Rendite bringt.

Da dies kaum jemandem gelingt, empfiehlt das Deutsche Aktieninstitut dem Anleger eher eine langfristige "Strategie der ruhigen Hand“ mit breiter Streuung des Depots auf festverzinsliche Papiere und Aktien aus verschiedenen Branchen.


Börsenratgeber 03/2005
Deutsches Aktieninstitut Rubrik "Pressedienst"  bei  Finanztip.de  Keine Haftung
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