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Das Bookbuilding-Verfahren: Eine Aktie erhält ihren Preis

Ein Börsengang verläuft in zwei Phasen: Der Abgabe von Aktien an Investoren und der Aufnahme der Kursnotierung an der Börse. Bei der Zuteilung der Aktien steht für Unternehmen wie potentielle Anleger die Frage nach dem "richtigen“ Emissionspreis im Vordergrund, denn einen Börsenkurs gibt es zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht.

Konsortialbanken und Unternehmen nutzen meist das Bookbuilding-Verfahren zur Preisbestimmung, erläutert das Deutsche Aktieninstitut: Nach der Bewertung des Unternehmens durch die Banken werden bei institutionellen Investoren erste Einschätzungen eingeholt. Auf dieser Basis wird für den Emissionskurs ein Preisrahmen festgelegt, die so genannte Bookbuilding-Spanne. Innerhalb dieser Spanne können Anleger die Aktien bei den Konsortialbanken zeichnen. Dabei geben sie an, zu welchem Preis sie wie viele Aktien erwerben möchten.

Der Anleger muss sich also selbst eine Meinung zum "fairen Wert“ der Aktie bilden. Wählt er einen zu niedrigen Preis für sein Zeichnungsangebot, geht er bei hoher Nachfrage vielleicht leer aus und erhält keine Aktien. Umgekehrt kann ein zu hoher Preis dazu führen, dass er überteuert einkauft.

Der Börsengang schließt mit der Aufnahme der Kursnotierung an der Börse. Der Ausgabepreis der Aktien und ihr erster Kurs unterscheiden sich in der Regel. Daher sind bei Börsengängen Zeichnungsgewinne, aber auch -verluste möglich. Anleger sollten sich hiervon aber nicht irritieren lassen, rät das Deutsche Aktieninstitut, denn stärkere Kursbewegungen kurz nach der Aufnahme des Handels sind völlig normal.


Börsenratgeber 03/2005
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